Kategorie
Autor:innen
Jahr

Organisierte Schönheit

Zum Internationalen Frauentag: Saiten-Kolumnistin Gülistan Aslan über den weltweit grassierenden patriarchalen Macho-Faschismus und den dringend nötigen universellen Freiheitskampf.
Von  Gastbeitrag , 
Gülistan Aslan, fotografiert von Ladina Bischof.

Der dominante patriarchale Faschismus entwickelt sich nicht nur an unserer Seite weiter, sondern auf der ganzen Welt. Eigentlich ist uns diese Situation durch einen Faschisten wie Erdogan, der die Politik im Lande kontinuierlich über den weiblichen Körper und über die Sexualität erklärt, nicht fremd. Wenn wir uns nun noch ein bisschen mehr aus dem Fenster lehnen, sehen wir da viele weitere Männer im ähnlichen Geiste: von Amerika bis Gambia, von der Türkei bis nach Saudi Arabien. Sie alle haben gemeinsame Nenner: den Hass auf Frauen, die Verherrlichung von Männlichkeit, Nationalismus und einen sexistischen Jargon.

Wenn das alles noch aus Trumps Mund kommt, aus einem Land wie den USA, das die ganze Weltpolitik direkt beeinflusst, können wir sicher sein, dass die Geschichte des Machotums neu verfasst werden möchte. Während seines ganzen Wahlkampfes hat er Frauen erniedrigt, sich über verschiedene Formen von Sexualität lustig gemacht und seinen Sexismus reproduziert. Durch Äusserungen wie: «Grab them by the pussy», «Du kannst eine Frau küssen, auch wenn sie das nicht will» oder «Frauen, die abtreiben, sollten bestraft werden» ist klar, dass wir diese Situation nicht nur als persönlichen Diskurs beschreiben. Ok, Trump denkt so, aber was ist mit den Millionen, die ihm Beifall klatschen? Wo ist die Frauenfeindlichkeit dieser Millionen hinzustecken?

Man muss unbedingt auf die Massenpsychologie, die steigende Aufmerksamkeit und auf die gefährliche Tendenz dieser Neigungen hinweisen, denn sie betreffen die ganze Welt: Es ist nicht nur Trump, auch Putin oder Erdogan transportieren das Bild des faschistischen Mannes, der Kraft und Macht mit Machotum gleichsetzt. Mit dem Brexit und dem Aufstieg der ultra-nationalistischen rechten Parteien in Europa, können wir die Parallelen deutlich sehen. Das bestehende System und die Krisen dieser Welt stehen in direkter Verbindung zum faschistischen, patriarchalen System.

Wir stehen also einem weltweit organisierten patriarchalen Macho-Faschismus gegenüber. Was setzen wir dem entgegen? Die Anti-Trump-Demonstrationen in Amerika und im Rest der Welt sind vielversprechend. Millionen waren auf den Strassen. Vanessa Wruble, eine Aktivistin, Frauenrechtlerin und Mitorganisatorin dieser Demonstrationen, erklärte: «Ja, es geht um Feminismus, aber es ist viel mehr, es geht um die Gleichheit der Menschen. Denn Rassismus und Frauenfeindlichkeit sind nicht etwas, das Trump alleine verkörpert. Trump an der Spitze weckt den schlafenden Riesen.» «Ich bin es satt, gegen Dinge zu protestieren, gegen die die Generation vor mir bereits protestiert hat», sagte eine andere Aktivistin. «Amerika hat mich als Frau aufgegeben, aber ich gebe mich nicht auf».

Diese Äusserungen zeigen uns, wohin der Freiheitskampf der Frauen führen muss: Es braucht globale Bewegungen mit universellem Charakter. Während der aktuellen Chaos-Phase wird entweder die Barbarei oder die Menschlichkeit gewinnen. Eines ist aber sicher: In einer Welt, in der die Frauen aufstehen und sich gegen das organisierte Böse wehren, gegen das Patriarchat, gegen Rassismus und Fundamentalismus, sind sie die organisierte Schönheit.

 

Gülistan Aslan, 1979, ist vor eineinhalb Jahren aus Bitlis (Kurdistan) in die Schweiz gekommen, lebt in Herisau und ist Co-Präsidentin des Demokratischen Kurdischen Gesellschaftszentrum St.Gallen und Teil des kurdischen Frauenbüros für Frieden e.V.. Sie schreibt seit Januar die Stimmrecht-Kolumne in Saiten, die Texte werden aus dem Kurdischen übersetzt.

Dieser Beitrag erschien im Märzheft von Saiten.

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
DSC09196

Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0505 max

Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
DSC02202 Kopie

Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
3 F1 A4812 web

Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
2610 RIO Saalbild

Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0218 max

Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,