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Die unverzichtbaren Sommertipps – Teil 4

Emma Kunz’s Grotte, 2024. Öl auf Leinwand, 90 × 125 cm. Noemi Pfister, 1991, aus Locarno, lebt und arbeitet in Basel. Sie hat Fine Arts in Basel und Genf studiert. In ihrer Malerei verbindet Pfister kunsthistorische Motive mit Popkultur und dem kollektiven Bildgedächtnis. Traumartige Landschaften werden von rätselhaften Figuren bevölkert, deren Körper zwischen Spiel, Erschöpfung und Kontemplation oszillieren. Durch die Verbindung des Vertrauten mit dem Unheimlichen erkundet ihre Arbeit mögliche Formen von Gemeinschaft und Koexistenz.

Emma Kunz’s Grotte, 2024. Öl auf Leinwand, 90 × 125 cm.
 

Noemi Pfister, 1991, aus Locarno, lebt und arbeitet in Basel. Sie hat Fine Arts in Basel und Genf studiert. In ihrer Malerei verbindet Pfister kunsthistorische Motive mit Popkultur und dem kollektiven Bildgedächtnis. Traumartige Landschaften werden von rätselhaften Figuren bevölkert, deren Körper zwischen Spiel, Erschöpfung und Kontemplation oszillieren. Durch die Verbindung des Vertrauten mit dem Unheimlichen erkundet ihre Arbeit mögliche Formen von Gemeinschaft und Koexistenz.

Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.

Kunst 

Ver­grä­men und Ver­füh­ren

«Mu­sik wird oft nicht schön ge­fun­den, weil sie stets mit Ge­räusch ver­bun­den», reim­te Wil­helm Busch und nahm vor­weg, was heu­te ein gän­gi­ger Me­cha­nis­mus ist: An öf­fent­li­chen Plät­zen wird Klas­sik ab­ge­spielt, um Men­schen den Auf­ent­halt zu ver­lei­den – Pas­sie­ren er­laubt, Blei­ben un­er­wünscht. Cy­prien Gail­lard wid­met sol­chen und an­de­ren Ab­wehr­stra­te­gien ei­nen 35-mm-Film, ko­pro­du­ziert von der Mai­län­der Fon­da­zio­ne Pra­da und dem Kunst­haus Bre­genz. Dort zeigt er ihn jetzt in ei­ner Ein­zel­aus­stel­lung. In de­ren Zen­trum stellt der Fran­zo­se die Le­gen­de vom Rat­ten­fän­ger zu Ha­meln und the­ma­ti­siert da­mit Ver­füh­rung und Ver­fall, Macht und Ma­ni­pu­la­ti­on. Er lässt ei­ne rie­si­ge, auf­blas­ba­re Fi­gur zu den Klän­gen des Kil­lasan Sound­sys­tems tan­zen; er in­stal­liert hin­ter der Glas­fas­sa­de des Kunst­hau­ses ei­ne Schutt­rut­sche; er prä­sen­tiert sehr per­sön­li­che Po­la­roids von den Rän­dern und Brenn­punk­ten der Städ­te. Al­ler­dings muss für die­se en­ga­gier­te Schau das Emp­fangs­team ins Un­ter­ge­schoss ab­tau­chen: Platz da für die Kunst! (Kris­tin Schmidt)

Cy­prien Gail­lard – «When you ex­pect flu­tes, it whist­les»: bis Sonn­tag, 4. Ok­to­ber, Kunst­haus Bre­genz.
kunst­haus-bre­genz.at

 

Das Zu­sam­men­spiel von Wort und Bild

Tex­te las­sen Bil­der ent­ste­hen und aus Vor­stel­lun­gen wer­den Be­grif­fe. Doch wann und wie ge­schieht das? Wie wir­ken Wort- und Bild­spra­che in­ein­an­der? Wie sie sich be­din­gen, ver­stär­ken oder er­gän­zen, ver­an­schau­licht die Aus­stel­lung «Komm Glüückck» im Open Art Mu­se­um in St.Gal­len. Ge­dan­ken, Grüs­se, Ge­dich­te und Er­zäh­lun­gen, Schrift­gra­fi­ken und Bild­ge­schich­ten so­wie kon­zep­tu­el­le Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Spra­che und Wort­schät­zen be­schäf­ti­gen sich mit der Wir­kung und Ent­ste­hung von Bild und Schrift. Wo Bil­der mehr­deu­tig sind und oft in­tui­tiv funk­tio­nie­ren, kann das Wort prä­zi­sie­ren und kon­kret wer­den. Vre­ni Mül­ler ar­bei­tet bei­spiels­wei­se mit Schrift­gra­fi­ken, bei Ja­kob Morf grei­fen Schrif­ten und Bild­ele­men­te rhyth­misch in­ein­an­der. Ro­se­ma­rie Koc­zÿ setzt sich in ih­ren Le­bens­bü­chern und Ge­mäl­den mit den jü­di­schen Op­fern der NS-Herr­schaft aus­ein­an­der, Ja­kob Greu­ter über­setzt auf­ge­le­se­ne Zei­tun­gen in Zeich­nun­gen, ei­ne Werk­grup­pe wid­met sich der Art Pos­tal, al­so fan­ta­sie­vol­len Brie­fen und Post­kar­ten. (Ju­dith Schuck)

«Komm Glüückck»: bis Sonn­tag, 18. Ok­to­ber, Open Art Mu­se­um, St.Gal­len.
open­art­mu­se­um.ch

 

Li­te­ra­tur

Ein epi­sches Feu­er­werk an Ein­füh­lung

Der bri­ti­sche Ro­man­cier und Pop-Ly­ri­ker Je­re­my Reed fas­zi­nier­te die Le­ser­schaft be­reits mit ex­plo­si­ven Ro­ma­nen über Rim­baud oder Shake­speare. Nun legt die Kult-Über­set­ze­rin Po­ciao das im Ori­gi­nal noch nicht er­schie­ne­ne Bio­pic You On­ly Die Twice nach: Du stirbst nur zwei­mal – Ein Syl­via Plath-/Vic­to­ria Lu­cas-Ro­man. Der Slash zeigt be­reits die mul­ti­per­spek­ti­vi­sche Art an, in wel­cher Reed das Le­ben und Schaf­fen der US-ame­ri­ka­ni­schen Dich­te­rin Syl­via Plath (1932–1963) auf­fal­tet – ist Vic­to­ria Lu­cas doch das Pseud­onym, un­ter dem die­se Ly­ri­ke­rin ih­ren ein­zi­gen Ro­man The Bell Jar (Die Glas­glo­cke) ver­öf­fent­lich­te. Syl­via Plaths kur­zes Le­ben war ge­prägt von psy­chi­scher In­sta­bi­li­tät, Auf­ent­hal­ten in Kli­ni­ken, Sui­zid­ver­su­chen, Me­di­ka­men­ten­miss­brauch und der to­xisch en­den­den Be­zie­hung zu ih­rem Ehe­mann, dem bri­ti­schen Poe­ten Ted Hug­hes. Reed zieht span­nen­de Par­al­le­len zu Ma­ri­lyn Mon­roes und Ar­thur Mil­lers Ehe: Hug­hes wie Mil­ler woll­ten ih­re krea­ti­ven, sen­si­blen Frau­en do­mi­nie­ren und bei­de miss­ver­stan­den sie gründ­lich. Ein epi­sches Feu­er­werk an Ein­füh­lung! (Flo­ri­an Vetsch)

Je­re­my Reed: Du stirbst nur zwei­mal – Ein Syl­via Plath-/Vic­to­ria Lu­cas-Ro­man. Bil­ger­ver­lag, Zü­rich 2026.
bil­ger­ver­lag.ch

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Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 4

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 4: Cy­prien Gail­lard – «When you ex­pect flu­tes, it whist­les», «Komm Glüückck» und Je­re­my Reeds Buch Du stirbst nur zwei­mal – Ein Syl­via Plath-/Vic­to­ria Lu­cas-Ro­man.

Von  Redaktion Saiten
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Kolumne: Heppelers Bestiarium

Flip­per im Mi­li­tär­dienst

Von  Jeremias Heppeler

Bad­hüt­te Ror­schach: Re­kon­struk­ti­on bis zum Tür­schar­nier

Die Bau­plä­ne sind ge­zeich­net, das Bau­ge­such liegt zur Vor­prü­fung bei der Stadt – doch noch ist ei­ni­ges rund um den Wie­der­auf­bau der Ror­scha­cher Bad­hüt­te zu klä­ren. Was pas­siert zum Bei­spiel mit all den an­ge­ros­te­ten und teils ver­bo­ge­nen Schar­nie­ren, Schlös­sern und an­de­ren Ei­sen­tei­len, die die Tau­cher aus dem See her­auf­ge­bracht ha­ben?

Von  René Hornung
Badhuette rorschach

«Sie wis­sen, dass ih­nen Ge­fäng­nis oder der Tod droht, wenn sie an Pro­tes­ten teil­neh­men. Und sie tun es trotz­dem.»

Moh­sen Ma­sou­di ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz ge­flo­hen. Heu­te lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Op­po­si­ti­on. Er er­zählt, war­um es die Schlies­sung der ira­ni­schen Bot­schaft braucht und was sich mit den Pro­tes­ten An­fang Jahr ver­än­dert hat.

Von  Matthias Fässler , Bilder:  Sara Spirig
260708 Redeplatz Mohsen Masoudi

Ein Pi­ra­ten­schiff am Bo­den­see­ufer

Das See-Burg­thea­ter macht aus sei­ner Pi­ra­tin­nen­ge­schich­te Die Le­gen­de von An­ne Bon­ny ein akro­ba­ti­sches Spek­ta­kel vom Feins­ten. Bei al­ler Som­mer­thea­ter-Leich­tig­keit hät­te man aber doch ein biss­chen mehr Eman­zi­pa­ti­ons­ge­schich­te er­war­tet.  

Von  Maria Schorpp
Piratencrew Bildnachweis Ilja Mess

Ei­ne ein­ma­li­ge Ge­burts­tags­par­ty

Zu sei­nem 20. Ge­burts­tag hat das Kul­tur­fes­ti­val am Wo­chen­en­de Bands aus St.Gal­len und der Re­gi­on zu ei­nem zwei­tä­gi­gen Kon­zert­fest ein­ge­la­den. Die­ses war so viel­fäl­tig wie ge­lun­gen – auch we­gen der Idee, Co­vers aus der Grün­dungs­zeit des Fes­ti­vals in die Sets ein­zu­bau­en. 

Von  David Gadze
Kulturfestival 20 Jahre Jubilaeum 2026 Kasimir Hoehener

Bregenzer Festspiele

Mehr als die See­büh­ne: Ent­de­ckun­gen an den Bre­gen­zer Fest­spie­len

Von  Nathalie Grand
Pressetag broucek anjakoehler 260236

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 3

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 3: «Was der Kai­ser noch sah», Olaf Breu­ning – «Hu­mans» und Oria­na Bruseghi­ni  – Das ver­las­se­ne Ret­tungs­boot. 

Von  Redaktion Saiten
260708 Sommertipps Colazione Sull Erba Pfister Noemi copy

Von Mo­de und Kör­pern

Wie setzt Fo­to­gra­fie Mo­de in Sze­ne? Und wer fo­to­gra­fiert da­bei ei­gent­lich wen? Das Tex­til­mu­se­um St.Gal­len gibt mit «Mi­se en Scè­ne» Ein­bli­cke in 120 Jah­re Mo­de­ge­schich­te. Es ist die letz­te Schau vor dem Mu­se­umsum­bau. 

Von  Vera Zatti
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«Ich ma­che das für al­le, die auf ei­nen Ent­scheid war­ten.»

Seit elf Ta­gen be­fin­det sich Ve­lat Ay­din vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in St.Gal­len im Hun­ger­streik. Im Ge­spräch mit Sai­ten er­zählt der Kur­de, wo­her er kommt und wes­halb po­li­ti­scher Ak­ti­vis­mus so wich­tig ist.

Von  Daria Frick
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Lus­ti­ges Mas­sen­ar­ten­ster­ben

Die St.Gal­ler Fest­spie­le sind vor­bei. Oper war in­door, draus­sen im Stadt­park spiel­te die End­zeit­ko­mö­die Pla­net B. Näh­me man die Bot­schaft des Stücks ernst, müss­te die Fest­spiel-Oper auch künf­tig res­sour­cen­scho­nend drin­nen blei­ben.

Von  Peter Surber
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Zwi­schen Pon­gal und Turn­ver­ein

Sin­du­jan* lebt schon sein gan­zes Le­ben in der Schweiz. Die Ein­bür­ge­rung ist fast ab­ge­schlos­sen, war aber mit ho­hen Kos­ten und ei­nem un­an­ge­neh­men Ge­spräch ver­bun­den.

Von  Andi Giger
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Ei­ne kur­ze In­dus­trie­ge­schichg­te des Sit­ter­tals

Be­vor die Kunst Ein­zug hielt, war das Sit­ter­tal in­dus­tria­li­siert. Hier wur­de ge­stickt, ge­wirkt, ge­färbt, mer­ceri­siert – aber auch ge­streikt und ge­liebt.

Von  István Scheibler
260708 Sitterwerk Industriegeschichte Das Sittertal zu Zeiten der Motorenstickerei Rittmeyer Staatsarchiv W 054 51 D 8

Kolumne: Stimmrecht

Wer ist die ukrai­ni­sche Dia­spo­ra?

Von  Liliia Matviiv

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 2

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 2: Ki­nok-Open-Air, So­lar­ki­no, Chris­ta Nä­her – «Ex­cess», Li­ving Mu­se­um, Pool­bar Fes­ti­val, Die Le­gen­de von An­ne Bon­ny und SP-Spa­zier­gän­ge. 

Von  Redaktion Saiten
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Wie ein Fisch im Was­ser

In der Kunst­ka­bi­ne bei der St.Le­on­hard-Brü­cke in St.Gal­len stel­len bis Sep­tem­ber vier Per­so­nen mit Be­ein­träch­ti­gung ih­re Kunst aus. Den An­fang macht Son­ja Lip­pu­ner mit ih­rer «Roll­stuhl­kunst».

Von  Roman Hertler
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«Kul­tur ist nicht de­mo­kra­tisch, aber zen­tra­le Grund­la­ge der De­mo­kra­tie»

Die Kunst­gies­se­rei St.Gal­len und die Stif­tung Sit­ter­werk strah­len weit über die Re­gi­on hin­aus. Fe­lix Leh­ner, Grün­der und Lei­ter der Kunst­gies­se­rei, Ge­schäfts­lei­tungs­mit­glied Till Jäck­li so­wie Pa­tri­cia Hart­mann, Co-Lei­te­rin der Stif­tung Sit­ter­werk, spre­chen im In­ter­view über die letz­ten 40 Jah­re, ak­tu­el­le Her­aus­for­de­run­gen und Zu­kunfts­plä­ne.

Von  Daria Frick  und  David Gadze
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«Schwei­gen gibt der Ge­walt Raum»

Ge­schlech­ter­spe­zi­fi­sche Ge­walt ist auch in Ap­pen­zell Rea­li­tät, und doch wird zu we­nig dar­über ge­re­det. Mit der Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung «we­r­om – schwät­ze statt schwi­ige» lu­den drei jun­ge Ap­pen­zel­le­rin­nen zum of­fe­nen Aus­tausch über Ge­walt, Prä­ven­ti­on und Zi­vil­cou­ra­ge.

Von  Marion Loher
Werom 4

Wenn Hei­mat flim­mert

Hei­mat – ein viel­schich­ti­ger Be­griff. Das Kunst­mu­se­um St.Gal­len spürt ihm ge­mein­sam mit der Werk­samm­lung der Schwei­ze­ri­schen Post nach. Zu se­hen ist die ent­stan­de­ne Schau «Hei­mat­flim­mern» bis En­de Ok­to­ber in St.Gal­len.

Von  Lisa Steurer
Ausstellungsansicht stian Stadler 1

Jung­brun­nen für den Dom

Die St.Gal­ler Fest­spie­le la­den, nach der letzt­jäh­ri­gen Pau­se, wie­der zum Tanz in die Ka­the­dra­le. Cho­reo­graf An­to­nio Ruz und die Tanz­kom­pa­nie neh­men den Raum mit Re­spekt in Be­schlag – samt dem Klos­ter­platz.

Von  Peter Surber
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