Die Veranstalter argumentieren unter anderem mit dem «Flirtfaktor» und dem «Stoff für Smalltalk» – dies seien zwei von zehn guten Gründen, die diesjährige, zehnte Museumsnacht nicht zu verpassen.
Zu den vielen elften Gründen, sich heute abend in den St.Galler Museen umzutun, gehört der Tanz. Im Jubiläumsjahr haben sich die insgesamt 32 ausstellenden Institutionen mit der IG Tanz zusammengetan; sie bringt die statischen Häuser in Bewegung unter dem Motto «Museumsnacht tanzt».
Zum einen indoor und jeweils ortstypisch: In der Stiftsbibliothek gibt es Barocktanz, im Naturmuseum zeigt die Cie Prototype Status das Duo «Underground» (Bild), Susanne Daeppen tanzt ihr «Silk»-Stück im Lagerhaus, Eugénie Rebetez performt in der Kunsthalle und Hideto Heshiki im Sitterwerk. Im Flon gibt es Ghostrockz, im Textilmuseum eine Elektropop-Performance, in der Tanzschule Wingling Salsa und im Kulturraum am Klosterplatz süditalienische Tanzmusik passend zur Napoli-Ausstellung.
Zum andern outdoor und strassenfüllend: Von 16 bis 18 Uhr zeigen Tanzschulen der Region ihre Arbeit am Bohl unter dem Titel «Tanzrauschen». Von dort aus bewegt sich um 18 Uhr der City Dance Walk zum Lagerhaus – mitbewegen kann sich auch das Publikum, der öffentliche Raum soll zum Tanzfluss werden.
Noch einmal anders erschliesst die niederländische Compagnie Vloeistof den Stadtraum. Sie verwandelt ein Taxi in eine bewegte Guckkastenbühne. Jeweils vier Personen können mitfahren, mit Start und Anmeldung beim Nextex am Blumenbergplatz. Die Passagiere werden dann an eine geeignete Stelle mitten in der Stadt chauffiert und umtanzt (Bild). Die Produktion ist bereits in zahlreichen Städten erprobt worden und schafft es, nach einem kleineren Bewilligungsmarathon, jetzt auch nach St.Gallen.
Warum Tanz im Museum? Für IG-Tanz-Geschäftsführerin Aline Feichtinger liegt der Grund in der spartenübergreifenden Natur des zeitgenössischen Tanzes und seiner Nähe zur Performance. Ein praktischerer zweites Motiv zur Kooperation könnte sein: Die freie Tanzsparte ist in der Ostschweiz zwar klein, aber dank der inzwischen vieljährigen Arbeit der IG Tanz gut organisiert.
Eine vergleichbare Relais-Stelle und Vernetzungs-Plattform würde man sich auch in den anderen performativen Künsten, in der Musikszene und namentlich für das freie Theater wünschen. Damit es in ein paar Jahren vielleicht heisst: «Bühne frei zur Museumsnacht».
Detailprogramm: museumsnachtsg.ch
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht