Man hat die Worte beinah noch im Ohr… Für Felix Lehner müsste es eine ganze Palette von Preisen geben: einen Innovationspreis, einen Unternehmerpreis, einen Kreativitätspreis, oder ganz einfach den «Prix Felix». Dies sagte Regierungsrat Martin Klöti am 27. Oktober in seiner Laudatio in der Lokremise. Anlass damals: Die Verleihung des Anerkennungspreises der st.gallischen Kulturstiftung an den Gründer des Sitterwerks.
Jetzt ist der «Prix Felix» bereits Tatsache geworden, und die Preis-Palette wächst an: Lehner erhält den alle vier Jahre vergebenen Grossen Kulturpreis der Stadt St.Gallen. Mit seiner Kunstbegeisterung habe Lehner in der ehemaligen Färberei Sittertal ein kulturelles Zentrum mit internationaler Ausstrahlung geschaffen, teilt die Stadt mit. Farbiger hatte es drei Monate zuvor Klöti gesagt: Lehner habe das Sitterwerk zu einem Nabel der globalen Kunstwelt gemacht und sei der lebende Beweis dafür, dass die Kombination von «Unternehmer» und «Kulturmensch» keine Giftmischung sei.
In der Tat ist das Sitterwerk heute ein Konglomerat mit mehreren Bestandteilen, historisch gewachsen und unter dem Dach der Stiftung Sitterwerk sorgfältig zusammengegossen: die Giesserei, die Kunstbibliothek mit rund 25’000 Bänden, zu wesentlichen Teilen aus dem Nachlass von Daniel Rohner, weiter ein Werkstoffarchiv und das Kesselhaus Josephsohn, das dem Werk des Bildhauers Hans Josephsohn (1920-2012) gewidmet ist. Die «Mischung aus Werkstatt, Labor, Studierzimmer und Ausstellungsraum» ermögliche branchenübergreifende Dialoge, schreibt der Stadtrat.
Felix Lehner, fotografiert von Katalin Deér
Seit 1994 betreibt Lehner die Werkstatt in St.Gallen, nachdem er bereits 1983 eine Kunstgiesserei in Beinwil am See gegründet hatte. Was mit ihm und zwei Mitarbeitern begann, hat sich zu einem international bekannten Betrieb mit 40 bis 50 Kunsthandwerkern entwickelt.
«Kunstschaffende aus der Schweiz und der ganzen Welt schätzen die hohe Professionalität und Innovationskraft in der Kunstgiesserei», schreibt die Stadt. Dank der «leidenschaftlichen Umsetzung künstlerischer Visionen» durch Lehner realisiert die Kunstgiesserei regelmässig Werke für internationale Grossaussstellungen wie die Biennale Venedig oder die Documenta Kassel. Die Arbeit des Sitterwerks ist unter anderem im Film Feuer und Flamme dokumentiert.
Der St.Galler Kulturpreis ist mit 30’000 Franken dotiert. Kontrovers diskutiert worden war 1990 der Preis für den Journalisten Niklaus Meienberg; seither haben Eveline Hasler, Roman Signer, Pic, Silvie Defraoui, Peter Liechti und Bernard Tagwerker die Auszeichnung erhalten. Gefeiert wird im Herbst, wie der Stadtrat mitteilt.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
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Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
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«Open House St.Gallen»
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