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Eine einmalige Geburtstagsparty

Der schönste Moment der Jubiläumsfeier: Stahlberger singen mit Peer Füglistaller (2. von links) und Basil Kehl (2. von rechts) von Dachs, Hannah Bissegger und Anisa Djojoatmodjo von Ikan Hyu (Mitte am Mikrofon), Elio Ricca (4. von links) und Natasha Waters (3. von rechts) den Pixies-Klassiker Where Is My Mind?. (Bild: Kasimir Höhener)

Der schönste Moment der Jubiläumsfeier: Stahlberger singen mit Peer Füglistaller (2. von links) und Basil Kehl (2. von rechts) von Dachs, Hannah Bissegger und Anisa Djojoatmodjo von Ikan Hyu (Mitte am Mikrofon), Elio Ricca (4. von links) und Natasha Waters (3. von rechts) den Pixies-Klassiker Where Is My Mind?. (Bild: Kasimir Höhener)

Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen. 

Die­ses Jahr fei­ert das Kul­tur­fes­ti­val sein 20-Jahr-Ju­bi­lä­um. Und weil sich run­de Ge­burts­ta­ge am schöns­ten mit vie­len Gäs­ten fei­ern, hat das Kul­tur­fes­ti­val di­ver­se Bands und Mu­si­ker:in­nen aus St.Gal­len und der Re­gi­on ein­ge­la­den, die je­weils am Sams­tag und Sonn­tag auf­tra­ten: Stahl­ber­ger, Dachs, Ikan Hyu, Yes I’m Very Ti­red Now, Tü­chel, Ria­na und Owen Ka­ne. 

Je­des Kon­zert dau­er­te ei­ne hal­be Stun­de, die Auf­trit­te folg­ten im Ab­stand von nur we­ni­gen Mi­nu­ten. Für kur­ze Ver­schnauf­pau­sen gab es zwi­schen den Kon­zert­blö­cken DJ-Sets, am ers­ten Tag vom Bier­grüpp­li – ei­ner Grup­pe von Freun­den um die Jungs von Pain­head (die die­sen Frei­tag im Vor­pro­gramm von Pad­dy and the Rats spie­len) – und am zwei­ten von Pa-Tee. Und zum Ab­schluss des ers­ten Ge­burts­tag­tags ver­wan­del­te Pas­cal Glatz ali­as Pa­ge, die ei­ne Hälf­te des Elec­t­ro-Du­os So­da, am Sams­tag­abend den In­nen­hof des Kul­tur­mu­se­ums in ei­nen Open­air-Club. 

Das Li­ne-up die­ses Ju­bi­lä­ums­wo­chen­en­des las sich ge­wis­ser­mas­sen als Spie­gel­bild der mu­si­ka­li­schen Viel­falt, die sich je­des Jahr auch im Pro­gramm des Kul­tur­fes­ti­vals fin­det. Da­zu war es ein in­ter­es­san­ter Quer­schnitt durch die re­gio­na­le Mu­sik­sze­ne. Viel­leicht wä­re es noch in­ter­es­san­ter ge­we­sen, an den bei­den Ta­gen un­ter­schied­li­che Acts auf­tre­ten zu las­sen statt zwei­mal die­sel­ben. Schliess­lich hat die St.Gal­ler Mu­sik­sze­ne in den ver­gan­ge­nen Jah­ren sehr vie­le sehr tol­le Mu­si­ker:in­nen und Grup­pen her­vor­ge­bracht. Den­noch: Es war ei­ne ein­ma­li­ge Zu­sam­men­kunft, die sehr viel Spass mach­te und für ei­ne rund­um ge­lun­ge­ne Ge­burts­tags­fei­er sorg­te.

Die Lü­cke ge­schlos­sen 

Das Ju­bi­lä­ums­wo­chen­en­de er­öff­net am Sams­tag­nach­mit­tag Ria­na. Die Ap­pen­zel­ler Mu­si­ke­rin, die im Herbst ihr De­büt­al­bum Mi söl­be seh ver­öf­fent­lich­te, sorgt für den per­fek­ten Auf­takt. Zu Be­ginn ih­res Auf­tritts brennt die Son­ne di­rekt vor die Büh­ne, wes­halb sich das Pu­bli­kum in den Schat­ten im hin­te­ren Teil des In­nen­hofs zu­rück­zieht, was zu ei­ner gros­sen Lü­cke zwi­schen der Sän­ge­rin und den Be­su­cher:in­nen führt. Den­noch ge­lingt es der Mitt­zwan­zi­ge­rin, den In­nen­hof mit ih­ren ge­fühl­vol­len Pop-Bal­la­den schrump­fen zu las­sen und ei­ne wun­der­ba­re Nä­he zu schaf­fen. Spä­tes­tens bei der En­de Mai ver­öf­fent­lich­ten neu­en Sin­gle Ka­fi Crè­me hat sie das Pu­bli­kum in der Hand.

Riana (alle Konzertbilder: Marcello Engi)

Riana (alle Konzertbilder: Marcello Engi)

Yes I'm Very Tired Now

Yes I'm Very Tired Now

Er­fri­schend wie druck­voll ist der Auf­tritt von Yes I’m Very Ti­red Now, ei­nem Zwi­schen­ding aus So­lo­pro­jekt und Band von Marc Frisch­knecht, der für das Boo­king des Kul­tur­fes­ti­vals zu­stän­dig ist. Die In­te­gra­ti­on von Na­ta­sha Wa­ters (Ge­sang und Vio­li­ne, seit 2023) und Da­vi­de Riz­zitel­li (Syn­ths, seit 2025), die in den Nuller- und Zeh­ner­jah­ren das Elec­tro­pop-Duo Kal­te­hand/Na­ta­sha Wa­ters bil­de­ten und seit ei­ni­ger Zeit als Ma­ma­ri (mit Atil­la Schwei­zer von Mis­sue) Mu­sik ma­chen, trägt be­son­ders viel zu die­ser Fri­sche bei. Sie ge­ben dem dun­kel-küh­len In­die Pop ei­nen neu­en An­strich. Das zeigt sich bei­spiel­haft an äl­te­ren Songs wie Com­mon World oder (vor al­lem) Shi­ning Lights vom 2016 ver­öf­fent­lich­ten De­büt Hi­de & Seek. Und es ist be­ein­dru­ckend zu se­hen und zu hö­ren, wie stark die Band in die­ser neu­en For­ma­ti­on in­zwi­schen zu­sam­men­ge­wach­sen ist. 

Tü­chel mit Gast­sän­ge­rin 

Dass an der Ge­burts­tags­par­ty auch Tü­chel da­bei sind, ver­steht sich fast von selbst. Die St.Gal­ler Ur-Punks sind be­reits vier­mal am Kul­tur­fes­ti­val auf­ge­tre­ten und fei­er­ten hier auch ihr ei­ge­nes 25- und 30-Jahr-Ju­bi­lä­um mit be­son­de­ren Kon­zer­ten. Dies­mal über­ra­schen sie mit ei­ner Gast­sän­ge­rin: Punk­pau­la un­ter­stützt sie bei al­len Songs. Die 19-jäh­ri­ge Mu­si­ke­rin aus Büh­ler ver­öf­fent­licht seit zwei Jah­ren in bes­ter DIY-Ma­nier ih­re Songs, die zwi­schen Grunge und Lo-Fi-In­die chan­gie­ren, und ist im ver­gan­ge­nen Jahr am Ban­dXOst auf­ge­tre­ten. Sie gibt dem schnör­kel­lo­sen Punk­rock ei­ne er­fri­schen­de neue No­te.

Tüchel mit Punkpaula

Tüchel mit Punkpaula

Owen Kane

Owen Kane

Da­nach le­gen Owen Ka­ne ei­ne La­dung Hard Rock nach. Die Band um Sän­ger Urs Schiess, der ei­ni­gen als Bad­meis­ter des Man­nen­wei­ers be­kannt sein dürf­te, be­wegt sich mu­si­ka­lisch zwar vor­nehm­lich auf Pfa­den, auf de­nen Bands wie Black Sab­bath, AC/DC oder Iron Mai­den mar­schiert sind (oder im­mer noch mar­schie­ren), wird aber nie zum Kli­schee. Da­für sind sie zu ei­gen­stän­dig un­ter­wegs und macht ih­re Mu­sik zu viel Spass – ganz of­fen­sicht­lich auch ih­nen selbst. 

Elek­tri­sie­ren­der Auf­tritt von Ikan Hyu 

Ein Er­leb­nis ist der Auf­tritt von Ikan Hyu. Das Duo, des­sen sti­lis­tisch breit­ge­fä­cher­te Mu­sik sich am ehes­ten in der Schnitt­men­ge von Punk, Pop und Elec­t­ro ver­or­ten lässt, passt nur be­dingt in die­se St.Gal­ler Gäs­te­schar, kom­men Anisa Djo­joat­mod­jo und Han­nah Bis­seg­ger doch aus Win­ter­thur re­spek­ti­ve Zü­rich. Bis­seg­ger ist in Mör­schwil auf­ge­wach­sen, ken­nen­ge­lernt ha­ben sich die bei­den Mu­si­ke­rin­nen an der Zür­cher Hoch­schu­le der Küns­te, wo sie im Be­reich Pop ih­ren Mas­ter in E-Gi­tar­re (Djo­joat­mod­jo) und Ge­sang (Bis­seg­ger) mach­ten. Ihr Kon­zert ist wohl ein Ge­schenk des Kul­tur­fes­ti­vals an die Be­su­cher:in­nen – und an sich selbst. «Was Anisa Djo­joat­mod­jo und Han­nah Bis­seg­ger live auf die Büh­ne brin­gen, bläst ei­nen weg», schrieb der «Ta­ges-An­zei­ger» über die­se «mu­si­ka­li­sche Aus­nah­me­erschei­nung». Das be­stä­ti­gen Ikan Hyu am Sams­tag­abend: Ihr Auf­tritt ist en­er­gie­ge­la­den, in­ten­siv, ein­neh­mend. Djo­joat­mod­jo spielt haupt­säch­lich ei­nen Hy­brid aus E-Gi­tar­re und Key­board, Bis­seg­ger Schlag­zeug, bei­de sin­gen, ab­wech­selnd oder zu­sam­men. Wie steil die Span­nungs­kur­ve an ih­rem Kon­zert in die­ser ver­gleichs­wei­se kur­zen Zeit steigt, ist be­ein­dru­ckend. 

Ikan Hyu

Ikan Hyu

Dachs

Dachs

Ein sehr dich­tes Set spie­len auch Stahl­ber­ger. Dar­in fin­den sich fast aus­schliess­lich druck­vol­le­re, schwe­re­re Stü­cke wie Bö­si Wo­nig, Rund­ume Rand, Abghenkt oder die im­mer wie­der aufs Neue um­wer­fen­de Live-Ver­si­on von Über Nacht isch en Sturm cho. Gleich­zei­tig hat ihr Kon­zert ei­ne Er­ha­ben­heit, die man bei Schwei­zer Bands nur sel­ten fin­det. Mit wel­cher Sou­ve­rä­ni­tät und wel­chem blin­den Ver­ständ­nis die fünf Mu­si­ker mit­ein­an­der in­ter­agie­ren, ist ei­ne Klas­se für sich. 

Den Kon­zert-Ab­schluss des ers­ten Abends macht Ba­sil Kehl ali­as Dachs, live mit Peer Füg­lis­tal­ler. Ob mit dem «klei­nen Hit» Beat Breu von 2019 oder den ein­gän­gi­gen In­die-Pop-Songs aus dem En­de 2025 er­schie­ne­nen neu­en Al­bum I wöt mir sel­ber is Gsicht chot­ze wie Es reimt sich uf, Hal­lo Mue­ter oder Kom­men­tar­spal­te, Dachs mar­kie­ren den gan­zen In­nen­hof des Kul­tur­mu­se­ums als ihr Re­vier. Die Stim­mung ist aus­ge­las­sen, das Pu­bli­kum singt und tanzt mit. 

Zeit­rei­se ins Grün­dungs­jahr – oder noch wei­ter zu­rück 

Für die­ses spe­zi­el­le Wo­chen­en­de be­ka­men al­le Acts auch ei­ne be­son­de­re Auf­ga­be: Sie soll­ten ei­nen Song aus dem Jahr 2005 co­vern, als das Kul­tur­fes­ti­val erst­mals statt­fand, wo­bei die zeit­li­che Ein­gren­zung hie und da um ein, zwei Jah­re aus­ge­dehnt wird. Ria­na spielt Sud­den­ly I See von KT Tunstall. Die­ser Song sei in je­nem Som­mer oft im Ra­dio ge­lau­fen, wenn sie als Kind mit der Mut­ter von Ap­pen­zell nach Teu­fen oder Wid­nau in die Ba­di ge­fah­ren sei. Yes I’m Very Ti­red Now spie­len ei­ne gross­ar­ti­ge Ver­si­on von Daft Punk Is Play­ing At My House von LCD Sound­sys­tem, Ikan Hyu neh­men sich An­na Mol­ly von In­cu­bus vor, Owen Ka­ne bau­en mit Mr. Brights­ide von The Kil­lers und Best Of You von den Foo Figh­ters gleich zwei Co­ver­songs in ihr Set ein und Dachs spie­len – ge­mein­sam mit Elio Ric­ca, dem «se­xiest boy aus St.Gal­len», wie Ba­sil Kehl sagt – It’s My Life «von No Doubt», das Kehl als Jung­dachs im Mu­sik-TV ge­schaut ha­be (und das sei­ner­seits ein Co­ver des Talk-Talk-Hits von 1984 ist). 

Die un­kon­ven­tio­nells­te Wahl tref­fen Tü­chel mit ih­rer Co­ver­ver­si­on von Durch den Mon­sun von To­kio Ho­tel. Ge­ra­de bei die­sem Track er­weist sich Punk­pau­la als Glücks­griff: Sie über­nimmt den Lead beim Ge­sang, bil­det mit Mat­thi­as «Dop­pel­me­ter» Ho­wald ein so un­ter­schied­li­ches wie coo­les Duo und bü­gelt die ei­ne oder an­de­re stimm­li­che Un­ge­nau­ig­keit des Sän­gers aus. 

Stahlberger

Stahlberger

Pascal Glatz alias Page vom Electro-Duo Soda

Pascal Glatz alias Page vom Electro-Duo Soda

Auch Stahl­ber­ger hät­ten die­sen Song ger­ne ge­spielt, Tü­chel sei­en ih­nen je­doch zu­vor­ge­kom­men, sagt Ma­nu­el Stahl­ber­ger. Al­so hät­ten sie ei­ne an­de­re Band mit T ge­wählt: To­co­tro­nic. Ih­re In­ter­pre­ta­ti­on von Aber hier le­ben, nein dan­ke ist schlicht gross­ar­tig. Nicht nur, weil der Song in Zei­ten zu­neh­men­der rech­ter Strö­mun­gen auch heu­te brand­ak­tu­ell ist, son­dern auch, weil die fünf Mu­si­ker der oh­ne­hin trei­ben­den Mu­sik zu­sätz­li­chen Dri­ve ge­ben. 

Ein be­son­de­res Ge­burts­tags­ständ­chen  

Ei­ner der schöns­ten Mo­men­te die­ses Ge­burts­tags­fests ist schliess­lich, als Stahl­ber­ger, die ih­ren Auf­tritt mit dem Co­ver ei­nes In­stru­men­tal­stücks von Air er­öff­ne­ten, zu­sam­men mit Na­ta­sha Wa­ters, Dachs, Ikan Hyu und Elio Ric­ca, der am Frei­tag im Vor­pro­gramm von Balthvs auf­ge­tre­ten war, den Pi­xies-Klas­si­ker Whe­re Is My Mind? in ei­ner Dia­lekt­ver­si­on spie­len. Die­ser geht zwar aufs Jahr 1988 zu­rück, sei aber erst vor 20 Jah­ren po­pu­lär ge­wor­den, wie Ma­nu­el Stahl­ber­ger flun­kert. Es ist ge­wis­ser­mas­sen ein kol­lek­ti­ves Ge­burts­tags­ständ­chen für die­ses schö­ne, sorg­fäl­tig pro­gram­mier­te Fes­ti­val, das sei­nem Pu­bli­kum vie­le un­ver­gess­li­che Mo­men­te be­schert und im­mer wie­der Kon­zer­te prä­sen­tiert hat, die ei­nem im bes­ten Sin­ne den Ver­stand rau­ben kann. 

Der Innenhof des Kulturmuseums

Der Innenhof des Kulturmuseums

Und das auf und ab­seits der Büh­ne di­ver­se Ge­schich­ten ge­schrie­ben hat: Zwi­schen den Kon­zer­ten er­zäh­len Cé­li­ne Fuchs und Ri­chi Küt­tel An­ek­do­ten aus den 20 Aus­tra­gun­gen. Et­wa als Russ­ka­ja 2010 nach ih­rem Auf­tritt das Ho­tel­zim­mer aus­ein­an­der­nah­men, wes­halb die Mu­si­ker:in­nen des Kul­tur­fes­ti­vals bis heu­te dort nicht mehr will­kom­men sind. Als A Few Good Men 2007 vor und wäh­rend ih­rem Kon­zert der­mas­sen be­cher­ten, dass bloss «a few men» üb­rig­blie­ben und nur die Hälf­te der zwölf­köp­fi­gen Band die­ses zu En­de spie­len konn­te. Oder als sich 2008 beim Kon­zert von Bauch­klang we­gen der Bäs­se die Aus­stel­lungs­ge­gen­stän­de im Kul­tur­mu­se­um ver­scho­ben, was bei des­sen Ver­ant­wort­li­chen zur Fra­ge ge­führt ha­be, ob das Kul­tur­fes­ti­val über­haupt wei­ter­hin statt­fin­den kön­ne. Es konn­te, bis heu­te – zum Glück. Auf wei­te­re 20 Jah­re! 


kul­tur­fes­ti­val.ch

Ein ziem­lich ab­ge­fah­re­nes Ding

Seit zehn Jah­ren gibt es die Re­si­den­cy in der Bi­blio­thek An­dre­as Züst im Al­pen­hof, die­sem so schwer zu fas­sen­den Ort in In­ner­rho­den. Der run­de Ge­burts­tag wird nun mit ei­nem viel­fäl­ti­gen Fes­ti­val ge­fei­ert.

Von Hanspeter Spörri,
Alpenhof bibliothek andreas zuest residency

Ein künst­le­ri­sches Ge­ne­ra­tio­nen­tref­fen

Be­vor die Kunst­hal­le St.Gal­len im De­zem­ber we­gen Um­bau­ar­bei­ten vor­aus­sicht­lich bis April 2027 schliesst, dreht sie noch­mals voll auf. In der Aus­stel­lung «House of Ch­an­ge: Pre-Con­s­truc­tion-Warm-Up-Ga­lo­re» prä­sen­tiert sie im lau­fen­den Mo­nat ein dich­tes, bun­tes Pro­gramm an Kunst und Kul­tur.

Von Larisa Baumann,
House of change larisa baumann 1

Zwi­schen Kunst und Kör­per 

In der Aus­stel­lung «Smi­le ma­nia­cal­ly we’re ali­ve» ver­bin­det Ja­la Wa­hid schein­bar ge­trenn­te Wel­ten. Sie schlägt dar­in ei­ne Brü­cke zwi­schen Er­in­ne­rung, Emo­ti­on, Wis­sen­schaft und Po­li­tik. 

Von Sieglinde Wöhrer,
Jala Wahid Smile maniacally were alive Sieglinde Woehrer

Ver­ei­nig­te Kul­tur­sze­ne pro­tes­tiert ge­gen den Spar­ham­mer

Die er­neu­ten Spar­vor­schlä­ge der St.Gal­ler Re­gie­rung stos­sen auf brei­te Ab­leh­nung. Die Kul­tur­sze­ne so­li­da­ri­siert sich ge­gen die Ab­bau­plä­ne. Die Kul­tur­lob­by hat sich in Stel­lung ge­bracht. Obs hilft?

Von Roman Hertler,
2611 Kulturgelder gaffa rappenspalter 2 farbe

Kunstausstellung

Mut­ter­schaft in Öl ge­fasst

Von Vera Zatti,
Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

Ei­gent­lich woll­te Zsuz­san­na Gah­se kei­ne Bü­cher mehr schrei­ben. Nun hat sie mit An­ge­rich­tet ihr Werk doch noch ein­mal er­wei­tert. Ih­re Spra­che dar­in bleibt neu­gie­rig, hu­mor­voll und spie­le­risch. Und wirkt fast wie ein Kom­men­tar zum ei­ge­nen li­te­ra­ri­schen Schaf­fen.

Von Michael Lünstroth,
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Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel

Ana­ly­se des müt­ter­li­chen Wahn­sinns

Von Veronika Fischer,

Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

Von Peter Surber,
01 Jakob Stutz 11 cut

Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

Von SENF Kollektiv,
Senf

«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
Gu Kas Pa Ro 26 385960 Email Orginal 2