Das Kulturfestival St.Gallen feiert, yay! Doch es beschenkt nicht etwa nur sich selber (mit 24 Bands aus 14 Ländern), sondern gleich die ganze Stadt, beziehungsweise all jene, die sich zwischen dem 30. Juni und dem 18. Juli in den Innenhof des Historischen und Völkerkundemuseums wagen.
Nie ist es dort so heimelig wie in diesen drei Wochen des Jahres. Nicht zuletzt auch dank der bewährten Mischung aus World Music, Jazz, Electronica, Appenzeller Bier und Freiluft- Feeling. Sie beweist: Man muss nicht immer jede Band in- und auswendig kennen, damit sich der Eintritt auch tatsächlich lohnt.
Boubacar Traoré
Eröffnet wird das Jubiläums-Festival mit Afrobeats, Soul und Funk von Jupiter & Okwess International aus dem Kongo. Später am Abend dann trommelt die Formation Mbarakan das Publikum durch die saftigen Landschaften Westafrikas. Aus einer ganz ähnlichen Ecke stammt auch Boubacar Traoré, der 73-jährige «Grandseigneur des Mali-Blues», der am Dienstag darauf St.Gallen beehrt.
Y’akoto
Y’akoto, die bereits zum zweiten Mal am Kulturfestival ist, sorgt ebenfalls für eine zünftige Portion African Vibes im Stadtpark. Die deutsch-ghanaische Soul-Bombe ist am Samstag, 11. Juli zu sehen und hören. Ausklingen lassen kann man den Abend dann zum Ostschweizer Synthie-Pop von Ana Scent. Oder an der After-Party in der Baracca Bar.
Wo wir grad bei den Residents sind: Flieder sind dabei, Missue sind dabei, Herr Bitter (mehr dazu hier), Drops, Buzz und auch der Klangforscher, der natürlich nicht fehlen darf. Doch der Reihe nach. Flieder spielt am 2. Juli nach Aron Ottignon. Der neuseeländische Jazz-Pianist wird von Gambrinus Jazz plus präsentiert und dürfte, ähnlich wie letztes Jahr Nils Petter Molvaer an der Trompete, eines der Highlights werden.
Tags darauf dürfen die Drops bereits das nächste supporten: The Fat Bastard Gang Band. Die irren Franzosen servieren so lange Balkanbeats, Ska und Gitarren, bis auch das letzte Tanzbein schwingt. Passend dazu: KAL aus Belgrad am 9. Juli oder der Electric Swing Circus aus Birmingham am 17. Juli.
Ähnlich tanzbar, aber nicht gar so analog geht es am Freitag davor zu und her. Dann, wenn Missue und die wunderbaren britischen Elektropopper von Zoot Woman aufspielen. Und zum Schluss noch das Extra-Schmankerl: FM Belfast (auf dem Titelbild) und Marko Tomovic alias Klangforscher, samt Afterparty im Øya – ein Muss für alle, die es elektronisch mögen.
Kulturfestival 2015: 30. Juni bis 18. Juli, im Innenhof des Historischen und Völkerkundemuseums St.Gallen. Infos: kulturfestival.ch
Dieser Text erschien im Saiten-Sommerheft.
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