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«Kultur ist nicht demokratisch, aber zentrale Grundlage der Demokratie»

Ein eigener Mikrokosmos: Das Sittertal mit der Kunstgiesserei. (Bild: Andri Vöhringer)

Ein eigener Mikrokosmos: Das Sittertal mit der Kunstgiesserei. (Bild: Andri Vöhringer)

Die Kunstgiesserei St.Gallen und die Stiftung Sitterwerk strahlen weit über die Region hinaus. Felix Lehner, Gründer und Leiter der Kunstgiesserei, Geschäftsleitungsmitglied Till Jäckli sowie Patricia Hartmann, Co-Leiterin der Stiftung Sitterwerk, sprechen im Interview über die letzten 40 Jahre, aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.

Fe­lix, du bist 1994 mit der Kunst­gies­se­rei von Bein­wil nach St.Gal­len ge­kom­men. Was brauch­te es, da­mit hier im Sit­ter­tal ei­ne der welt­weit wich­tigs­ten Kunst­gies­se­rei­en ent­ste­hen konn­te?

Fe­lix Leh­ner: Von An­fang an lag der Fo­kus auf der Zu­sam­men­ar­beit mit den Künst­ler:in­nen. All das, was hier ent­stan­den ist, folg­te nicht ei­ner Busi­ness-Stra­te­gie oder ei­nem Plan. Son­dern ein­zig dem Wunsch, ge­mein­sam mit den Künst­ler:in­nen Qua­li­tät und In­ten­si­tät zu er­rei­chen. Dar­aus er­gibt sich ei­ne ein­ma­li­ge Ver­bind­lich­keit, weil wir den Künst­ler:in­nen im Ent­ste­hungs­pro­zess der Wer­ke am nächs­ten sind – auf ei­ne an­de­re Art viel­leicht als Ga­le­rist:in­nen, Ku­ra­tor:in­nen oder Samm­ler:in­nen. Und dann war und ist für mich der stän­di­ge Aus­tausch mit mei­ner Frau Ka­ta­lin Deér, die selbst Künst­le­rin ist und ih­re ei­ge­ne Ar­beit ver­folgt, ganz wich­tig. Zu­sam­men konn­ten wir vie­les hier im Sit­ter­tal prä­gen und aus va­gen Ideen Wirk­lich­keit wer­den las­sen.

Wie meinst du das mit der Nä­he zu den Künst­ler:in­nen?

Fe­lix: Das gan­ze Team der Kunst­gies­se­rei ist teils da­bei, wenn die Kunst­wer­ke ent­ste­hen. Aber auch beim Zwei­feln, bei Schwie­rig­kei­ten. Das ist oft et­was sehr Per­sön­li­ches, Pri­va­tes, manch­mal In­ti­mes für die Künst­ler:in­nen. Das merk­te ich erst­mals, als ich mit 13 Jah­ren in der Ga­le­rie von Wil­ma Lock in der St.Gal­ler Alt­stadt Ro­man Si­gner traf und beim Ab­bau der Aus­stel­lung mit­hel­fen konn­te. In sol­chen Mo­men­ten ent­steht ei­ne Ver­bun­den­heit und Tie­fe mit den Künst­ler:in­nen und ih­ren Wer­ken, die es in an­de­ren Be­ru­fen so sel­ten gibt.

Hat sich die Zu­sam­men­ar­beit mit den Künst­ler:in­nen im Lauf der Zeit ver­än­dert?

Till Jäck­li: Es gab ei­ne Pha­se, in der Künst­ler:in­nen we­ni­ger die Pro­duk­ti­on ih­rer Wer­ke bei uns vor Ort be­glei­tet ha­ben. Mit der zu­neh­men­den Di­gi­ta­li­sie­rung wur­de es mög­lich, uns 3D-Da­ten oder -Plä­ne zu schi­cken und die Aus­füh­rung mehr­heit­lich aus der Fer­ne zu be­glei­ten. In den letz­ten Jah­ren hat sich das wie­der ge­än­dert. Trotz der di­gi­ta­len Mög­lich­kei­ten sind vie­le Künst­ler:in­nen wie­der in un­se­ren Werk­stät­ten, in­ter­es­sie­ren sich für das Hand­werk und den per­sön­li­chen Aus­tausch. Wir un­ter­stüt­zen sie mit zu­sätz­lich ge­schaf­fe­nen Gast­ate­liers und pfle­gen den län­ge­ren di­rek­ten Aus­tausch.

Eu­re Ar­bei­ten sind mehr als blos­se Auf­trags­wer­ke. Es geht um die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Ma­te­ri­al, mit phy­si­ka­li­schen oder che­mi­schen Mög­lich­kei­ten und Un­mög­lich­kei­ten, mit den Ideen der Künst­ler:in­nen. Wie sehr sind de­ren Wer­ke am En­de auch eu­re Wer­ke?

Fe­lix: Ganz vie­le Leu­te, die an der Voll­endung ei­nes Werks ar­bei­ten, ha­ben ei­nen An­teil dar­an. Ich stel­le mir das ganz ähn­lich vor wie frü­her beim Bau ei­ner Ka­the­dra­le. Aber wir sind nicht die Au­tor:in­nen. Bei der Kol­la­bo­ra­ti­on müs­sen wir die künst­le­ri­schen Stra­te­gien und Vor­ge­hens­wei­sen mit­den­ken kön­nen. Grund­vor­aus­set­zung für die Ar­beit in den Werk­stät­ten ist zu ver­ste­hen, dass das hand­werk­li­che Know-how al­lein nicht reicht. Man stellt es zur Ver­fü­gung, aber es geht um viel mehr. Man muss auch da­mit le­ben kön­nen, dass ein:e Künst­ler:in es doch an­ders ha­ben will – trotz al­ler Mü­he und des gan­zen Schweis­ses, die man be­reits hin­ein­ge­steckt hat. Nur wenn man es schafft, durch die­se Pro­zes­se zu ge­hen, wird man ein Teil da­von. 

«Grund­vor­aus­set­zung für die Ar­beit in den Werk­stät­ten ist zu ver­ste­hen, dass das hand­werk­li­che Know-how al­lein nicht reicht.»

Felix Lehner, Leiter Kunstgiesserei

Pa­tri­cia Hart­mann: Bei je­der Grup­pe, die wir durch un­ser Are­al füh­ren, kommt die Fra­ge: «Seid denn nicht ihr die Künst­ler:in­nen?» Hin­zu­ste­hen und zu sa­gen, dass wir die Aus­füh­ren­den sind und die Idee von je­mand an­de­rem stammt – das ist ei­ne Hal­tung, die man pfle­gen und ver­mit­teln kön­nen muss.

Till: Ich mer­ke aber im­mer wie­der, wel­che Ver­ant­wor­tung wir tra­gen für al­le Wer­ke, die je­mals hier pro­du­ziert wur­den, un­ab­hän­gig von Ge­währ­leis­tungs­fris­ten oder Ga­ran­tien. Die Künst­ler:in­nen kön­nen uns kon­tak­tie­ren, wenn ir­gend­ein Pro­blem mit dem Werk auf­tritt – egal wann. Wir sind dar­an in­ter­es­siert, dass die Wer­ke, die wir pro­du­ziert ha­ben, in gu­tem Zu­stand sind und dass die Künst­ler:in­nen, die Samm­ler:in­nen oder die Ga­le­rie Freu­de dar­an ha­ben. Schön ist es, ein Werk, von wel­chem wir die Spur ver­lo­ren ha­ben, wie­der­zu­ent­de­cken, wenn es plötz­lich ir­gend­wo auf­taucht. Das ist, als wür­de man ei­ne Freund­schaft aus ver­gan­ge­nen Ta­gen wie­der­tref­fen.

Fe­lix, vor 20 Jah­ren hast du mit Hans Jörg Schmid, dem Be­sit­zer des Are­als, und dem 2007 ver­stor­be­nen Buch­samm­ler Da­ni­el Roh­ner die Stif­tung Sit­ter­werk ge­grün­det. Sie dient als Trä­ger­schaft für die Kunst­bi­blio­thek, das Werk­stoff­ar­chiv und ein Ate­lier­haus. War­um brauch­te es die­se zwei­te In­sti­tu­ti­on ne­ben der Kunst­gies­se­rei?

Fe­lix: Die Zu­kunft der Kunst­gies­se­rei war in den An­fangs­jah­ren un­ge­wiss. Kaum hat­ten wir 1994 nach ei­ner län­ge­ren Um­bau­pha­se mit der Pro­duk­ti­on be­gon­nen, zeig­te mir Hans Jörg Schmid ei­nen Über­bau­ungs­plan für das Are­al mit Mög­lich­kei­ten für ver­schie­de­ne Neu­be­bau­un­gen. Das Ge­bäu­de der frisch ein­ge­rich­te­ten Kunst­gies­se­rei gab es dar­auf nicht mehr. Es war al­so nur ei­ne Zwi­schen­nut­zung. Mir wur­de be­wusst, dass wir sel­ber ver­ant­wort­lich sind, den Ort mit mehr In­halt zu fül­len, ihm Re­le­vanz zu ge­ben, da­mit das al­les nicht ir­gend­wann durch In­ves­to­ren­bau­ten weg­ge­wischt wird.

Und was war der Schlüssel? 

Felix: Das Werk von Hans Josephsohn. Ich kannte ihn von früher, und nach der Eröffnung der Kunstgiesserei 1986 in Beinwil am See und ab 1994 im Sittertal haben wir hier seine Plastiken gegossen. Irgendwann kam Peter Märkli vorbei, der Architekt des 1992 eröffneten Josephsohn-Museums in Giornico im Tessin. Ich hatte immer davon geträumt, dass Märkli auf dem Dach der Kunstgiesserei eine kleine Architekturikone baut, die alles darunter vor dem Abbruch schützen würde. Märkli zeichnete Pläne dafür, fand dann aber, die Skulpturen von Josephsohn müssten auf dem Boden bleiben. Als 2002 das alte Kesselhaus frei wurde, stellten wir drei Arbeiten von Josephsohn hinein. Der ganze Raum vibrierte! Also haben wir das Kesselhaus gemietet, um darin die Bibliothek und die Josephsohn-Werke unterbringen – aber ohne zu wissen, wie wir das finanzieren können. Hans Jörg Schmid fand Josephsohns Arbeit toll und bekam von diesem eine Figur als Anzahlung an die Miete geschenkt. Hans Jörg Schmid ist ein Mensch, der sich freut, wenn etwas Neues entsteht und wächst. So hat er hier im Sittertal viel Ungewöhnliches möglich gemacht und substanziell unterstützt.

Und wie ist dann letztlich die Stiftung entstanden?

Felix: Mir war bewusst, dass wir Hans Jörg Schmid involvieren und unsere Sache auch zu seiner machen müssen. Zu dritt gingen wir dann aufs Notariat am St.Galler Bahnhofplatz, um die Stiftung zu gründen. Das war der Grundstein dafür, dass hier so viel anderes noch entstehen konnte, dass wir in der Bibliothek das dynamische Ordnungssystem entwickeln konnten und an andere Unterstützungen und Gelder gekommen sind.

Felix Lehner (Bild: Florin Röösli) 

Felix Lehner (Bild: Florin Röösli) 

Was ist die wich­tigs­te Er­kennt­nis aus all der Zeit?

Fe­lix: Dass es im­mer Ver­än­de­rung braucht, um ei­nen be­stimm­ten Geist zu er­hal­ten. Aber vor al­lem braucht es ei­ne Vor­stel­lung, ei­nen Traum! Und Ver­än­de­rung ist nicht im­mer will­kom­men, weil sie die Ur­sprungs­idee vor­der­grün­dig viel­leicht auch in­fra­ge stellt. Und jetzt ste­hen wir vor dem nächs­ten wich­ti­gen Schritt: dem Aus- und Auf­bau der Bi­blio­thek.

Pa­tri­cia, du lei­test seit sie­ben Jah­ren die Stif­tung Sit­ter­werk. Was ist der Grund für den Aus­bau? 

Pa­tri­cia: Kunst ent­steht hier im­mer auch im Kon­text von Wis­sen, Ex­pe­ri­men­tie­ren und Aus­pro­bie­ren. Die­ses Wis­sen ist ein fi­xer und ele­men­ta­rer Teil der In­fra­struk­tur. Und die­sen Wis­sens­schatz kann man un­end­lich ver­grös­sern – und da­mit wächst auch die In­fra­struk­tur. Auch al­len an­de­ren Leu­ten, die sich da­für in­ter­es­sie­ren, wird Raum ge­ge­ben, Wis­sen zu er­grün­den und aus­zu­bau­en. 

Fe­lix: Es geht uns bei der Bi­blio­thek und dem Werk­stoff­ar­chiv nicht nur um Grös­se al­lein, son­dern dar­um, den Raum so zu nut­zen, dass man sich nicht ge­gen­sei­tig stört. Et­wa wenn wir Füh­run­gen ha­ben und gleich­zei­tig je­man­den im Gäs­te­zim­mer in der Bi­blio­thek wohnt und ar­bei­tet. Die­se Kurz­auf­ent­hal­te und die Mög­lich­keit, die gan­ze Nacht in der Bi­blio­thek zu ver­brin­gen, wer­den sehr ge­schätzt. Es ist ein Ort der Ex­zel­lenz, der Ru­he, des Ver­trau­ens, der In­ti­mi­tät. Wir wol­len der Ar­beit un­se­rer Nut­zer:in­nen die Kon­zen­tra­ti­on und den Raum zur Ver­fü­gung stel­len, der sie be­darf. Das Kon­zept der Bi­blio­thek ist die «dy­na­mi­sche Ord­nung»: Je­de Nacht scan­nen zwei Ro­bo­ter die Re­ga­le, da­mit man weiss, wo wel­ches Buch ab­ge­legt ist. Ei­ne fi­xe Ord­nung gibt es nicht. 

Kommt dieses Konzept mit dem Ausbau der Bibliothek auf den Prüfstand? 

Felix: Dieses dynamische Ordnungssystem ist weltweit einzigartig und Teil unserer Identität. Wir haben es vor 20 Jahren entwickelt und verschiedene Preise dafür bekommen, international wird es in Publikationen erwähnt, Leute pilgern hierher, um es zu sehen und damit zu arbeiten. Und es wurde noch nie kopiert. Nun haben wir die Chance, es neu aufzusetzen, flexibler zu machen. Bisher fehlten uns die Mittel dazu. Das Projekt wird vom Kanton gefördert, auch weil wir das System im neuen Raum unter anderen Bedingungen weiterentwickeln können. Wir müssen aber noch viel Geld dafür sammeln.

Patricia: Vor allem müssen wir dafür einstehen – Stichwort: neue Kantons- und Stadtbibliothek am Blumenmarkt. Dort ist man zurückgekrebst, weil man keine Mehrheit findet. Es wird aber auch in drei Jahren keine Mehrheit geben. Deshalb muss man dafür kämpfen, weil es wichtig, nötig und dringend ist – und zwar um jeden Preis.

Felix: Kultur ist nicht demokratisch, aber zentrale Grundlage der Demokratie und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung! Kunst ist kein Bereich, der über Mehrheiten funktioniert. Natürlich ist es extrem wichtig, Kultur an eine Mehrheit zu vermitteln, Zugänge zu schaffen. Letztlich braucht es aber eine Sensibilität für Kunst und Kultur. Und dafür braucht es physische Orte und Erlebnisse, die ein Verständnis entstehen lassen.

Patricia Hartmann (Bild: Florin Röösli)

Patricia Hartmann (Bild: Florin Röösli)

Ihr habt nebst der Bi­blio­thek hier auch ein um­fas­sen­des Werk­stoff­ar­chiv mit tau­sen­den von Ma­te­ri­al­pro­ben. Steigt die Dring­lich­keit oder Not­wen­dig­keit ei­nes hap­ti­schen Ar­chivs für  Ma­te­ria­len mit der Zu­nah­me der Di­gi­ta­li­sie­rung?

Fe­lix: Es gibt un­zäh­li­ge Da­ten­ban­ken und es ist gross­ar­tig, was man al­les im In­ter­net fin­det. Aber zu wis­sen, dass man nach St.Gal­len kom­men und Schub­la­de Num­mer 337 auf­ma­chen kann, um ein be­stimm­tes Ma­te­ri­al zu se­hen und an­zu­fas­sen, das ist ei­ne an­de­re Qua­li­tät.

Und wer nutzt es und wo­für?

Pa­tri­cia: Ge­ra­de sitzt hier Mir­jam Stur­zen­eg­ger, ei­ne Künst­le­rin aus Bern, sie ist her­ge­kom­men we­gen die­ses phy­si­schen Werk­stoff­ar­chivs. Wahr­schein­lich plant sie ein Werk und schaut sich po­ten­zi­el­le Ma­te­ria­len da­für an. Das ist ein ty­pi­sches Bei­spiel der Nut­zung.

Fe­lix: Wir müs­sen das Ana­lo­ge ver­ste­hen und ver­tei­di­gen. Am Schluss sind wir Fleisch und Blut und Kör­per und Ma­te­rie. Wir sind bio­lo­gi­sche We­sen, die mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren, auf­ein­an­der an­ge­wie­sen sind und ster­ben. Ich glau­be, das Phy­si­sche ist ent­schei­dend, ge­ra­de in schwie­ri­gen Zei­ten, in de­nen ge­sell­schaft­lich so we­nig Ori­en­tie­rung da ist, so viel Ver­un­si­che­rung.

Sitter-Ciné und Jubiläumsprogramm

Die Stif­tung Sit­ter­werk or­ga­ni­siert vom 25. bis 28. Au­gust zum vier­ten Mal das Open-Air-Ki­no Sit­ter-Ci­né beim Ba­de­haus – mit Bar und Ba­di. Die Kunst­fil­me er­gän­zen das öf­fent­li­che Rah­men­pro­gramm der Fei­er­lich­kei­ten zum Dop­pel­ju­bi­lä­um.

Diens­tag, 25. Au­gust: 
18 Uhr: Füh­rung zur Ge­schich­te des Sit­ter­tal-Are­als; 19 Uhr: Ge­spräch mit Hans-Jörg Schmid und Fe­lix Leh­ner, mo­de­riert von Mar­cel Bäch­ti­ger (Ar­chi­tek­tur­his­to­ri­ker, Fil­me­ma­cher und Re­dak­teur «Hoch­par­terre»); 20:30 Uhr: Film­pro­gramm ku­ra­tiert von Mar­cel Bäch­ti­ger. 

Mitt­woch, 26. Au­gust: 
18 Uhr: Füh­rung durch of­fe­ne Ate­liers und Rund­gang mit Gast­künst­ler:in­nen; 20:30 Uhr: Film­pro­gramm ku­ra­tiert von Ka­ta­lin Deér (Künst­le­rin und Mit­be­grün­de­rin Ate­lier­haus Stif­tung Sit­ter­werk). 

Don­ners­tag, 27. Au­gust: 
18 Uhr: Füh­rung zu Ver­bor­ge­nem und Un­be­kann­tem; 20 Uhr: Kon­zert und Film­pro­gramm von Xol Meiss­ner (Kom­po­nist und Mu­si­ker). 

Frei­tag, 28. Au­gust: 
18 Uhr: Füh­rung zur Ar­chi­tek­tur im Sit­ter­tal-Are­al; 20:30 Uhr: Film­pro­gramm ku­ra­tiert von Bar­ba­ra Bie­der­mann (Lei­te­rin Kunst­bi­blio­thek Stif­tung Sit­ter­werk).

sit­ter­werk.ch

Ihr ver­sucht auch, eu­ren Bei­trag zu mehr Nach­hal­tig­keit zu leis­ten. Wie macht ihr das?

Fe­lix: In den letz­ten zehn Jah­ren ha­ben wir uns in der Kunst­gies­se­rei in­ten­siv da­mit aus­ein­an­der­ge­setzt, was es be­deu­tet, wenn wir so viel Gas ver­brau­chen, Me­tall auf 1200 Grad er­hit­zen und un­se­re Guss­for­men ei­ne Wo­che lang bei 700 Grad im Ofen ha­ben. Un­se­re Ar­beit ist ein Hand­werk, das viel En­er­gie ver­braucht und viel CO₂ er­zeugt. Auch des­halb, weil wir, un­se­re Wer­ke und die Künst­ler:in­nen im in­ter­na­tio­na­len Kon­text oft rei­sen müs­sen. Wir müs­sen un­se­ren CO₂-Ab­druck hin­ter­fra­gen. Seit 2019 ma­chen wir des­halb re­gel­mäs­si­ge Kli­ma­bi­lan­zen, ha­ben di­ver­se Mass­nah­men ein­ge­lei­tet und sind hier im Sit­ter­tal am per­fek­ten Ort, um das Pro­blem ganz kon­kret an­zu­ge­hen.

In­wie­fern?

Fe­lix: Es ist wich­tig, Nach­hal­tig­keit in al­len Ge­sell­schafts­schich­ten zu dis­ku­tie­ren. Auch in der Kul­tur. In der Kunst kann man aber Qua­li­tät nicht ein­fach über CO₂ ab­han­deln. Nur weil die Pro­duk­ti­on ei­nes Kunst­werks we­nig CO₂ frei­setzt, ist die­ses noch lan­ge nicht gut. Aber wir al­le sind ver­pflich­tet, un­se­re Emis­sio­nen zu re­du­zie­ren. Des­halb ha­ben wir ei­ne Stel­le ge­schaf­fen, die sich um Kli­ma­fra­gen küm­mert. Spä­tes­tens 2040 wol­len wir im Sit­ter­tal kli­ma­neu­tral ar­bei­ten und pro­du­zie­ren. Na­tür­lich sind wir pri­vi­le­giert, weil wir die Was­ser­kraft der Fluss­schlau­fe der Sit­ter um un­ser Are­al nut­zen kön­nen, da kom­men enorm vie­le Ki­lo­watt­stun­den um die Kur­ve.

«Kunst ent­steht hier im­mer auch im Kon­text von Wis­sen, Ex­pe­ri­men­tie­ren und Aus­pro­bie­ren.»

Patricia Hartmann, Co-Leiterin Stiftung Sitterwerk

Till: Statt Kli­ma­kom­pen­sa­tio­nen ein­zu­kau­fen, wie es bei vie­len Be­trie­ben üb­lich ist, wol­len wir hier vor Ort et­was be­wir­ken. Pro­jek­te zur Re­duk­ti­on der CO₂-Be­las­tung, et­wa die Py­ro­ly­se-An­la­ge, sind re­al. Das gibt ei­ne an­de­re Zu­frie­den­heit und Ver­bun­den­heit mit der The­ma­tik.

Was hat denn der Stand­ort Shang­hai mit der Kli­ma­dis­kus­si­on zu tun? Ist das wi­der­sprüch­lich oder för­dert es eu­re Kli­ma­bi­lanz?

Fe­lix: Die Er­öff­nung des Stand­orts Shang­hai war ein prag­ma­ti­scher Ent­scheid. 2005 ha­ben wir den Bä­ren von Urs Fi­scher pro­du­ziert. Über ein Jahr lang ha­ben wir am Mo­dell ge­baut. Am Vor­abend der Er­öff­nung der Mu­se­ums­aus­stel­lung in Rot­ter­dam war es schon drei­mal ver­kauft. Wir wa­ren zwar glück­lich und stolz, aber auch scho­ckiert. Um drei Bron­ze-Ab­güs­se her­zu­stel­len, hät­ten wir zwölf Jah­re ge­braucht. Al­so brauch­ten wir Part­ner:in­nen, ei­ne Gies­se­rei, die Bron­ze­güs­se im Gross­for­mat her­stel­len kann. Am En­de sind wir in Shang­hai ge­lan­det. Und ha­ben fünf Jah­re ge­braucht für die drei Wer­ke.

20 Jah­re spä­ter seid ihr im­mer noch dort.

Fe­lix: Wir ha­ben dann 2012 ei­ne ei­ge­ne Fir­ma ge­grün­det und im­mer wie­der Leu­te aus un­se­rem St.Gal­ler Team zur Un­ter­stüt­zung nach Shang­hai ge­schickt. Der Aus­tausch mit der chi­ne­si­schen Kul­tur, mit den Kunst­schaf­fen­den, dem an­de­ren Den­ken, das al­les ist sehr wert­voll für uns. Aber auch der Know-how-Trans­fer in bei­de Rich­tun­gen ist enorm und ex­trem span­nend. Ins­ge­samt ist es ei­ne gros­se Be­rei­che­rung. Aber es gab na­tür­lich auch vie­le Kon­tro­ver­sen.

We­gen po­li­ti­scher Be­den­ken oder eben we­gen der Nach­hal­tig­keit?

Fe­lix: Ei­ni­ge Mit­ar­bei­ten­de sa­hen Wi­der­sprü­che, weil wir hier zu be­schei­de­nen Löh­nen ar­bei­ten, auf Nach­hal­tig­keit ach­ten, bio­lo­gisch ein­kau­fen und auf ÖV set­zen – und dann fliegt man nach Shang­hai und pro­du­ziert für ver­mö­gen­de Samm­ler:in­nen aus den USA und aus Frank­reich drei gi­gan­ti­sche Bä­ren in Bron­ze. Die­se Aus­ein­an­der­set­zung war aber da­mals wie heu­te wich­tig. Es ist ein Di­lem­ma, das sich nicht ein­fach lö­sen lässt, aber die of­fe­ne Aus­ein­an­der­set­zung da­mit ist für uns sehr pro­duk­tiv und wei­tet den Blick und das Ver­ständ­nis für die Kom­ple­xi­tät un­se­rer Welt.

Till: In den letz­ten 20 Jah­ren wa­ren di­ver­se Mit­ar­bei­ter:in­nen dort, auch sol­che, die an­fangs skep­tisch wa­ren. Bei der Rück­kehr hat­ten sie er­wei­ter­te Per­spek­ti­ven auf die The­ma­tik.

Fe­lix: Man hat ein­fach mehr da­von, wenn man sich mit Men­schen auf der Welt aus­ein­an­der­setzt und zu­sam­men­tut, als wenn man sich ab­schot­tet. Da­mit ist nichts ge- won­nen. Auch nicht mit ei­nem Boy­kott, denn auch in au­to­kra­ti­schen und un­de­mo­kra­ti­schen Län­dern le­ben auf­rech­te Men­schen, mit de­nen man sich aus­tau­schen kann.

Das Interview in der Kunstbibliothek der Stiftung Sitterwerk. (Bild: Florin Röösli)

Das Interview in der Kunstbibliothek der Stiftung Sitterwerk. (Bild: Florin Röösli)

Die Kunst­gies­se­rei ist seit ih­ren An­fän­gen im Are­al ge­wach­sen, auch per­so­nell: Vor 15 Jah­ren wa­ren es et­wa 40 Leu­te, heu­te dop­pelt so vie­le. Stösst der Stand­ort St.Gal­len ir­gend­wann an sei­ne Gren­zen? Hilft je­ner in Shang­hai da­hin­ge­hend?

Fe­lix: Wir ha­ben hier im Sit­ter­tal ein rie­si­ges Po­ten­zi­al. In den nächs­ten Jahr­zehn­ten ha­ben wir hier Platz, kön­nen neue Pro­jek­te ent­ste­hen und an­de­re Fir­men oder In­sti­tu­tio­nen an­zie­hen, kön­nen wach­sen oder klei­ner wer­den und den Ort mit un­se­rer Ar­beit prä­gen.

Till: Die Mo­ti­va­ti­on für den Stand­ort Shang­hai war nicht die Ex­pan­si­on, son­dern die ge­gen­sei­ti­ge Er­gän­zung. Für un­se­re Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se ist es von Vor­teil, bei­de Stand­or­te zu ha­ben. Die Her­aus­for­de­run­gen und Lö­sungs­fin­dun­gen sind an bei­den Or­ten sehr ähn­lich. Ent­schei­dend ist es, gu­te Pro­jek­te um­zu­set­zen.

Mit wel­chen Her­aus­for­de­run­gen habt ihr ak­tu­ell zu kämp­fen?

Fe­lix: Man kann schon von ei­ner sub­stan­zi­el­len Kri­sen­zeit spre­chen. Welt­weit gibt es ei­ne rie­si­ge Ver­un­si­che­rung. Künst­ler:in­nen ha­ben es viel schwie­ri­ger, ih­re Wer­ke zu ver­kau­fen, weil Ga­le­rist:in­nen viel we­ni­ger Ri­si­ken ein­ge­hen. Auch die stei­gen­den Pro­duk­ti­ons­kos­ten und Roh­stoff­prei­se hem­men die Mög­lich­kei­ten und die Ri­si­ko­be­reit­schaft von Mu­se­en und Samm­lun­gen. 

Gibt es die Über­le­gung, ver­mehrt in Shang­hai zu pro­du­zie­ren we­gen der tie­fe­ren Kos­ten?

Fe­lix: Nein. Aber es ist wei­ne an­spruchs­vol­le Si­tua­ti­on. Hin­ter un­se­rer Ar­beit steckt ein kom­ple­xer und ar­beits­in­ten­si­ver Pro­zess aus Pla­nung und Hand­werk. Ei­gent­lich ist die Schweiz mit den ho­hen Löh­nen der fal­sche Ort da­für. Pro­duk­ti­ons­be­trie­be be­fin­den sich nor­ma­ler­wei­se im Aus­land, in Län­dern mit tie­fe­ren Löh­nen. Wir pro­bie­ren, ei­nen Gross­teil in St.Gal­len zu ma­chen, ar­bei­ten zu mitt­le­ren bis be­schei­de­nen Löh­nen. Un­se­re Spe­zia­list:in­nen könn­ten wo­an­ders sehr viel mehr ver­die­nen. Es ist ei­ne Her­aus­for­de­rung, mit dem teu­ren Fran­ken und den auf­wen­di­gen Pro­zes­sen bei gleich­blei­ben­der Qua­li­tät kos­ten­de­ckend zu pro­du­zie­ren.

Till: Wir wollen keinesfalls die Arbeit auslagern, nur weil sie teurer ist, und von St.Gallen aus nur managen. Das würde auch nicht funktionieren, weil beide Standorte sich ergänzen und nicht ersetzen könnten. In St.Gallen sind wir in vielen verschiedenen Werkstätten für diverse Prozesse spezialisiert. In Shanghai produzieren wir grossformatige Skulpturen in der Treibtechnik oder im Sandgussverfahren.

Felix: Aber dafür braucht es ein Bekenntnis. Es funktioniert nur, weil die Menschen, die hier arbeiten, für etwas einstehen, obwohl die finanziellen Bedingungen nicht optimal sind. Und das ist eine interessante Auseinandersetzung und macht unser Team so stark.

Patricia: Wir werden regelmässig besucht, um diese Haltung sowie unsere Art zu wirtschaften und zu arbeiten zu vermitteln. Kürzlich war das Krisenmanagement der UBS hier (lacht). Auch Student:innen der HSG kommen her, um unsere Strukturen zu untersuchen. Und das macht uns vielleicht auch aus: Dass wir nicht nur reden, sondern diese Haltung auch leben – und sie von aussen wahrgenommen und reflektiert werden kann.

Ist das auch der Einfluss, den ihr auf die Region habt, neben eurer internationalen Strahlkraft?

Patricia: Wir leben hier bestimmte Werte, entwickeln neben der Kunst auch ernsthafte wirtschaftliche und nachhaltige Optionen sowie alternative Modelle. Damit prägen wir schon auch die Region. 

Till Jäckli (Bild: Florin Röösli) 

Till Jäckli (Bild: Florin Röösli) 

Till: Die Künst­le­rin Bar­ba­ra Si­gner hat ein­mal ge­sagt, St.Gal­len ha­be zwar kei­ne Kunst­hoch­schu­le, da­für die Kunst­gies­se­rei und das Sit­ter­werk. Ich emp­fin­de es, als hät­te ich hier stu­diert. Ich hat­te noch nie ei­nen an­de­ren Be­ruf als hier in der Kunst­gies­se­rei. Wie auch ei­ni­ge an­de­re in un­se­rem Team, ha­be ich nach der Ma­tu­ra und ei­nem Prak­ti­kum ent­schie­den, hier die Leh­re zu ma­chen – und schliess­lich die «Uni­ver­si­tät Sit­ter­tal». Im Sit­ter­werk und der Kunst­gies­se­rei wird ge­macht, re­flek­tiert und sich aus­ge­tauscht. Man kann Pro­zes­se an­schau­en, er­le­ben und ler­nen, er­for­schen und ar­chi­vie­ren. Das ist un­se­re Be­deu­tung in der Re­gi­on. Und ich glau­be, sie wird im­mer stär­ker und ma­ni­fes­tiert sich lang­sam.

Fe­lix, du bist in­zwi­schen 65, al­so im Pen­si­ons­al­ter, Die Kunst­gies­se­rei ist dein Le­bens­werk. Wie stark be­schäf­tigst du dich – oder das gan­ze Lei­tungs­team – mit der Nach­fol­ge­re­ge­lung?

Fe­lix: Na­tür­lich fest, das treibt uns schon seit ei­ni­gen Jah­ren um. Un­ser Team hat sich im­mer wie­der er­neu­ert und ver­jüngt. Ei­ne gros­se Kraft liegt in all den Men­schen, die hier zu­sam­men­ar­bei­ten. Seit acht Jah­ren ar­bei­tet auch Mo­ritz, ei­ner mei­ner Söh­ne, der auch Me­tall­bau­er ist, hier in der Kunst­gies­se­rei. Er ist Teil der Ge­schäfts­lei­tung und gibt sei­ne gan­ze Kraft mit hin­ein. Wir sind stark ge­wach­sen, und um die Or­ga­ni­sa­ti­on bes­ser zu struk­tu­rie­ren, ha­ben wir vor et­wa sechs Jah­ren die Ge­schäfts­lei­tung mit Till, Da­vid An­der­matt, Ani­ta Ma­mu­zić und Mo­ritz Leh­ner ins Le­ben ge­ru­fen. Seit acht Mo­na­ten ist Jo­han­nes Rick­li zur Un­ter­stüt­zung der Ge­schäfts­lei­tung da­bei. Und seit vie­len Jah­ren en­ga­giert sich mein zwei­ter Sohn Bas­ti­an im Ver­wal­tungs­rat der Kunst­gies­se­rei. Schon heu­te funk­tio­niert sehr vie­les oh­ne mich, ich bin da sehr dank­bar. Wäh­rend ich frü­her ei­nen sehr gu­ten Über­blick über al­le lau­fen­den Pro­jek­te hat­te, kommt es in­zwi­schen vor, dass ich durch die Werk­statt ge­he und tol­le Kunst­wer­ke se­he, von de­nen ich nicht weiss, von wem sie sind oder wo­hin sie ge­hen – und es wer­den im­mer mehr da­von. Es bleibt noch et­was Zeit, aber der Plan ist klar, dass ich mich mehr und mehr auf an­de­re Din­ge kon­zen­trie­re.

«Im Sit­ter­tal bist du Teil ei­nes gan­zen Kos­mos.»

Till Jäckli, Geschäftsleitungsmitglied Kunstgiesserei

Till: Wir sind gut or­ga­ni­siert. Wir ha­ben rund zehn Pro­jekt­lei­ter:in­nen, zehn Werk­statt­lei­ter:in­nen und ein ins­ge­samt sehr gut funk­tio­nie­ren­des Team. So kön­nen wir die über 300 Pro­jek­te im Jahr be­wäl­ti­gen. Da­bei spielt Selbst­ver­ant­wor­tung und Schwarm­in­tel­li­genz ei­ne gros­se Rol­le. Es ist von al­len ab­hän­gig, dass es hier läuft, so wie es läuft. 

Fe­lix: Vie­le sind ja auch schon sehr lang da­bei, sind weg­ge­gan­gen und sind wie­der zu­rück­ge­kom­men. Das ist wahn­sin­nig wert­voll. Sa­mu­el Bi­schof bei­spiels­wei­se ar­bei­tet seit 1987 in der Kunst­gies­se­rei, als sie noch in Bein­wil am See war. Auch Lu­kas Fur­rer, un­ser Ar­chi­tekt, ent­wi­ckelt seit 26 Jah­ren un­se­re Räu­me und Werk­stät­ten. Die Kunst­gies­se­rei ist ge­prägt von vie­len tol­len Men­schen, die das al­les er­mög­li­chen, viel bei­getra­gen ha­ben und Teil da­von sind. Es war nicht im­mer ein­fach, wir ha­ben auch vie­le Kri­sen er­lebt und ge­mein­sam durch­ge­stan­den. Oft ha­ben wir viel hin­ein­ge­ge­ben, neue Ideen und In­itia­ti­ven ent­wi­ckelt, oh­ne zu wis­sen, ob es klappt, und spä­ter hat es sich in ei­ner an­de­ren Form aus­be­zahlt. 

Till: Das muss man ler­nen. Es ist nicht leicht, Ver­än­de­run­gen zu ak­zep­tie­ren und da­mit um­zu­ge­hen. Manch­mal weiss man erst zehn Jah­re spä­ter, wes­halb sich et­was ge­lohnt hat, weil sich das Er­geb­nis an ei­nem an­de­ren Ort oder in ei­ner an­de­ren Form zeigt. Das ist cool – im Nach­hin­ein. Im Sit­ter­tal bist du Teil ei­nes gan­zen Kos­mos.

Pa­tri­cia: Der eben nur ent­steht, weil nicht al­les mess­bar ist und da­durch be­wer­tet wird. Das muss man kön­nen und im­mer wie­der wol­len. 

 

Fe­lix Leh­ner, 1960, grün­de­te die Kunst­gies­se­rei 1983 in Bein­wil am See und zü­gel­te sie 1994 nach St.Gal­len. 2006 rief er mit Hans Jörg Schmid und Da­ni­el Roh­ner die Stif­tung Sit­ter­werk ins Le­ben. Zu­sam­men mit Ul­rich Mein­herz be­treibt er auch das Kes­sel­haus Jo­seph­sohn, das den Nach­lass des Bild­hau­ers ver­tritt.

 

Till An­drea Jäck­li, 1985, ar­bei­tet seit 2005 in der Kunst­gies­se­rei in ver­schie­de­nen Funk­tio­nen. Seit 2019 ist der Gies­se­rei­tech­no­lo­ge und Be­triebs­wirt­schaf­ter Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung mit Fo­kus auf Fi­nan­zen und Pro­jekt­ad­mi­nis­tra­ti­on.

 

Pa­tri­cia Hart­mann, 1985, ist seit 2025 Co-Ge­schäfts­lei­te­rin der Stif­tung Sit­ter­werk. Zu­vor lei­te­te sie die­se seit 2019 al­lein. Sie hat Kunst­ge­schich­te stu­diert und ar­bei­te­te meh­re­re Jah­re in Pa­ris und in Zü­rich in Ga­le­rien für zeit­ge­nös­si­sche Kunst so­wie im Bun­des­amt für Kul­tur in der Kunst­för­de­rung.

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Heftvorschau 07/08/26
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