WG gaffen
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
11 Leute wohnen zusammen im Heiligkreuzquartier (Bild: SRF/pd)
Was mit der neuen Lounge aus Europalletten geschehen soll, ist noch nicht ausdiskutiert. In der Loggia im Garten wäre Platz, doch Katrin lagert dort ihr Gartenwerkzeug. «Do chönd ihr jo nöd eifach alles fortschmeisse», protestiert sie. Früher arbeitete sie auf Baustellen und weiss deshalb: Ohne etwas Lärm ist noch nie ein Haus entstanden. Die WG bespricht weiter, es zeichnet sich eine Lösung ab. Schliesslich wird ein Schrank umplatzierst, ein paar Bretter entsorgt, die Schaufeln, Rechen, Hacken und Besen an die Wand gehängt. Die Lounge hat nun prima Platz auf der linken Hälfte der Loggia.
Wer selbst mit Freund:innen zusammenwohnt, weiss, dass das WG-Leben durchaus Konfliktpotenzial mit sich bringt. Und auch wenn es in der 11er-WG im St.Galler Heiligkreuzquartier mehrheitlich friedlich zu und her geht, kommt es bei so vielen unterschiedlichen und teils widersprüchlichen Bedürfnissen auch mal zu Spannungen. Bibi und Luca, die selbst in der porträtierten WG wohnen, dokumentieren das Gewusel über Monate hinweg mit der Kamera.
In der ersten Folge der neuen SRF-Wohnsendung Für immer und WG werden alle Bewohner:innen kurz vorgestellt. Ueli, Katrin, Luke, Simon, Sabrina, Evi, Simone, Luca und Bibi. Ein Zimmer ist frei, weswegen am Anfang der Serie nur zehn Personen in der WG wohnen. Uiuiui, was für ein Durcheinander, könnte man denken. Die Verwechslungsgefahr bei den Namen mit Luke und Luca oder Simone und Simon macht es nicht einfacher. Doch rasch wird entwirrt. Es wird klar: Ueli, Katrin und Luke sind die Hauptfiguren.
Bibi und Luca entlocken ihren Mitbewohnenden immer wieder überraschende und unverblümte Statements. Besondere Main-Character-Energy hat Katrin, die immer wieder auf den Tisch haut. Das «Sprech-Eichhörnchen», das bei der grossen WG-Sitzung zum Einsatz kommt, um zu verhindern, dass alle gleichzeitig reden, findet sie Kindergarten. «Manchmal bin ich halt aufbrausend», erklärt sie sich.
WG-Sitzung ohne Eichhörnchen (Bild: SRF/pd)
Ueli, der Hauptmieter, wird als «Sibesiech» vorgestellt. Es scheinen alle Fäden bei ihm zusammenzulaufen. Wobei er auf keinen Fall Chef sein will – und es ziemlich sicher auch nicht ist. Auch er ist hie und da froh, wenn die andern ihm aus der selbst verschuldeten Patsche helfen. Er kreierte animierte Illustrationen, die die Serie immer wieder auflockert.
Was von Beginn weg deutlich wird: Die WG ist bedroht. Über dem Haus schwebt ein böser Immohai, der dieses am liebsten abbrechen und durch neue Blöcke ersetzen will. Doch das Thema wird rasch wieder vergessen, die «Christbaumsammlete» steht an. Bei jedem Geburtstag und jedem Gartenfest wird ein Christbaum angezündet, so will es die WG-Tradition. Deswegen ist das Sammeln der Christbäume das erste Highlight im Jahr. Mit vollbeladenen Velos kurven sie durch das Quartier und suchen die saftigsten Bäume. Unterlegt ist die Szene mit witzigem Tuba-Gebrumm. Musikalisch trifft die Serie immer wieder ins Schwarze. Luke, der zur Gitarre singt, Luca an der Handorgel oder das St.Galler Pop-Duo Dachs mit Büzlä sind zu hören. Alles immer locker-flockig und mit Feel-Good-Vibes.
Nach enttäuschenden SRF-Wohnsendungen wie «Wer wohnt wo» oder «Wie wir wohnen» liefert das Schweizer Radio und Fernsehen somit endlich eine Wohnsendung mit Binge-Faktor. Wenn auch die anderen Sendungen in Sachen Interiordesign die Nasen meist (nicht immer) vorn haben: In Für immer und WG geht es am Ende nicht um Wohn-, sondern Lebensfragen. Und die sind im Heiligkreuzquartier nachvollziehbar.
Für Immer und WG: ab Freitag, 28. August auf Play SRF und im TV auf SRF 1 jeweils freitags um 21.00 Uhr.
In der alten Bäckerei an der Oststrasse 5 in St.Gallen haben sich in den letzten Monaten rund ein Dutzend Kunstschaffende eingemietet. Die Stadt erhält damit ein neues Atelierhaus – und bekommt für die unbewohnbar gewordenen Räumlichkeiten sogar noch Miete.
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St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.