Kategorie
Autor:innen
Jahr

«Nicht neu erfinden, was funktioniert»

Das Kunstmuseum ist eine von 30 Institutionen in der Stadt St.Gallen, die an der Museumsnacht teilnehmen. (Bilder: pd) 

Das Kunstmuseum ist eine von 30 Institutionen in der Stadt St.Gallen, die an der Museumsnacht teilnehmen. (Bilder: pd) 

Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.

Sai­ten: Die dies­jäh­ri­ge Ju­bi­lä­ums-Mu­se­ums­nacht steht un­ter dem Mot­to «strahlt». Was steckt da­hin­ter?

Bar­ba­ra Af­fol­ter: Wir woll­ten zum Ju­bi­lä­um et­was Fest­li­ches, das nach aus­sen und in­nen wirkt. Die Mu­se­en strah­len zwar das gan­ze Jahr, aber in die­ser Nacht zei­gen sie sich ge­mein­sam in ei­nem be­son­de­ren Licht. So wird die Viel­falt der St.Gal­ler Mu­se­ums­land­schaft sicht­bar. Na­tür­lich hof­fen wir, dass auch die Au­gen un­se­rer Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher strah­len.

Du bist seit 2015 Prä­si­den­tin des Ver­eins Mu­se­ums­nacht St.Gal­len. Wenn du auf die ver­gan­ge­nen Aus­ga­ben zu­rück­blickst: Wel­cher Mo­ment ist dir be­son­ders in Er­in­ne­rung ge­blie­ben?

Da kom­men mir vie­le schö­ne Be­geg­nun­gen und be­son­de­re Mo­men­te in den Sinn. Ei­ner ist mir aber spe­zi­ell in Er­in­ne­rung ge­blie­ben. Es war an der Mu­se­ums­nacht 2014. Die Kunst­hal­le hat­te die Tän­ze­rin Eu­gé­nie Re­be­tez aus der Ro­man­die ein­ge­la­den, die vie­le Men­schen an­zog. Es herrsch­te ei­ne be­rüh­ren­de, sinn­li­che Stim­mung im Raum, die Freu­de im Pu­bli­kum war spür­bar. Sol­che Mo­men­te ma­chen die Mu­se­ums­nacht für mich aus.

Die Ge­schich­te der Mu­se­ums­nacht ver­lief nicht im­mer grad­li­nig. Un­ter­brü­che wie wäh­rend der Co­vid-Pan­de­mie 2020 oder die Neu­aus­rich­tun­gen 2011 und 2021 stell­ten den An­lass im­mer wie­der auf die Pro­be. Wel­che Pha­se war rück­bli­ckend die gröss­te Her­aus­for­de­rung?

Ich wür­de nicht un­be­dingt ei­ne ein­zel­ne Pha­se her­aus­grei­fen. Die gröss­te Her­aus­for­de­rung ist und bleibt die Fi­nan­zie­rung. Sie be­glei­tet den Ver­ein seit Be­ginn und war auch 2011 ein Grund für die Neu­aus­rich­tung, nach­dem ein Haupt­spon­sor aus­ge­stie­gen war. Zum Glück kön­nen wir seit Jah­ren auf die Un­ter­stüt­zung von Kan­ton, Stadt und Orts­bür­ger­ge­mein­de so­wie ein­zel­nen Spon­so­ren zäh­len. Trotz­dem müs­sen wir im­mer wie­der Geld­ge­ber:in­nen su­chen und ge­nau schau­en, wo wir Kos­ten re­du­zie­ren kön­nen.

«Die gröss­te Her­aus­for­de­rung ist und bleibt die Fi­nan­zie­rung.»

Barbara Affolter, Präsidentin Verein Museumsnacht St.Gallen

Auch die Be­su­cher­zah­len schwank­ten. Nach an­fäng­lich 5000 Gäs­ten stie­gen sie rasch auf 9000 und ha­ben sich zu­letzt bei et­wa 4000 Be­su­chen­den ein­ge­pen­delt. Wie er­klärst du dir die­se Ent­wick­lung?

Ei­ne ein­deu­ti­ge Er­klä­rung ha­be ich da­für nicht. Ich glau­be auch nicht, dass es am je­wei­li­gen Mot­to liegt. Für uns sind die sta­bi­len Zah­len der ver­gan­ge­nen Jah­re ei­ne schö­ne Be­stä­ti­gung, dass die Mu­se­ums­nacht funk­tio­niert. Na­tür­lich freu­en wir uns über je­den zu­sätz­li­chen Gast. Aber wenn wir an ei­nem Abend 4000 Men­schen für die St.Gal­ler Mu­se­ums­land­schaft be­geis­tern kön­nen, ist das wun­der­bar. 

Wer sind die Men­schen, die die Mu­se­ums­nacht be­su­chen?

Es kom­men vie­le Fa­mi­li­en und na­tür­lich das klas­si­sche Kul­tur­pu­bli­kum. Auf­fal­lend ist, dass seit ein paar Jah­ren im­mer mehr 18- bis 25-Jäh­ri­ge teil­neh­men. Das hat wohl auch da­mit zu tun, dass die Mu­se­en wäh­rend des Jah­res ver­stärkt ein jun­ges Pu­bli­kum an­spre­chen und ih­re Pro­gram­me an der Mu­se­ums­nacht ent­spre­chend aus­rich­ten.

Die Mu­se­ums­nacht lebt von der Zu­sam­men­ar­beit zahl­rei­cher Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen. War­um ist die­se Ko­ope­ra­ti­on so wich­tig? 

Ohne das grosse Engagement der Museen gäbe es die Museumsnacht nicht. Wir als Verein bilden das Dach und kümmern uns um die Organisation. Die einzelnen Häuser gestalten ihr Programm aber selbst und stemmen diesen zusätzlichen Aufwand neben dem laufenden Betrieb. Das ist eine enorme Leistung. Wir sind sehr dankbar, dass die Teams und Direktionen dahinterstehen und gemeinsam als St.Galler Museumslandschaft auftreten.

Worauf dürfen sich die Besucherinnen und Besucher bei der Jubiläumsausgabe freuen?

Was gut funktioniert, muss nicht neu erfunden werden. Deshalb setzen wir auch zum Jubiläum auf das bewährte Konzept mit engagierten Museen, spannenden Ausstellungen, besonderem Rahmenprogramm und kulinarischen Angeboten.

Was soll die Museumsnacht auch in 20 Jahren ausmachen?

Ich wünsche mir, dass sie weiterhin Menschen jeden Alters und jeder Herkunft anspricht, egal mit welchem kulturellen Vorwissen, und dass unser Publikum die Vielfalt der städtischen Bevölkerung noch stärker abbildet. Es soll ein inspirierender, geselliger Abend für alle sein, der Lust macht, auch während des Jahres ein Museum oder eine kulturelle Veranstaltung zu besuchen. 

 

20. St.Galler Museumsnacht: Samstag, 12. September, 18 bis 24 Uhr, diverse Museen in St.Gallen. 
museumsnachtsg.ch

Barbara Affolter

Barbara Affolter

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
2609 Staetevergleich 4 D3 A9291

Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
IMG 5826 Paul Trummer 2

Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
IMG 1558

Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
IMG 0757 2

FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze

WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
6085807

FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

Saiten 2609 Cover 01

Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
Whats App Image 2026 08 26 at 08 36 26