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Maskulinität als Spektrum

Sands Murray-Wassink: I'm Proud of Myself!, 1996, Sammlung Stedelijk Museum Amsterdam. (Bilder: pd)

Sands Murray-Wassink: I'm Proud of Myself!, 1996, Sammlung Stedelijk Museum Amsterdam. (Bilder: pd)

Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.

Das Kunst­mu­se­um St.Gal­len zeigt ab Ok­to­ber Wer­ke, die sich mit der Her­stel­lung und den un­ter­schied­li­chen Aus­prä­gun­gen von Männ­lich­keit aus­ein­an­der­set­zen. Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» lo­tet die Gren­zen der so­ge­nann­ten männ­li­chen Sphä­re aus und fragt, wie Männ­lich­kei­ten ent­ste­hen und auf­recht­erhal­ten, aber auch hin­ter­fragt, um­ge­deu­tet und neu ge­dacht wer­den. Sie ver­sam­melt Wer­ke aus den Samm­lun­gen des Stede­li­jk Mu­se­um Ams­ter­dam und des Kunst­mu­se­ums St.Gal­len, er­gänzt durch Leih­ga­ben und ei­gens ent­stan­de­ne Auf­trags­ar­bei­ten. Be­tei­ligt ist ei­ne ge­ne­ra­tio­nen­über­grei­fen­de Grup­pe von 33 Künst­ler:in­nen.

Ku­ra­to­rin ist Me­la­nie Büh­ler, die von 2023 bis 2025 Se­ni­or-Ku­ra­to­rin am Kunst­mu­se­um St.Gal­len war und seit April 2025 am Stede­li­jk Mu­se­um Ams­ter­dam tä­tig ist. Zu se­hen sind Vi­deo­ar­bei­ten, Skulp­tu­ren, Ma­le­rei, Fo­to­gra­fie und Ar­bei­ten auf Pa­pier. Die Aus­wahl reicht von jün­ge­ren Po­si­tio­nen bis zu Wer­ken aus den 1960er-Jah­ren. Trotz ih­rer un­ter­schied­li­chen Ent­ste­hungs­zei­ten ver­han­deln sie Fra­gen von Männ­lich­keit, die bis heu­te re­le­vant sind.

Mas­ku­li­ni­tät als Macht­kon­strukt

Männ­lich­keit meint im Kon­text der Aus­stel­lung nicht ein­fach ei­ne männ­li­che oder cis-männ­li­che Iden­ti­tät, al­so die Über­ein­stim­mung des bei der Ge­burt zu­ge­wie­se­nen männ­li­chen Ge­schlechts mit der ei­ge­nen Ge­schlechts­iden­ti­tät. Ge­meint ist viel­mehr ein kul­tu­rel­les Kon­strukt, das Ge­sell­schaf­ten und ih­re Vor­stel­lun­gen von Macht, Au­to­ri­tät und Ge­schlecht prägt und da­mit auch Öko­no­mien, Ar­chi­tek­tu­ren, Ge­setz­ge­bun­gen und sym­bo­li­sche Ord­nun­gen. 

Vie­le die­ser Prä­gun­gen wir­ken bis heu­te nach. Es geht al­so nicht nur dar­um, wie Män­ner sich selbst ver­ste­hen oder dar­ge­stellt wer­den, son­dern auch dar­um, wie Vor­stel­lun­gen von Männ­lich­keit ge­sell­schaft­li­che Struk­tu­ren for­men. In John Mil­lers In­stal­la­ti­on aus gold­über­zo­ge­nen neo­klas­si­zis­ti­schen «Rui­nen» wird dies et­wa sicht­bar: Ein Obe­lisk, auf­recht ste­hen­de und um­ge­stürz­te Säu­len so­wie ein frei­ste­hen­der, ge­wölb­ter Bo­gen ver­bin­den Männ­lich­keit mit Macht und Grös­sen­fan­ta­sien. 

Gleich­zei­tig meint Männ­lich­keit auch et­was All­täg­li­ches, das bei­spiels­wei­se Ge­bor­gen­heit stif­ten kann, et­wa weil wir seit der Kind­heit an pa­tri­ar­cha­le Rol­len­bil­der wie den Fa­mi­li­en­va­ter ge­wöhnt sind. Männ­li­che Per­so­nen kön­nen dar­in zu­dem ein Zu­ge­hö­rig­keits­ge­fühl fin­den, das auch öko­no­mi­sche, Bil­dungs- und kul­tu­rel­le Un­ter­schie­de über­win­det. 

Über Macht und Do­mi­nanz hin­aus 

Me­la­nie Büh­ler be­schreibt das The­ma der Aus­stel­lung als al­les, was sich hin­ter dem Be­griff der «Ma­nos­phe­re» ver­birgt. Da­zu ge­hö­ren auch ih­re ver­letz­li­chen Sei­ten und da­mit Aspek­te ei­ner männ­li­chen Sphä­re, die über Macht und Do­mi­nanz hin­aus­ge­hen. «Die Aus­stel­lung deckt Männ­lich­keit, oder Mas­ku­li­ni­tät, auf, er­zählt von Au­to­ri­tät und Ge­walt, aber auch von ih­rer An­zie­hungs­kraft und Wär­me. Zu­dem deu­tet sie an, was sich an ihr un­an­ge­nehm an­fühlt», sagt Büh­ler. Das sei «ei­ne Art Über­bleib­sel aus ei­ner Ver­gan­gen­heit, an die wir selbst viel­leicht nicht mehr wirk­lich glau­ben, die aber nach wie vor Macht aus­übt».

Melle: Tuin met granaatappel, 1975, Sammlung Stedelijk Museum Amsterdam. 

Melle: Tuin met granaatappel, 1975, Sammlung Stedelijk Museum Amsterdam. 

Das zeigt sich et­wa in den Ge­mäl­den des nie­der­län­di­schen Künst­lers Mel­le Ol­de­boer­rig­ter aus den 1970er-Jah­ren, die Se­xua­li­tät mit Ein­sam­keit ver­bin­den. Dar­in las­sen sich Par­al­le­len zu jun­gen Män­nern er­ken­nen, die heu­te in di­gi­ta­len Räu­men iso­liert er­schei­nen und mit ih­rer se­xu­el­len En­er­gie weit­ge­hend al­lein­ge­las­sen sind. In Sven Gex’ Ar­bei­ten für die Aus­stel­lung er­fährt man, wie Män­ner in der Wer­bung, in Fil­men und auf So­cial-Me­dia-Platt­for­men wie On­ly­fans dar­ge­stellt und kom­mer­zia­li­siert wer­den.

Ei­ne an­de­re Sei­te die­ser Macht­ver­hält­nis­se zei­gen die Vi­deo­ar­bei­ten von Paul Mc­Car­thy und Mi­ke Kel­ley. Sie ver­knüp­fen Trau­ma mit miss­bräuch­li­chen For­men männ­li­cher Do­mi­nanz, die von Vä­tern an ih­re Söh­ne wei­ter­ge­ge­ben wer­den. So führt die Aus­stel­lung von ge­gen­wär­ti­gen For­men männ­li­cher Iso­la­ti­on über Fan­ta­sien von Macht und Grös­se bis zu den ver­letz­li­chen und trau­ma­ti­schen Sei­ten von Männ­lich­keit.

Kein neu­er Kul­tur­kampf

In der gleich­na­mi­gen Pu­bli­ka­ti­on zur Aus­stel­lung fin­det sich ein In­ter­view mit der So­zi­al­wis­sen­schaft­le­rin Ju­dith But­ler, de­ren Schrif­ten die Gen­der-Theo­rie mass­geb­lich ge­prägt ha­ben. Dar­in ver­steht sie Ge­schlecht als Er­geb­nis ge­sell­schaft­lich ge­präg­ter Vor­stel­lun­gen. Im In­ter­view ver­weist sie auf die Viel­falt von Männ­lich­kei­ten, die sich in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten von fe­mi­nis­ti­schen und an­ti­mi­li­ta­ris­ti­schen For­men bis hin zu schwu­len und trans Män­nern her­aus­ge­bil­det und da­mit die ver­meint­lich ein­deu­ti­ge De­fi­ni­ti­on von Männ­lich­keit stark her­aus­ge­for­dert hat.

Me­la­nie Büh­ler kommt in die­sem Zu­sam­men­hang auf die re­ak­tio­nä­re Funk­ti­ons­wei­se männ­li­cher Herr­schaft zu spre­chen: «Mit der Ma­nos­phe­re, aber auch weit dar­über hin­aus, er­le­ben wir ge­gen­wär­tig ei­nen re­ak­tio­nä­ren Mo­ment: ei­nen Mo­ment, in dem neue es­sen­tia­lis­ti­sche Vor­stel­lun­gen von Ge­schlecht pro­pa­giert wer­den.»

Sara Sadik: Khtobtogone (still), 2021. 

Sara Sadik: Khtobtogone (still), 2021. 

Die von Büh­ler be­schrie­be­ne Vor­stel­lung, dass es ein ein­deu­ti­ges und un­ver­än­der­li­ches We­sen von «Mann» und «Frau» gibt, ver­bin­det sich mit ei­ner he­te­ro­nor­ma­ti­ven und bio­lo­gi­sie­ren­den Sicht­wei­se auf Ge­schlecht: Männ­lich­keit re­sul­tiert da­bei, weil Män­ner bio­lo­gisch Män­ner sind. Ge­ra­de dar­in zeigt die Aus­stel­lung ei­ne mög­li­che Ver­bin­dung zu rechts­po­pu­lis­ti­schen Grup­pie­run­gen, de­ren po­li­ti­sche und so­zia­le For­de­run­gen auf na­tio­na­ler wie in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne an­sons­ten äus­serst he­te­ro­gen sind. Auf die Ge­schlecht­er­ord­nung als schein­bar grund­le­gends­te al­ler ge­sell­schaft­li­chen Ord­nun­gen kön­nen sie sich den­noch ei­ni­gen. Der Rück­griff auf Ge­schlecht als Ord­nungs­grund­la­ge re­du­ziert da­bei ge­sell­schaft­li­che Kom­ple­xi­tät: Er lässt po­li­ti­sche Dif­fe­ren­zen in den Hin­ter­grund tre­ten und wird so zur pro­pa­gan­dis­ti­schen Ver­ein­fa­chung.

His­to­risch zeigt sich zu­dem, dass auf Er­schüt­te­run­gen pa­tri­ar­cha­ler Ord­nun­gen ein er­star­ken­des Be­dürf­nis nach der Wie­der­her­stel­lung ge­schlecht­li­cher Ord­nung fol­gen kann. Die da­mit ver­bun­de­nen Aus­ein­an­der­set­zun­gen las­sen sich als Kämp­fe um kul­tu­rell ge­präg­te Nor­men, Er­war­tun­gen und Mus­ter le­sen, in de­nen be­stehen­de Vor­stel­lun­gen von Ge­schlecht und so­zia­ler Ord­nung ge­gen eman­zi­pa­to­ri­sche Ver­än­de­run­gen ver­tei­digt wer­den. Dies zeig­te sich et­wa im An­schluss an Krie­ge in der ge­walt­sa­men Wie­der­her­stel­lung männ­li­cher Do­mi­nanz oder in der Re­ak­ti­on an­ti­fe­mi­nis­ti­scher Be­we­gun­gen auf die mo­der­ne Frau­en­be­we­gung ab Mit­te des 19. Jahr­hun­derts. Heu­te wer­den sol­che Dy­na­mi­ken zu­neh­mend al­go­rith­misch ver­brei­tet und durch Grup­pen wie die In­cels («un­frei­wil­lig se­xu­ell Ent­halt­sa­me») oder ver­schie­de­ne MA­GA-Sub­grup­pen po­pu­la­ri­siert.

Auf die­se Lo­gik der Kon­fron­ta­ti­on und Po­la­ri­sie­rung ant­wor­tet die Aus­stel­lung mit ei­ner Öff­nung des Be­griffs von Männ­lich­keit. Männ­lich­keit er­scheint in «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» nicht als ein­heit­li­che Ka­te­go­rie, son­dern als Spek­trum un­ter­schied­li­cher, teils wi­der­sprüch­li­cher For­men und Er­fah­run­gen. Ne­ben den ex­tre­men und do­mi­nan­ten Aus­prä­gun­gen ge­ra­ten so auch je­ne For­men in den Blick, die sich ih­nen ent­zie­hen, sie in­fra­ge stel­len oder sich an ih­ren Rän­dern be­we­gen.


«Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day»: Sams­tag, 3. Ok­to­ber bis Sonn­tag, 24. Ja­nu­ar, Kunst­mu­se­um St.Gal­len; 
Ver­nis­sa­ge: Frei­tag, 2. Ok­to­ber, 18 Uhr. 
kunst­mu­se­umsg.ch

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
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Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Sands Murray Wassink 1996

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
Christina walker foto petra rainer 2026 farbe

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
Peter Kamm Kunst am Bau Erweiterungsbau Paedagogische Hochschule Kreuzlingen

Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

Von René Hornung,
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Nur das Jetzt zählt

Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von Vera Zatti,
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights