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Lehner, Schnyder und die Team-Kultur

Kunst ist kein Sololauf: Das war das Motto der Kulturpreis-Feier der st.gallischen Kulturstiftung am Freitag in der Lokremise. Geehrt wurden Sitterwerk-Gründer Felix Lehner und Autorin Rebecca C. Schnyder.
Von  Peter Surber

Den FC St.Gallen gegen Stickereibaron Gröbli? Das Theater gegen die Olma? Marktplatz gegen Akris? Die St.Galler Geschichte und Gegenwart als Spiel um Panini-Bildchen: Diese witzige Eröffnungsszene zum Stück Erstickte Träume konnte man am Freitagabend in der prallvollen Lokremise noch einmal sehen, drei Jahre nach der Uraufführung am gleichen Ort. Autorin Rebecca C.Schnyder spielte gleich selber, zusammen mit Schauspieler Matthias Flückiger. Und die Laudatio hob noch einmal die Qualitäten des Stücks hervor, den frischen Blick, die doppelbödige Sprache, den alles andere als betulichen Zugriff auf die schmerzhafte Geschichte der Stadt.

Szene aus „Erstickte Träume“. (Bild: Theater St.Gallen)

Das Stickereistück war einer der Gründe, warum die st.gallische Kulturstiftung Rebecca C. Schnyder ihren Förderpreis im Betrag von 10000 Franken verliehen hat. Trotz des dafür gewählten historischen Stoffs sei Schnyder aber nicht «die Eveline Hasler der Theaterbühne», frotzelte Laudator und Stiftungsrat Hansruedi Kugler. Schnyders Spezialität seien vielmehr Familiendramen und «beunruhigende Emanzipationsgeschichten», wie Alles trennt, kürzlich in der Kellerbühne uraufgeführt, oder das im Vorjahr vom Konstanzer Theater auf dem Säntis inszenierte Stück Und wenn sie gingen. Mit Texten wie diesen, aber auch Alles ist besser in der Nacht, ihrem Roman von 2016, einem «Antimärchen» um die rotzige Billy, habe sich die in Ausserrhoden aufgewachsene Autorin als prägnante Stimme in der Ostschweiz etabliert.

Rebecca C.Schnyder.

Damit eine solche Stimme auch gehört wird, braucht es Zusammenarbeit. Der Text allein mache noch kein Theater – nötig sei ein Team mit Regie, Technik, Spielerinnen und Spielern, Helfern. Das hob Stiftungspräsidentin Corinne Schatz in ihrer Begrüssung hervor. Sie erinnerte an die Wechselfälle der Kunstgeschichte: Hier das Bild des genialen Künstlerindividuums und die Verabsolutierung der künstlerischen Idee – dort die Werkskepsis des 20. Jahrhunderts bis hin zur werkfreien Konzeptkunst. Und hier in St.Gallen, unten im Sittertal, einer, der nicht der Künstler sein will, sondern der Handwerker, der hilft, dass aus Ideen Kunst wird: Felix Lehner.

Man müsste Felix Lehner eine ganze Palette anderer Preise geben: einen Innovationspreis, einen Unternehmerpreis, einen Kreativitätspreis… oder ganz einfach den «Prix Felix», sagte Regierungsrat und Stiftungs-Vizepräsident Martin Klöti in seiner Laudatio zum mit 20000 Franken dotierten Anerkennungspreis.  Lehner habe das Sitterwerk zu einem Nabel der globalen Kunstwelt gemacht und sei der lebende Beweis dafür, dass die Kombination von «Unternehmer» und «Kulturmensch» keine Giftmischung sei.

Der Start 1994 im Sitterwerk, rechts Felix Lehner. (Bild: Archiv Sitterwerk)

1994 war Felix Lehner vom aargauischen Beinwil zurück nach St.Gallen gekommen, mit zwei Mitarbeitern. Heute arbeiten im Sitterwerk 40 bis 50 Personen, betreiben Kunstgiesserei, Bibliothek, Werkstoffarchiv, Kesselhaus Josephsohn und weitere dem Sitterwerk und der Stiftung angegliederte Arbeitsfelder.

Einen Grund für den Erfolg liess die Bilderserie zur Geschichte des Sitterwerks erahnen: engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Einen weiteren möglichen Grund nannte Lehner in seiner Dankrede: Das Sitterwerk sei am Rand der Stadt gelegen, unter der Brücke, an einem nicht so ganz definierten Ort. Einem guten Ort vermutlich für freies Denken, für jenen «Mut, Eigensinn, Inspiration und kulturellen Elan», welche die Jury ihrem Preisträger attestiert.

Felix Lehner.

Felix Lehner lobte daneben das tolle Kulturklima in St.Gallen. Martin Klöti war stolz darauf, eine Institution wie das Sitterwerk in der Region zu haben. Und Hansruedi Kugler lobte das Theater St.Gallen und sein vielseitiges Programm. Bloss beim Lob blieb es allerdings nicht. Schnyder wie Lehner betonten, wie willkommen ihnen das Preisgeld sei – weil mit künstlerischer Arbeit niemand reich werde und die Kultur Unterstützung brauche.

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

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Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
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Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

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Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

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Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

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«Open House St.Gallen»

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Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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