Auf See im Parkhaus
Mitte September zeigt der St.Galler Chor Inscriptum das Stück des norwegischen Dramatikers Jon Fosse Ich bin der Wind als Musiktheater im Parkhaus Central.
Der St.Galler Chor Inscriptum (Bild: pd)
Ein Segelboot mit zwei Männern an Bord gleitet vor der Küste durch das Wasser. Die beiden Männer ringen miteinander. Einer möchte verschwinden, sich auflösen. Der andere versucht, gerade das zu verhindern. Nach einer Pause an Land stechen sie wieder in See und das Ringen beginnt erneut.
Ich bin der Wind oder Eg er vinden, heisst das Theaterstück des Schriftstellers Jon Fosse, der 1959 in der norwegischen Küstenstadt Haugesund geboren wurde. Der Norweger ist vor allem für seine Dramen bekannt und erhielt 2023 den Nobelpreis für Literatur.
Die Uraufführung seines Stücks Ich bin der Wind erfolgte im Jahr 2007 beim Bergen International Festival, die deutsche Erstaufführung fand 2009 am Zürcher Schauspielhaus unter der Regie von Matthias Hartmann statt. Nun ist das Drama ab Freitag, 18. September, an drei Abenden in Folge im Parkhaus Central in St.Gallen zusehen. Der Chor Inscriptum St.Gallen hat das Werk unter der Regie von Andreas Wiedermann als Musiktheater mit dem Titel Jon Fosse: Ich bin der Wind adaptiert.
Der Chor Inscriptum ging 2013 aus dem Kirchenchor St. Gallen Centrum hervor. Seither bringt er mit Laiensänger:innen Musik von Gregorianik über Spätromantik bis zu zeitgenössischer Chormusik auf die Bühne und vereint diese mit Schauspiel oder Tanz. So auch bei Jon Fosse: Ich bin der Wind, bei dem die beiden österreichischen Schauspieler Nick-Robin Dietrich und Jakob Tögel in die Rollen der beiden Männer im Boot schlüpfen.
Der Chor bei einer Probe im im Klanghaus Toggenburg (Bild: pd)
Fosses Stück sei eine Verdichtung von «Lebenssituationen und biografischen Fragmenten zu einem grossen, konzentrierten szenischen Langgedicht», lässt der Chor in der Medienmitteilung verlauten. Es gehe um die «Verzauberung des Banalen, die Sakralisierung des Alltäglichen». Diesen Prozess greife man unter der musikalischen Leitung von Kristjan Döhring, der seit vielen Jahren mit dem Chor arbeitet, auf. Geprobt wird dafür seit Mai – nicht im Parkhaus, sondern im Klanghaus Toggenburg.
Musikalisch versprechen die drei Abende einiges: Es werden unter anderem Werke von John Dowland (1562-1626), Alfred Schnittke (1934-1998), Arvo Pärt (*1935), Felix Falkner (*1964), Ēriks Ešenvalds (*1977) zu hören sein.
Chor Inscriptum – Jon Fosse: Ich bin der Wind: Freitag, 18. September 2026, 20 Uhr, Samstag, 19. September 2026, 20 Uhr und Sonntag, 20. September 2026, 17 Uhr, Parkhaus Central, St. Gallen.
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