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Wo Kunst entsteht

Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.

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Im Sit­ter­tal be­fin­det sich ein rie­si­ges Are­al mit meh­re­ren Hal­len, ei­nem Pool, Ate­liers und ei­ner Bi­blio­thek mit Werk­stoff­ar­chiv. Letz­te­re bei­den ge­hö­ren zur Stif­tung Sit­ter­werk, ei­ner Art Schatz­kam­mer des Kunst­wis­sens. Die Kunst­gies­se­rei, ein se­pa­ra­ter Be­trieb, um­fasst lau­ter Räu­me, in de­nen rund 80 Spe­zia­list:in­nen mit di­ver­sen Hin­ter­grün­den an un­ter­schied­li­chen Ma­schi­nen und mit un­zäh­li­gen Ma­te­ria­len und Werk­zeu­gen ar­bei­ten. Wer die­sen Ort zum ers­ten Mal be­tritt, wähnt sich in ei­nem ma­gi­schen La­by­rinth für Hand­wer­ker:in­nen und Er­fin­der:in­nen. Ge­mein­sam mit den Künst­ler:in­nen als Auf­trag­ge­ber:in­nen sucht und fin­det die Kunst­gies­se­rei hier We­ge und Lö­sun­gen, um de­ren Wer­ke in höchs­ter Qua­li­tät zu pro­du­zie­ren. So sind über die letz­ten Jahr­zehn­te nicht nur tau­sen­de Wer­ke ent­stan­den, son­dern auch un­zäh­li­ge neue Tech­ni­ken er­lernt, er­probt und wei­ter­ent­wi­ckelt wor­den. Es wur­de mit di­ver­sen Ma­te­ria­len ex­pe­ri­men­tiert, ge­forscht und ge­schei­tert, ge­plant und er­folg­reich pro­du­ziert. Nor­ma­ler­wei­se hat die Öf­fent­lich­keit kei­nen Zu­tritt zur Kunst­gies­se­rei – wer­den vie­le der hier ent­ste­hen­den Ob­jek­te re­nom­mier­ter Künst­ler:in­nen doch zu aus­ge­wähl­ten Zeit­punk­ten der Welt prä­sen­tiert. Für die­ses Ko­ope­ra­ti­ons­heft wird uns ein Ein­blick in das fan­tas­ti­sche La­bor ge­währt.

Es ist ein heis­ser Ju­ni­tag. Mo­ritz Leh­ner, Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung und zu­stän­dig für die Me­tall­werk­statt und das En­gi­nee­ring, führt uns durch die Kunst­gies­se­rei. Sein Va­ter, Fe­lix Leh­ner, grün­de­te vor 40 Jah­ren den Be­trieb und fun­giert bis heu­te als Ge­schäfts­lei­ter. Das Sit­ter­tal, er­zählt der ge­lern­te Schlos­ser, sei für ihn als Kind schon ei­ne Art Spiel­platz ge­we­sen und na­tür­lich sein Zu­hau­se, wohn­te er doch teils mit sei­nem Va­ter und des­sen Frau Ka­ta­lin Deér im hin­te­ren Teil des Kes­sel­hau­ses, das zum Ge­län­de ge­hört.

Zwei neue Hir­sche für Lies­tal

Zu­erst führt uns Mo­ritz ins Re­stau­rie­rungs-Ate­lier. Hier lie­gen mit­ten im Raum zwei Hir­sche ne­ben Bil­dern ei­nes ver­gan­ge­nen Auf­trags, der Re­stau­rie­rung ei­ner Gi­a­co­metti-Skulp­tur. Bei­de Tie­re sind aus Zink, ei­nes oh­ne Ge­weih. «Im 19. Jahr­hun­dert konn­te man Sta­tu­en wie die­se in ei­nem Ka­ta­log aus­wäh­len», er­zählt Rói­sín Beir­ne aus der Ab­tei­lung Kon­ser­vie­rung und Re­stau­ra­ti­on. Seit 1867 la­gen die bei­den Hir­sche in Lies­tal, be­wach­ten ei­nen Park, bis ein Baum ei­nem der bei­den den Schä­del zer­trüm­mer­te. Rói­sín Beir­ne und Ma­ri­us Go­ihl, Lei­ter der Ab­tei­lung, ha­ben das ka­put­te Tier un­ter­sucht und fest­ge­stellt, dass die Skulp­tur auf­grund der Wit­te­rung im In­ne­ren kor­ro­diert ist. Die Ver­mu­tung, dass auch der zwei­te Hirsch be­schä­digt sein könn­te, be­stä­tig­te sich und so müs­sen nun bei­de Tie­re kom­plett er­setzt wer­den. Des­halb wur­den die Skulp­tu­ren nun ge­scannt, Mo­del­le an­ge­fer­tigt und Ma­te­ria­li­en dis­ku­tiert. Ziel ist es, iden­ti­sche Re­pli­ken an­zu­fer­ti­gen, die der Wit­te­rung wei­te­re Jahr­hun­der­te stand­hal­ten. Und ge­nau das sei das fas­zi­nie­ren­de an ih­rer Ar­beit, er­klärt Beir­ne: «Wir wol­len die Funk­ti­on und das Werk mit mi­ni­ma­len Ein­grif­fen er­hal­ten.»

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Din­ge ana­log, in 3D-Mo­del­len oder durch ein hoch­auf­lö­sen­des Mi­kro­skop zu un­ter­su­chen, hel­fe Pro­zes­se und Pro­ble­me zu ver­ste­hen, er­klärt Leh­ner. So be­fin­det sich auf dem Are­al auch ein Bü­ro, in dem Spe­zia­list:in­nen sol­che 3D-Mo­del­le er­stel­len. Je­des Pro­jekt wer­de von ei­nem Pro­jekt­lei­ter oder ei­ner Pro­jekt­lei­te­rin ge­führt, die dann eng mit den je­wei­li­gen Werkt­statt­lei­ter:in­nen und zu­stän­di­gen Spe­zia­list:in­nen zu­sam­men­ar­bei­ten, er­klärt Leh­ner, wäh­rend er uns über Trep­pen, durch Gän­ge, vor­bei an klei­nen und gros­sen Skulp­tu­ren, von ei­nem Raum zum nächs­ten führt. «Die Künst­ler:in­nen kom­men zu uns, mit ei­ner Idee und ei­nem Plan, manch­mal auch nur mit ei­ner Vor­stel­lung. Die­se kon­kre­ti­siert sich in der Aus­ein­an­der­set­zung mit un­se­ren Ma­te­ri­al­mus­tern und Mög­lich­kei­ten. Wir ver­su­chen dann ei­nen Weg zu fin­den, ih­re Wer­ke qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig und nach­hal­tig zu pro­du­zie­ren – im ste­ten Dia­log mit den Künst­ler:in­nen. Häu­fig müs­sen wir da­für ex­pe­ri­men­tie­ren, Lö­sun­gen oder Tech­ni­ken fin­den, die wir bis­her noch nicht kann­ten.»

Bie­nen und Wachs­men­schen

Ein gu­tes Bei­spiel da­für ist Un­tit­led, die von der Zeit­schrift «The Guar­di­an» zum «dritt­bes­ten Werk des 21. Jahr­hun­derts» aus­ge­zeich­ne­te Skulp­tur von Pierre Huyg­he. Für die Do­cu­men­ta in Kas­sel 2011 ent­warf der fran­zö­si­sche Künst­ler ei­ne lie­gen­de Frau. Der Clou: Ihr Kopf soll­te von le­ben­den Bie­nen um­hüllt sein. Die Mit­ar­bei­ter:in­nen der Kunst­gies­se­rei pro­du­zier­ten dar­auf­hin ei­nen Ze­ment­ab­guss für den Kör­per. Und muss­ten dann ei­nen Weg fin­den, die Bie­nen­wa­ben am Kopf zu fi­xie­ren und wie sich die Bie­nen dort wohl­füh­len, da­mit sie blei­ben. In ei­nem ers­ten Schritt bau­ten sie im Kopf der Skulp­tur ei­ne Hei­zung ein, die den Be­ton auf 37 Grad tem­pe­rier­te. Beim zwei­ten Ab­guss funk­tio­nier­te es dann oh­ne Hei­zung. Und bis heu­te wer­den auf dem Are­al im Sit­ter­tal die Bie­nen­stö­cke ge­pflegt, die den Weg da­hin be­rei­te­ten.

Als nächs­tes führt un­ser Rund­gang in die Pro­duk­ti­ons­werk­stät­ten. Hier riecht es nach Lack, Holz, Me­tall und heis­sem Wachs. Es dröhnt, häm­mert, fräst. Ir­gend­wo läuft Mu­sik. In der Kunst­gies­se­rei ent­ste­hen im­mer wie­der neue Werk­stät­ten oder Ate­liers – je nach Ob­jekt, das pro­du­ziert wer­den soll. Wer hier ar­bei­tet, hat folg­lich ei­nen viel­sei­ti­gen All­tag.

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Ma­thi­as Ru­tis­hau­ser zum Bei­spiel. Wie vie­le an­de­re Mit­ar­bei­ten­de hier, ist auch er schon lan­ge da­bei. Vor 15 Jah­ren be­gann Ma­thi­as als Prak­ti­kant in der haus­ei­ge­nen Schrei­ne­rei. Heu­te ar­bei­tet er in der Werk­hal­le. Zur­zeit fer­tigt er haupt­säch­lich Ker­zen an. Kei­ne nor­ma­len Ker­zen, son­dern Kunst­wer­ke. Le­bens­gros­se Men­schen in All­tags­si­tua­tio­nen aus bun­tem Wachs mit ei­nem Docht drin – die Wer­ke des Künst­lers Urs Fi­scher. Be­reits rund 50 sol­cher Skulp­tu­ren wur­den in der Kunst­gies­se­rei an­ge­fer­tigt. Die Samm­ler:in­nen von Fi­schers Wer­ken kön­nen ih­re Skulp­tu­ren, die «Ker­zen», nach­pro­du­zie­ren las­sen. «Sie müs­sen aber her­un­ter­ge­brannt sein» sagt Ru­tis­hau­ser und deu­tet hin­ter sich auf ei­ne bei­na­he gro­tesk wir­ken­de Sze­ne­rie: Aus den Res­ten zwei­er mit Russ be­deck­ter Wachs­bei­ne ra­gen noch re­la­tiv in­tak­te Füs­se in ro­sa Adi­let­ten.

Träu­me aus Zu­cker und Ze­ment

Un­weit des Wach­s­ate­liers be­tre­ten wir die Zu­cker­werk­statt. Hier hat sich ein Team wäh­rend der letz­ten Jah­re mit ei­nem Pro­zess be­schäf­tigt, der es er­mög­licht, aus Zu­cker, Ge­la­ti­ne und Har­zen Skulp­tu­ren zu gies­sen und zu for­men. Pierre Huyg­he – der Künst­ler mit der Bie­nen­skulp­tur – hat­te für ein Pro­jekt Skulp­tu­ren auf Ba­sis von mit Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fien re­gis­trier­ten Hirn­ak­ti­vi­tä­ten ent­wor­fen. Die­se Bild­da­ten woll­te er aus Zu­cker und an­de­rem or­ga­ni­schen Ma­te­ri­al in drei­di­men­sio­na­le Ob­jek­te um­set­zen. In der Zu­cker­werk­statt ex­pe­ri­men­tier­ten Mit­ar­bei­ten­de der Kunst­gies­se­rei mit di­ver­sen Mi­schun­gen und Far­ben, um Huyg­hes Wer­ke best­mög­lich zu rea­li­sie­ren. Ei­ni­ge Mo­del­le der Ob­jek­te ste­hen in der Werk­statt: Sie se­hen aus wie klei­ne ro­sa-vio­let­te Ali­ens oder We­sen aus ei­ner sur­rea­len Traum­welt.

Als nächs­tes führt un­ser Rund­gang da­hin, wo ge­wis­ser­mas­sen al­les be­gann: Wir be­fin­den uns in je­nem Teil der Kunst­gies­se­rei, wo die For­men für die Ab­güs­se ent­ste­hen. Mit dem Gies­sen von Skulp­tu­ren star­te­te 1983 die Kunst­gies­se­rei in Bein­wil am See, ehe sie 1994 ins Sit­ter­tal in die ehe­ma­li­ge Fär­be­rei zog. Heu­te ste­hen hier rie­si­ge Öfen, La­ser, mit de­nen Sty­ro­por­for­men ge­schnit­ten wer­den, und 3D-Dru­cker. Ne­ben dem Wachs­aus­schmelz­ver­fah­ren, bei dem aus ei­nem Si­li­kon-Ne­ga­tiv­mo­dell Wachs-Po­si­tiv­mo­del­le (ei­ne Art Hül­len) ent­ste­hen, wer­den Me­tall­güs­se im­mer öf­ter mit­hil­fe von 3D-Dru­ckern er­stellt. Da­für wer­den die Po­si­tiv­mo­del­le di­rekt in so­ge­nann­ten PMMA, ei­nen Kunst­stoff, ge­druckt. Da­nach wer­den die­se For­men in Scha­mott ein­ge­packt. Beim Er­hit­zen in den Öfen schmilzt der Kunst­stoff aus und der Hohl­raum kann spä­ter mit flüs­si­gem Me­tall aus­ge­gos­sen wer­den.

Den öko­lo­gi­schen Fuss­ab­druck ver­rin­gern

Doch all die­se ther­mi­schen Pro­zes­se er­zeu­gen viel CO₂. Ei­ne Tat­sa­che, mit der sich die Kunst­gies­se­rei seit Jah­ren be­schäf­tigt. «Wir ha­ben ei­ne Stel­le ge­schaf­fen, die sich um Kli­ma­fra­gen küm­mert. Stel­la Carlsen und Ist­ván Schei­b­ler sind bei vie­len Of­fer­ten und Pro­jek­ten be­tei­ligt und rech­nen mit», er­klärt Mo­ritz Leh­ner, wäh­rend die Öfen vor uns ein ste­tes Brum­men von sich ge­ben. Schon seit dem frü­hen 19. Jahr­hun­dert ver­fügt das Are­al im Sit­ter­tal über sein ei­ge­nes, CO₂-neu­tra­les Was­ser­kraft­werk, nun ist auch ein Py­ro­ly­se­kraft­werk ge­plant. Den­noch müs­sen al­le Skulp­tu­ren am En­de an ih­re Be­stim­mungs­or­te trans­por­tiert wer­den. Auch hier ach­tet die Kunst­gies­se­rei auf Nach­hal­tig­keit, ge­ra­de weil die Wer­ke oft meh­re­re tau­send Ki­lo­me­ter rei­sen. Ein Fuss­ab­druck lässt sich nicht ver­mei­den. Carlsen und Schei­b­ler küm­mern sich des­halb ge­mein­sam mit dem ge­sam­ten Be­trieb dar­um, in an­de­ren Be­rei­chen CO₂  ein­zu­spa­ren oder Emis­sio­nen zu kom­pen­sie­ren. Ge­mäss den Kli­ma­bi­lan­zen scheint dies zu ge­lin­gen. In den letz­ten Jah­ren konn­te die Kunst­gies­se­rei ih­ren En­er­gie­ver­brauch in vie­len Be­rei­chen re­du­zie­ren.

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Mitt­ler­wei­le ste­hen wir draus­sen, vor ei­nem pilz­ähn­li­chen Kon­strukt, das weit über un­se­re Köp­fe reicht. Die Skulp­tur ist ein Werk der fran­zö­si­schen Künst­le­rin Mar­gue­ri­te Hu­meau. 15 Me­ter hoch soll­te sie ur­sprüng­lich sein und aus Chrom­stahl. Das küh­le und kor­ro­si­ons­ab­wei­sen­de Ma­te­ri­al ist al­ler­dings schlecht pa­ti­nier­bar, aber um die Skulp­tur in der Grös­se aus ei­nem an­de­ren Ma­te­ri­al her­zu­stel­len und die Sta­tik zu ga­ran­tie­ren, brauch­te es neue Tech­ni­ken. Beim Er­schei­nen die­ses Hefts ist die Skulp­tur ver­mut­lich be­reits in Kis­te­fos, Nor­we­gen, mit­ten in ei­nem Wald, als Teil ei­nes rie­si­gen Skulp­tu­ren­parks. Statt kom­plett aus Bron­ze wur­de sie aus ver­schie­de­nen Ma­te­ria­li­en und mit un­ter­schied­li­chen Tech­ni­ken her­ge­stellt. Die Spe­zia­list:in­nen muss­ten bei­spiels­wei­se für das Netz­ge­flecht, die Ba­sis der Skulp­tur, mit ei­nem Ro­bo­ter Chrom­stahl auf­schweis­sen, die Ober­flä­che mit Bron­ze be­schich­ten und die­se so pat­ti­nie­ren, dass sie je­ner von Pil­zen äh­nelt.

Und im­mer ein neu­es Pro­jekt

Je­de Ober­flä­chen­struk­tur ver­än­dert sich im Lau­fe der Zeit: Mö­bel, Koch­töp­fe oder eben Skulp­tu­ren, sie al­le be­kom­men ei­ne Pa­ti­na. Die­ser Ef­fekt lässt sich be­wusst her­bei­füh­ren – und steu­ern. Ei­ne äs­the­tisch po­si­ti­ve Al­te­rung. Der Wert oder die Be­deu­tung von Ob­jek­ten kann da­durch stei­gen, stellt Mo­ritz Leh­ner fest. «Da­hin­ter steckt ei­ne gan­ze Wis­sen­schaft. Pa­ti­neur:in­nen be­schäf­ti­gen sich mit che­mi­schen und ther­mi­schen Pro­zes­sen. Das ist nicht ein­fach Far­be, die auf­ge­tra­gen wird». In der Kunst­gies­se­rei gibt da­für ei­ne ei­ge­ne Werk­statt. Hier lässt man Me­tall wie Holz oder Ton aus­se­hen. Und sorgt für Cha­rak­ter – und lang­fris­ti­ge Halt­bar­keit.

Denn was in der Kunst­gies­se­rei pro­du­ziert wird, lan­det in Mu­se­en und Samm­lun­gen auf der gan­zen Welt. In der ei­ge­nen Mon­ta­ge­hal­le wer­den Kis­ten für den Trans­port der Kunst­wer­ke her­ge­stellt. Klei­ne und gros­se, je nach In­halt und Trans­port­weg. Da­vor be­schäf­tigt ein sol­ches Pro­jekt ein Team hier im Sit­ter­tal manch­mal über meh­re­re Mo­na­te bis Jah­re.

Ob man beim Ab­schlies­sen ei­nes Pro­jekts, in das man ei­nen Hau­fen Ar­beit und Ge­dan­ken in­ves­tiert hat, in ein Loch fällt – ge­ra­de wenn die Ar­beit ja am En­de das Werk ei­nes an­de­ren ist? Nach­denk­lich schweift Mo­ritz Leh­ners Blick über das Are­al, wäh­rend wir den Rück­weg an­tre­ten. Dann ant­wor­tet er: «Los­las­sen ist Teil un­se­rer Ar­beit.» Und nach ei­ner Wei­le: «Und nein, man fällt nicht wirk­lich in ein Loch, weil ein nächs­tes, oft ganz an­ders ge­la­ger­tes Pro­jekt, un­se­re Auf­merk­sam­keit ver­langt.» Wir ver­las­sen das Sit­ter­tal, nicht in ei­ner Kis­te und oh­ne Pa­ti­na, da­für mit mehr Wis­sen und ver­rück­ten Ge­schich­ten im Ge­päck.

Musik

Mehr als Jazz im Kult­bau

Von  Richard Butz
GP Trio MF90302 k

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von  Philipp Bürkler
Bassilikum 04

Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

Die Mo­bi­li­täts­al­li­anz Ost­schweiz will Pend­ler:in­nen zum Um­stieg vom Au­to auf Bus, Bahn und Ve­lo be­we­gen. Bei den zehn be­tei­lig­ten Gross­un­ter­neh­men lässt be­reits je­de fünf­te Per­son das Au­to am Mor­gen ste­hen. Nun sol­len 500 wei­te­re Fir­men fol­gen. 

Von  Philipp Bürkler
Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

Tu­bes, Pipe­lines, Cords

Au­gus­tin Re­be­tez macht kei­ne hal­ben Sa­chen. Sei­ne Kunst ist aus­ufernd und dicht zu­gleich. Er ent­wi­ckelt an­spie­lungs­rei­che Bild­wel­ten – ak­tu­ell in der Kunst­hal­le Ar­bon.

Von  Kristin Schmidt
Augustin Rebetez key visual Kunsthalle Arbon Augustin Rebetez

Zu hoch für Ap­pen­zell

Der Kan­ton Ap­pen­zell In­ner­rho­den plan­te am Lands­ge­mein­de­platz in Ap­pen­zell ein neu­es Ge­bäu­de für die Ge­rich­te, die Bi­blio­thek und die kan­to­na­le Ver­wal­tung. Die eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­sio­nen für Na­tur- und Hei­mat­schutz und je­ne für Denk­mal­pfle­ge brach­ten das Pro­jekt je­doch zu Fall.

Von  René Hornung
Verwaltungsgebaeude appenzell pd

Offener Brief an die Bundespolitik

Wir wol­len Rech­te, kei­ne Al­mo­sen

Von  Christoph Keller

In­no­va­ti­on ge­hört zur DNA

Das Fi­gu­ren­thea­ter St.Gal­len wird 70. Was sich ver­än­dert hat, war­um Pup­pen Kin­der wie Er­wach­se­ne fas­zi­nie­ren und wie man auch Ju­gend­li­che er­rei­chen kann: ein Ge­spräch zum Ju­bi­lä­um.

Von  Peter Surber
Hochdruck Crasch Polizei 04665

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Un­ter­schied und Wir­kung

In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

Von  Vera Zatti
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Kolumne: Heppelers Bestiarium

Cy­borg-Ka­ker­la­ken

Von  Jeremias Heppeler

Fu­rio­ses Klang­ge­wit­ter

Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

Von  Peter Surber
Contrapunkt 1 martin fluege

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
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Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2