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Ein Rückblick auf die vergessene Künstlerin Maggy Mauritz

Arbeiten der Künstlerin: Maggy Mauritz (Bild pd/Paul Trummer)

Arbeiten der Künstlerin: Maggy Mauritz (Bild pd/Paul Trummer)

Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.

Weis­se Schrift und schwar­ze Schrift he­ben sich aus dem bun­ten Hin­ter­grund her­aus und las­sen sich nicht be­ir­ren von den Um­ris­sen der ge­gen­ständ­li­chen Mo­ti­ve. Die Schrift ver­läuft durch­gän­gig über die Bil­der, über­schreibt auch scha­blo­nen­haf­te Buch­sta­ben und Zei­chen und gibt dem Gan­zen ei­ne vi­su­el­le Struk­tur. Die Lein­wän­de sind be­schrie­ben mit Buch­sta­ben, die es wirk­lich gibt, aber man kann die Wör­ter doch nicht le­sen. So ganz frei von jeg­li­chen In­for­ma­tio­nen kann sich die nie­der­ge­schrie­be­ne Spra­che in ih­ren künst­le­ri­schen Aus­prä­gun­gen ent­fal­ten und die cha­rak­te­ris­ti­schen For­men und Struk­tu­ren, die üb­li­cher­wei­se im Le­se­fluss un­ter­ge­hen, he­ben die Äs­the­tik der Schrift her­vor, so­dass Bild und Text in den Hy­per­gra­phien ver­schmel­zen.

Im Lau­fe von meh­re­ren Jahr­zehn­ten hat Mag­gie Mau­ritz Zei­chen und Buch­sta­ben zu Kunst und Ma­le­rei ge­macht. Ins­ge­samt 464 Wer­ke aus dem Zeit­raum von 1963 bis 2025 hat der Ku­ra­tor Fré­dé­ric Ac­qua­vi­va im zur Aus­stel­lung er­schie­ne­nen Werk­ver­zeich­nis do­ku­men­tiert. Aus­gangs­punkt der Ar­bei­ten ist die Ste­no­gra­fie. Die Kurz­schrift gibt es in je­der Spra­che, Mau­ritz nutzt die Grund­la­gen der deut­schen Ste­no, die sie auch ins Fran­zö­si­sche und Eng­li­sche ad­ap­tiert hat und da­für Kür­zel für an­de­re Aus­spra­chen er­fand. 

Spä­te Auf­merk­sam­keit in der Kunst­sze­ne

Als der Lett­ris­mus von Isi­do­re Is­ou in Pa­ris ge­grün­det wur­de, war auch Mag­gy Mau­ritz bald un­ter den ers­ten Künst­ler:in­nen, die bei Buch­sta­ben und Spra­che nicht auf den In­halt setz­ten, son­dern de­ren äs­the­ti­sche Di­men­sio­nen aus­lo­te­ten. Zu­sam­men mit ih­rem frü­he­ren Ehe­mann, dem Künst­ler Ro­ber­to Alt­mann, war sie Teil der Lett­ris­mus-Be­we­gung. Ih­re Wer­ke wa­ren in die lett­ris­ti­schen Aus­stel­lun­gen in­te­griert, aber als Künst­le­rin be­kannt wur­de sie da­mals nicht. 

Blick in die Ausstellung im Küefer-Martis-Huus (Bild: pd)

Blick in die Ausstellung im Küefer-Martis-Huus (Bild: pd)

Mau­ritz war Mut­ter zwei­er Kin­der, ar­bei­te­te im Bü­ro, lei­te­te zu­sam­men mit Ro­ber­to Alt­mann bis 1981 das Kunst­zen­trum in Va­duz, er­öff­ne­te ein Ca­fé-Re­stau­rant mit Aus­stel­lungs­raum und grün­de­te spä­ter ei­nen Ver­lag, in dem sie Li­tho­gra­fien von Alt­mann her­aus­brach­te. Als Künst­le­rin wur­de Mag­gy Mau­ritz lan­ge über­se­hen und erst kürz­lich ge­riet sie doch noch in die Auf­merk­sam­keit der Kunst­sze­ne. Der Lett­ris­mus-His­to­ri­ker, Ku­ra­tor und selbst Künst­ler Fré­dé­ric Ac­qua­vi­va hat­te nach­ge­forscht und Mau­ritz wie­der­ent­deckt. Als ih­re Wer­ke dann 2021 in ih­rer ers­ten Ein­zel­aus­stel­lung un­ter dem Ti­tel «La Lett­ris­te ef­fa­cée» (Die aus­ge­lösch­te Lett­ris­tin) in der Pa­ri­ser Ga­le­rie Loe­ve & Co prä­sen­tiert wur­den, war Mau­ritz be­reits 80 Jah­re alt. Und nach­dem das Küefer-Mar­tis-Hu­us im Win­ter 2024 ei­ne Aus­stel­lung zu ih­rem frü­he­ren Ehe­mann Ro­ber­to Alt­mann zeig­te, gibt es nun auch ei­ne Aus­stel­lung zu dem Le­bens­werk der lett­ris­ti­schen Künst­le­rin aus Rug­gell. 

Wer­ke aus 62 Jah­ren

Die Schau zu Mag­gy Mau­ritz «…und ich bin auch Ma­le­rin!» er­öff­net ei­nen Blick in das Le­ben und Werk der Au­to­di­dak­tin. Fo­to­gra­fien und Do­ku­men­te lie­fern Ein­drü­cke aus ih­rer Kind­heit und der prä­gen­den Zeit, die sie als Au-pair in Lon­don ver­brach­te. Zu se­hen sind Bil­der und Ob­jek­te aus un­ter­schied­li­chen Schaf­fens­pe­ri­oden, be­mer­kens­wer­te Hy­per­gra­phien, die seit 1964 ent­stan­den sind. Be­reits in ih­ren frü­hen Ar­bei­ten mit Sprüh­far­be sind die bun­ten und ver­spiel­ten Zü­ge in den flie­gen­den Buch­sta­ben er­kenn­bar, die auch die jün­ge­ren Wer­ke von Mau­ritz cha­rak­te­ri­sie­ren. Tat­säch­lich ver­wen­de­te die Künst­le­rin mehr aus prak­ti­schen Grün­den schon seit dem Jahr 1966 Far­be aus Sprüh­do­sen und Scha­blo­nen – Jahr­zehn­te be­vor die­se For­men im Kunst­be­trieb eta­bliert wa­ren. (Weil die Öl­ge­mäl­de ih­res spä­te­ren Man­nes in der Woh­nung trock­nen muss­ten, durf­te Mau­ritz kei­nen Staub auf­wir­beln – des­halb be­mal­te sie ih­re Lein­wän­de auf dem Bal­kon mit Far­be aus Sprüh­do­sen.) 

Als Au­to­di­dak­tin ar­bei­te­te sie im Ver­bor­ge­nen, ent­wi­ckel­te mit An­fang 20 ers­te künst­le­ri­sche Wer­ke, die auf Schrif­ten und Zei­chen ba­sier­ten. In die­ser ers­ten Schaf­fens­pe­ri­ode von 1963 bis 1984 ent­stan­den 250 Wer­ke, die zum Teil ab dem Jahr 1965 im Rah­men von Aus­stel­lun­gen in­ner­halb der lett­ris­ti­schen Grup­pe in Pa­ris, Tou­lou­se, Va­duz, Ber­lin und Ham­burg prä­sen­tiert wur­den. Aus den zeit­ge­nös­si­schen Do­ku­men­ten wur­de ihr Na­me aber her­aus­ge­nom­men – auch durch ih­ren Le­bens­ge­fähr­ten Ro­ber­to Alt­mann. «Ich muss ge­ste­hen, dass mir nicht ein­mal auf­ge­fal­len war, dass mein Na­me nicht auf den Pla­ka­ten stand», er­in­nert sich Mau­ritz 2021 im In­ter­view mit Ac­qua­vi­va an die­se Zeit. Was der Künst­le­rin aber auf­fiel, war das Ver­schwin­den ih­rer Skulp­tur, die 1968 bei der Aus­stel­lung «Das Buch der Kunst» in Va­duz ge­zeigt wur­de und ein Jahr spä­ter un­auf­find­bar war. «Sie wur­de zer­stört – war­um und von wem, weiss ich nicht – und ich be­dau­re es bis heu­te.»

Nach ei­ner län­ge­ren Pau­se be­gann Mau­ritz 1985 er­neut zu ma­len und in jün­ge­ren Ar­bei­ten hat sie ih­re Kunst auch auf Ob­jek­te aus­ge­wei­tet. Ti­sche, So­cken, Ho­cker, Schie­fer­ta­feln und ei­ne Tür mit Buch­sta­ben und Zei­chen be­füllt, die eben­falls im Küefer-Mar­tis-Hu­us zu se­hen sind. Ne­ben um­fang­rei­chen Ar­bei­ten aus un­ter­schied­li­chen Schaf­fens­pe­ri­oden ist auch ein ge­sun­ge­nes In­ter­view Teil der Aus­stel­lung, in dem die Künst­le­rin aus ih­rem Le­ben er­zählt. Mau­ritz ar­bei­tet heu­te wei­ter­hin in ih­rem cha­rak­te­ris­ti­schen Stil mit Ste­no­gra­fie und Sprüh­do­se und war seit 2022 in vier­zehn Grup­pen­aus­stel­lun­gen ver­tre­ten. 

Mag­gy Mau­ritz – «…und ich bin auch Ma­le­rin!»: bis 25. Ok­to­ber, Küefer-Mar­tis-Hu­us, Rug­gell.

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0505 max

Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

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Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

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DSC02202 Kopie

Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

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Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

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Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0218 max

Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
Volksbad rene hornung 1

Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme