Mehr als Jazz im Kultbau
Seit vielen Jahren arbeitet der Schlagzeuger und Hackbrettler Gilbert Paeffgen in einem Trio mit dem St.Galler Pianist Fabian Müller und dem Bassisten Claude Meier zusammen. Das Trio tritt am Freitag, 25. September, eingeladen von Gambrinus Jazz Plus, im Kultbau St.Gallen auf.
Gilbert Paeffgen Trio (v.l): Claude Meier, Fabian Mueller und Gilbert Paeffgen. (Bild: pd/Manu Friederich)
Gilbert Paeffgen, geboren 1958 in Würzburg, begann seine musikalische Karriere in Krautrockgruppen, spielte ab 1983 im Free Funk Trio mit und suchte fortan die Zusammenarbeit mit einer beeindrucken Anzahl von Musiker:innen aus Jazz und Weltmusik. Dazu gehören zum Beispiel Paolo Fresu, Peter Waters, Vera Kappeler, Töbi Tobler oder Christoph Baumann. Zudem ist er auf verschiedenen Alben anderer Musiker:innen zu hören.
Paeffgens eigene Diskografie umfasst mehr als 20 Einträge, die meisten in Trio-Besetzung, aber auch einige Solo-Alben wie das 2011 aufgenommene Wie klingt Glück? – 10 Momentaufnahmen oder zuletzt, 2023, GIA. Dass sich Paeffgen auch in den Klassikbereich vorwagt, demonstriert das 1998 erschienene Album The Treya Quartet plays Gabriel Fauré.
Das aktuelle Gilbert Paeffgen Trio gründete Paeffgen vor gut 25 Jahren. Mit ihm erkundet er Räume jenseits des klassischen Jazztrios. Oft steht das Appenzeller Hackbrett am Anfang seiner Kompositionen, die er dann mit seinem Trio um- und fortsetzt. Die Musik dieses Trios ist geprägt von Farbigkeit, Rhythmik, Folklore-Passagen, hypnotischen Tonfolgen und einem Wechselspiel von Melodien und freien Formen. Meist spielt das Trio eigene Kompositionen, aber auch Stücke, etwa von Charles Mingus, Abbey Lincoln oder Olivier Messiaen, tauchen im Repertoire auf.
Mit dem 1983 in St.Gallen geborenen Pianisten und Komponisten Fabian Mueller spielt ein Musiker im Paeffgen Trio mit, der ebenfalls offen ist für verschiedenste musikalische Ausdrucksformen. Er ist inzwischen zu einer gewichtigen Stimme im Schweizer Jazz geworden. Für sein Projekt Berg hat er sich mit dem renommierten norwegischen Schlagzeuger Øyvind Hegg-Lunde aufgemacht, traditionelle und alpine Musik mit Jazz zu verbinden.
Später hat er diese Erkundung mit der Sängerin Corin Curschellas und dem Hackbrettler Noldi Alder fortgesetzt. Auf Berg folgten Auftritte und Aufnahmen mit dem Augur Ensemble und zwei Duo-Projekte mit Reto Suhner und Kraake. Mit dem eigenen FM Trio hat er bisher vier Alben eingespielt. Mueller ist an zahlreichen Festivals aufgetreten, komponiert Theatermusik und ist mehrfach ausgezeichnet worden. Der Bassist Claude Meier ist das dritte Mitglied des Gilbert Paeffgen Trios und ein gefragter Elektro- und Kontrabassist, der in zahlreichen Bands mitspielt, komponiert und arrangiert und schweizweit sowie international auftritt.
Im vergangenen Jahr hat das Paeffgen Trio das Album Der Mann auf dem Trampolin (Rabbitt Hill Records) veröffentlicht. Darauf zeigt sich, wie innovativ und musikalisch vielfältig dieses Trio ist, wenn es auf eigene und originelle Weise über ein Appenzeller Zäuerli improvisiert, Duke Ellingtons afrikanisch geprägtes African Flower interpretiert oder jazzige Eigenkompositionen spielt. «Hier sind keine Jazzpuristen am Werk», charakterisiert Jazzkritiker Tom Gsteiger die Musik des Trios, «sondern weltoffene Musiker, in deren Schaffen sich Forschungsdrang und Formbewusstsein die Waage halten.» Hohes Lob, das auf einen spannenden Auftritt in St.Gallen einstimmt.
Gilbert Paeffgen Trio: Freitag, 25. September, 20 Uhr, Kultbau St.Gallen. Reservation unter www.gambrinus.ch
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