Die unverzichtbaren Sommertipps – Teil 5
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Speaking Rest, 2023. Öl auf Leinwand, 306 × 195 cm.
Noemi Pfister, 1991, aus Locarno, lebt und arbeitet in Basel. Sie hat Fine Arts in Basel und Genf studiert. In ihrer Malerei verbindet Pfister kunsthistorische Motive mit Popkultur und dem kollektiven Bildgedächtnis. Traumartige Landschaften werden von rätselhaften Figuren bevölkert, deren Körper zwischen Spiel, Erschöpfung und Kontemplation oszillieren. Durch die Verbindung des Vertrauten mit dem Unheimlichen erkundet ihre Arbeit mögliche Formen von Gemeinschaft und Koexistenz.
Ein Bergdorf als Ausstellungsraum
Zum ersten Mal werden die Werke des vor 30 Jahren verstorbenen Glarner Fotografen Emil Brunner (1908–1995) in seinem Heimatkanton gezeigt. Die Ausstellung «Berg Kind Welt» in Braunwald wird von Fridolin Walcher, ebenfalls Fotograf aus Glarus, kuratiert und gemeinsam mit dem Verein Bsinti Kultur in Kooperation mit der Fotostiftung Schweiz realisiert. Im Zentrum stehen Kinderporträts, die Brunner während der Kriegsjahre 1943 und 1944 im Bündner Oberland aufnahm. Die frontal und ungeschönt fotografierten Gesichter erzählen von der Kindheit im alpinen Raum. Entstanden sind die Porträts, als Brunner wegen der geschlossenen Grenzen mehrfach den Kistenpass überquerte und dabei in abgelegene Dörfer gelangte. Einige der Rundwege durch Braunwald sind Teil der Ausstellung, auf denen Besucher:innen rund 60 Fotografien entdecken können. In ehemaligen Ställen ergänzen Originaltonaufnahmen der einst porträtierten Kinder die Bilder. Weitere Ausstellungsorte zeigen bislang wenig bekannte Arbeiten Brunners aus aller Welt – von der Sahara über Kurdistan bis in die Arktis. (Daria Frick)
Emil Brunner – «Berg Kind Welt»: Samstag, 20. Juni, bis Sonntag, 18. Oktober, diverse Orte in Braunwald.bsinti.ch
Nischenschmankerl in Bonaduz
Das kleine, fein kuratierte Rapid Openair mit einiger St.Galler Beteiligung hinter und manchmal auch vor der Kulisse geht 2026 in die nächste Runde. Ob Mitorganisatorin Franca Mock (Velvet Two Stripes) auch dieses Jahr wieder zum spontanen Jam auf die Bühne klettert, ist nicht bekannt. Das Line-up lässt sich aber auch so sehen: Am Freitag gastiert die rein weibliche Cheer-Punkband Ni-Hao!!! Aus Kyoto am Nachfolgefestival des Hohenrätien. Nicht minder laut headlinert am Samstag das russisch-ukrainische Electro-Punk-Duo Citron Sucré aus Lyon. Davor spielt unter anderem CV Vision aus Berlin seine gewagte Mischung aus sanftem Synth-Pop, Techno-Experimenten und Psychedelic. Garage Funk und Experimental Noise gibts von den beiden Genfern von Cyril Cyril, die schon länger auf dem Wunschzettel des OK standen. Regionales Musikschaffen liefern der Bündner Indie-Popper Leander Albin und die Thurgauer Queerpunks von Verbrennung 3. Grades. Nicht zu vergessen natürlich die Urban-Klänge der (T)Rapperin SVMTHOX und des Latin-Groovers Akira, beide aus Zürich, beide am Samstag auf der Bühne. (Roman Hertler)
Rapid Openair: Freitag, 31. Juli, bis Samstag, 1. August, Bonaduz.rapidopenair.ch
Kultur am Ufer
Zum 40. Mal verwandelt sich die Uferpromenade in Friedrichshafen diesen Sommer in ein Festival der Künste. Musik, Theater, Kino, Kabarett, Strassenkunst und ein Markt für Kunsthandwerk locken jährlich zahlreiche Besucher:innen ans Kulturufer-Festival an den Bodensee. Mittlerweile ist das Festival vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sogar als «Green Event BW» ausgezeichnet, also als Veranstaltung, die «Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft» übernimmt. Ob es die Natur mit viel Sonne danken wird? Sicher ist, dass auch in diesem Jahr lokale sowie internationale Künstler:innen aus diversen Genres auf den Bühnen des Festivals zu sehen sind. Darunter Bands wie Anda Morts oder Dead Chic, ein Projekt des Sängers Andy Balcon (Heymoonshaker) und des Gitarristen Damien Félix (Catfish), und Musiker:innen wie Alli Neumann oder Mola, die in den letzten Jahren am Lollapalooza oder dem Deichbrand Festival auftrat. (Daria Frick)
Kulturufer: Freitag, 31. Juli, bis Sonntag, 9. August, Uferpromenade, Friedrichshafen. kulturufer.de
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 1: Openair-Kinos, Blablabor – «Guerilla Radio», Michail Pirgelis – «HYLE», «Heimatflimmern», Kulturfestival St.Gallen, Leonce und Lena, Kunstspaziergänge und Musik im «Flöözli» sowie Rundgänge zum Blumenwies und zur Schwammstadt.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht