Unterschied und Wirkung
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Ein Bild aus der Fotoserie Chräje-n-un-Gwaage des Künstlerduos Thomas Kaiser und Samuel Schütz (Bild: pd/Samuel Schütz)
«Finde den Unterschied» sind Bilderrätsel, bei denen man – wie es der Name schon sagt – die Unterschiede zwischen Bildern suchen muss. Manchmal sind die Unterschiede ziemlich offensichtlich: Zum Beispiel ist der grüne Ballon in Bild A in Bild B rot. Manchmal sind sie subtiler, sodass man sie nur mit viel Geduld aufspüren kann.
Mit subtileren Abweichungen und Variationen befasst sich auch die Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im kulturellen Begegnungsort Haus zur Glocke in Steckborn. Die Schau, die diesen Samstag eröffnet wird, verstehe sich als «Einladung, sich auf die leisen Unterschiede einzulassen, die oft erst auf den zweiten Blick fassbar sind», heisst es in der Ankündigung. Gezeigt werden vier künstlerische Positionen von Kunstschaffenden aus der Schweiz und aus Thailand.
Teil der Schau ist der St.Galler Künstler Flavio Hodel, der sich in seiner Arbeit oft mit Fragmentierung und Verfremdung auseinandersetzt. Seine bruchstückhaften Installationen eröffnen «neue Betrachtungsräume» und greifen die eigene Wahrnehmung «im fortwährenden Schwanken zwischen Auseinanderfallen und Zusammenführen» auf. Auf seiner Website schreibt Hodel: «Nichts kann als reines Ganzes verstanden werden und jeder Absolutheitsanspruch ist eine Täuschung.»
Flavio Hodels Filminstallation Entropia (Bild: pd/Flavio Hodel)
Derweil befasst sich Ruth Kunz in ihren Arbeiten viel mit Rasterstrukturen, die das Bild mit wenig Farbe organisieren. In ihrer neueren künstlerischen Praxis arbeitet die Zürcher Künstlerin vermehrt mit Farbstiften. Diese Zeichnungen lösen sich von Netzmustern und «beziehen sich auf Erinnertes», heisst es in der Vorschau. Als dritte Kunstschaffende zeigt die Zürcherin Selina Schlumpf ihre Arbeiten im Haus zur Glocke. Die Künstlerin arbeitet grossformatig und erforscht mit verschiedenen Methoden Oberflächen und Strukturen.
Ruth Kunz' Aquarellarbeiten (Bild: pd/Ruth Kunz)
Folding Screen II von Selina Schlumpf (Bild: pd/Selina Schlumpf)
Aus Thailand beziehungsweise aus Zürich kommt das Künstlerduo Thomas Kaiser und Samuel Schütz, die vierte künstlerische Position. Die beiden arbeiten mit Bild, Text und Ton und sind fasziniert von Vögeln. Genauer: von Raben und Krähen. Die Tiere tauchen etwa in ihrer multimedialen Arbeit Chräje-n-un Gwaage auf, die in der Schau in Steckborn zu sehen sein wird.
Die Arbeiten der fünf Kunstschaffenden befassen sich gemäss Mitteilung «auf unterschiedliche Weise mit den Bedingungen der Möglichkeit ihrer eigenen Existenz». Feinsinnig spüren sie Fragen nach, «indem sie sich auf feine Differenzen, auf Zwischentöne oder die forschende Beobachtung unserer Umwelt stützen».
Wie wirken diese Arbeiten? Wie ist ihre Beschaffenheit? Wie unterscheiden sie sich voneinander? Und wie nimmt man als Betrachter:in Bilder eigentlich genau wahr? Ein offener Blick sei nötig, um sich auf diese feinen Unterschiede einzulassen, «die oft erst auf den zweiten Blick, im Nachbild oder im Echo der eigenen Anschauung spürbar werden».
«Die leisen Unterschiede»: von Samstag, 19. September, bis Samstag, 24. Oktober, jeweils mittwochs 17 bis 21 Uhr, samstags, 16 bis 22 Uhr, und sonntags, 14 bis 18 Uhr, Haus zur Glocke, Steckborn.
Vernissage: Samstag, 19. September, 17 Uhr.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Kunstausstellung
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Kolumne: Stimmrecht
Musiktheater
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau