Kategorie
Autor:innen
Jahr

Der Haifisch beisst wieder zu

Auf ihrem zweiten Album zeigen sich Ikan Hyu so vielfältig wie eh und je, aber so überzeugend wie nie zuvor.

Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Zehn Jah­re ist es her, seit die Zür­che­rin Anisa Djo­joat­mod­jo und Han­nah Bis­seg­ger, die in Mör­schwil auf­ge­wach­sen ist und heu­te in Win­ter­thur lebt, das Duo Ikan Hyu ins Le­ben rie­fen. Ken­nen­ge­lernt ha­ben sie sich wäh­rend des Stu­di­ums an der Zür­cher Hoch­schu­le der Küns­te, wo sie im Be­reich Pop ih­ren Mas­ter in E-Gi­tar­re (Djo­joat­mod­jo) und Ge­sang (Bis­seg­ger) mach­ten. Doch was heisst Duo? Die bei­den Mu­si­ker:in­nen stel­len ge­wis­ser­mas­sen ei­ne gan­ze Band – sie spie­len, auch live, je bis zu drei In­stru­men­te gleich­zei­tig: Djo­joat­mod­jo ei­nen sel­ber de­sign­ten Hy­brid aus E-Gi­tar­re und Key­board, da­mit sie gleich­zei­tig Gi­tar­re und Bass spie­len kann, so­wie ein Drum­pad. Bis­seg­ger kom­bi­niert akus­ti­sche und elek­tro­ni­sche Drums mit Kaos­si­la­tor und Syn­th-Bass. Da­zu sin­gen sie ab­wech­selnd oder zu­sam­men. 

Ent­spre­chend breit­wan­dig ist auch ih­re Mu­sik – und sti­lis­tisch breit ge­fä­chert: In ih­ren Songs fü­gen Ikan Hyu – In­do­ne­sisch für Hai­fisch – Sti­le wie Rock, Punk, Pop, Rap oder Elec­t­ro in­ein­an­der, oh­ne die ei­ge­ne Hand­schrift zu ver­lie­ren. Nun er­scheint ihr zwei­tes Al­bum Wi­th­dra­wal Sym­ptoms. Und auch dies­mal beisst der Hai­fisch or­dent­lich zu: Den bei­den Mu­si­ke­rin­nen ge­lingt nach dem De­büt Oa­sis (2023) und meh­re­ren EPs ihr bis­her aus­ge­reif­tes­tes Werk. So di­vers die 13 Tracks auch sind, so na­tür­lich und naht­los flies­sen sie in­ein­an­der über: Auf den bal­la­des­ken Ope­ner Bird folgt die mit elek­tro­ni­schen Ele­men­ten ge­würz­te In­die-Rock-Num­mer Si­de Fx, da­nach das auf­ge­putsch­te Elec­t­ro-Punk-Stück Mi­mi­cry Love­sick, das erup­ti­ve Fly­ing Fi­sh, dann der trei­ben­de Rock­song Ghost – und so wei­ter. Ikan Hyu va­ri­ie­ren nicht nur die Sti­le, son­dern auch Tem­po und In­ten­si­tät, las­sen die Span­nung da­bei aber nie ab­reis­sen. Man taucht in die­ses Al­bum ein, und ehe man sich ver­sieht, hat ei­nen der Hai­fisch kom­plett ein­ge­nom­men.


Ikan Hyu – Wi­th­dra­wal Sym­ptoms (Mou­thwa­te­ring): er­schie­nen am 11. Sep­tem­ber auf Vi­nyl und di­gi­tal. Live: Sams­tag, 17. Ok­to­ber, 20:45 Uhr, Salz­haus, Win­ter­thur (Plat­ten­tau­fe; Sup­port: Al­li Vi­bes); Don­ners­tag, 22. Ok­to­ber, 20 Uhr, Kul­tur­la­den, Kon­stanz (Sup­port: Du­det­te).

ik­an­hyu.ch

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
DSC02202 Kopie

Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
3 F1 A4812 web

Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
2610 RIO Saalbild

Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0218 max

Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
IMG 5751

Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
Volksbad rene hornung 1

Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
2609 Staetevergleich DSC 6589

Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
7228 dsc00923

Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
1000229093

Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
3 gewerbemuseum winterthur next relations leon ehrmann matthis plaga 300dpi a5 1

Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti