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Das Glück, bei Peter Kamm Stein zu sein

Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?

Impression aus der Galerie Kirchgasse in Steckborn: Bild und Skulptur von Peter Kamm (Bilder: pd/E. Sommer)

Impression aus der Galerie Kirchgasse in Steckborn: Bild und Skulptur von Peter Kamm (Bilder: pd/E. Sommer)

Da­mit hat wohl nie­mand ge­rech­net. Am we­nigs­ten der Künst­ler selbst. Es geht auch nicht um Rech­nen, Be­rech­nen, Er­war­ten, Vor­aus­se­hen. Im Ge­gen­teil. Aus der Si­tua­ti­on her­aus Mög­lich­kei­ten des Han­delns er­ken­nen, dem Zu­fall Zeit und Raum ge­ben, Über­ra­schun­gen zu­las­sen, For­men füh­len, Glück emp­fin­den. «Glück­li­che Be­we­gun­gen» heisst denn auch die Aus­stel­lung von Pe­ter Kamm (*1958) in der Kirch­gas­se in Steck­born. 

Aber der Rei­he nach, mä­an­dernd. Früh­ling 2026: Wir be­fin­den uns im Ate­lier in Ar­bon, ei­ne rie­si­ge Hal­le, in der sich Pe­ter Kamm 2013 neu ein­rich­ten konn­te. Hier, im Sau­rer Are­al, ar­bei­te­te er seit 1993 an ver­schie­de­nen Or­ten. Die bei­den frü­he­ren Ate­lier-Ge­bäu­de sind in der Zwi­schen­zeit Neu­bau­ten ge­wi­chen.

Heu­te lässt sei­ne Stein­hau­er­lun­ge das Ar­bei­ten am Stein selbst nicht mehr zu. Die Si­li­ko­se be­ein­träch­tigt die Lun­gen­funk­ti­ons­tüch­tig­keit zu mas­siv, die Sau­er­stoff­auf­nah­me ist ein­ge­schränkt. Doch der Künst­ler ist je­weils live per Vi­deo-Call da­bei, wenn Stein­metz Mi­cha­el Eg­li von Stein zu Stein geht, um mit ihm den ak­tu­el­len Zu­stand zu be­trach­ten. Dies­mal ge­mein­sam mit Be­su­che­rin­nen. Stein­metz und Stein­bild­hau­er be­spre­chen sich. Es geht um die nächs­ten Ar­beits­schrit­te in Vor­be­rei­tung der Aus­stel­lung in Steck­born. Aber auch um Grund­le­gen­des.

Kunst von Peter Kamm am Erweiterungsbau der Pädagogischen Hochschule Kreuzlingen (Bild: pd)

Kunst von Peter Kamm am Erweiterungsbau der Pädagogischen Hochschule Kreuzlingen (Bild: pd)

Er brau­che ei­nen Stein­metz, der be­reit sei, sich auf Aben­teu­er ein­zu­las­sen, so Pe­ter Kamm. Ei­ner, der den Stein ver­steht. Ei­ner, der ge­gen das per­fek­te Hand­werk ar­bei­ten kann, Freu­de an schein­ba­ren Feh­lern hat, Ris­se und Brü­che nicht scheut. Der Aus­tausch zwi­schen den bei­den wirkt ver­traut, der ge­gen­sei­ti­ge Re­spekt trägt, die Be­griff­lich­kei­ten schei­nen ge­eicht. Et­wa wenn sie vom «ge­spick­ten Bra­ten» re­den und da­mit den Bro­cken Stein mei­nen, der für wei­te­re Spal­tun­gen mit Kei­len prä­pa­riert pa­rat steht. Oder von Pis­ta­zi­en, die­sen har­ten Ein­schlüs­sen im ver­gleichs­wei­se wei­chen Sand­stein, oder von Zahn­lü­cken an grob be­haue­nen Kan­ten. 

Den Stein als We­sen se­hen

Das war nicht im­mer so. Bild­hau­er und Stein­metz muss­ten sich erst fin­den. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on war zu Be­ginn – noch ge­mein­sam vor den Stei­nen – ge­prägt von rol­len­den Au­gen und hoch­ge­zo­ge­nen Brau­en. Er ver­ste­he sich als ver­län­ger­ten Arm von Pe­ter, er­set­ze sei­ne Hän­de, sagt Mi­cha­el Eg­li heu­te.

Sie ar­bei­ten seit 2019 zu­sam­men. Stein­metz Mi­cha­el Eg­li hat­te ge­ra­de erst sei­ne Aus­bil­dung mit Bra­vour ab­ge­schlos­sen, woll­te auf Wan­der­schaft – es war Co­ro­na-Zeit. Für die Ar­beit bei Pe­ter Kamm ha­be er erst al­les, was er ge­lernt ha­be, auf die Sei­te le­gen müs­sen, er­in­nert er sich. Die in der Leh­re ge­lern­ten Re­geln von rich­tig und falsch, Prä­zi­si­on und Voll­endung zähl­ten nicht mehr. Das ein­zi­ge, was bei der Ar­beit mit und für Pe­ter Kamm Gül­tig­keit be­hal­te, sei das Ver­ständ­nis für das Ma­te­ri­al, das Ge­fühl für den Stein.

«Den Stein hö­ren, füh­len, re­spek­tie­ren», for­mu­liert es Pe­ter Kamm. Den Stein als We­sen se­hen, nicht als to­te Ma­te­rie. Hier klingt Italo Cal­vi­no und sein Text Es­se­re pie­tra an, den er 1981 für den Ma­ler Al­ber­to Ma­gnel­li, der dank der Er­ker Ga­le­rie auch in St.Gal­len an­zu­tref­fen war, ver­fass­te. Es ist die Zeit, als Pe­ter Kamm sich der Fra­ge zu­wand­te, ob Stein­bild­haue­rei heu­te noch mög­lich sei und wenn ja, wie:  Stei­ne als Le­be­we­sen und Ver­tre­ter der Na­tur ver­ste­hen, als po­li­ti­sche Ak­teu­re. Dreis­sig Jah­re nach Ma­gnel­li ist auch Pe­ter Kamm ein Künst­ler der Er­ker Ga­le­rie. 

Ab 2020 ging es im Stein­bild­hau­er­ate­lier in Ar­bon ins­be­son­de­re um die Aus­füh­rung ei­nes Kunst am Bau-Auf­trags für den Er­wei­te­rungs­bau der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le in Kreuz­lin­gen: drei gros­se Skulp­tu­ren aus Ei­fel­sand­stein. Heu­te sind sie vor der Men­sa und mit Blick­kon­takt auf die Klos­ter­kir­che St.Ul­rich plat­ziert und be­zie­hen sich ganz of­fen­sicht­lich auf Aby War­burg (1866-1929) und des­sen Vor­trag Schlan­gen­ri­tu­al, mit dem der be­deu­ten­de und weg­wei­sen­de Kul­tur­wis­sen­schaft­ler 1923 im Sa­na­to­ri­um Bel­le­vue in Kreuz­lin­gen ge­gen­über der Ärz­te­schaft sei­ne Ge­ne­sung und Ent­las­sung aus der psych­ia­tri­schen Kli­nik pos­tu­lier­te. Vor al­lem aber prä­sen­tier­te er sei­ne Ge­dan­ken zum Pro­zess der Sym­bol­bil­dung an­hand der Schlan­ge und ih­rem Kreis­lauf von Tod zu Le­ben. Da­mit ver­bun­den sind auch Über­le­gun­gen zur Be­deu­tung der Angst als En­er­gie­quel­le für das Le­ben. Das al­les in­ter­es­siert Pe­ter Kamm bren­nend. Und kennt er gut. 

Pe­ter Kamm hat in den 1970er-Jah­ren selbst ei­ne Stein­metz­leh­re ab­sol­viert. Die Stei­ne, mit de­nen er als Künst­ler seit den 1980er-Jah­ren ar­bei­tet, stel­len be­son­de­re Be­din­gun­gen. Oft sind es Sand­stei­ne aus der Ei­fel, Rest­ma­te­ri­al, das beim Spren­gen im Stein­bruch bei Bit­burg ent­steht und als Fluss­ver­bau­ungs­ma­te­ri­al de­kla­riert über die Gren­ze kommt. «Kos­ten­güns­ti­ge Ab­fall­stei­ne, die aus­ein­an­der­flie­gen, wenn du ih­re Be­schaf­fen­heit nicht be­son­ders be­ach­test», so Pe­ter Kamm. Es sei für ihn mit ei­nem be­son­de­ren Schalk ver­bun­den, mit et­was zu ar­bei­ten, das nicht halt­bar ist. «Der Stein macht, was er will. Er leis­tet Wi­der­stand. Das muss re­spek­tiert wer­den.» Dar­in un­ter­schei­det sich der Sand­stein auch von Mar­mor und des­sen kris­tal­li­ner Struk­tur, die zer­schla­gen wer­den muss. Sand­stein da­ge­gen ist das de­mo­kra­tischs­te Ma­te­ri­al. «Es ist bei­läu­fig und lan­det am Schluss als Kies und Sand im Gar­ten­bau, der Kreis­lauf schliesst sich. Da­mit baust du kei­nen Pa­last.» 

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Dass das Stein­hau­en auch oh­ne sei­ne Prä­senz vor Ort mög­lich sei, emp­fin­de er als gros­ses Glück. «Weil ich das Aus­füh­ren phy­sisch ab­ge­ge­ben ha­be, wird die Ober­flä­che neu, an­ders.» Es sei ihm an­fangs nicht leicht ge­fal­len, nicht mehr selbst am Stein zu ar­bei­ten. Es ge­he aber auch dar­um, die Au­toren­schaft der frü­he­ren Stei­ne ein Stück weit auf­zu­ge­ben. «Ich muss­te und woll­te mich auf die neue Kon­stel­la­ti­on ein­las­sen, die Mög­lich­keit ei­ner Fort­set­zung, die Be­reit­schaft zu Neu­em auf­brin­gen. Dass mir und uns dies ge­lun­gen ist, er­füllt und be­glückt mich.» Ein Stück der Au­toren­schaft über­nimmt auch der Stein selbst.  

Frak­ta­le des Stein­seins

Wer die jüngs­ten Skulp­tu­ren im Raum an der Kirch­gas­se in Steck­born sieht, mag sich wun­dern. Zu­erst, dass dies über­haupt mög­lich ist un­ter den ge­ge­be­nen Um­stän­den. Da­nach über die kla­re, re­du­zier­te For­men­spra­che, die die röt­li­chen Stei­ne zu­min­dest auf den ers­ten Blick prägt. Al­le sind sie auf ei­ner Sei­te mit ei­ner kla­ren Stu­fen­bil­dung ver­se­hen. Mit der Zeit weicht die Schär­fe und macht die Viel­falt von De­tails und Far­big­keit sicht­bar, gibt dem Le­ben Platz. Lo­chun­gen füh­ren den Blick. Auf den ge­schnit­te­nen Flä­chen schwin­gen Li­ni­en aus, ge­ra­de Gra­vu­ren mar­kie­ren ei­nen Bin­nen­raum, ei­ne Sei­te. Tür­ki­se Ein­schlüs­se er­in­nern nicht nur in der Far­be, son­dern auch in den Di­men­sio­nen an Pis­ta­zi­en. Klei­ne Him­mels­split­ter, vul­ka­ni­sches Ge­men­ge, Ver­krus­tun­gen, Brü­che, Ris­se zei­gen das Pre­kä­re und Zer­brech­li­che des Steins, for­dern Auf­merk­sam­keit und Sorg­falt. Die Un­ter­sei­ten sind roh ge­bro­chen, oft leicht ge­wölbt. Sie lo­cken auf die Knie, we­cken die un­nö­ti­ge Sehn­sucht, mehr se­hen zu wol­len, nah zu sein, zu be­rüh­ren. Die Skulp­tu­ren sind al­le auf ein­fa­che Glas­plat­ten ge­legt, ge­bet­tet. Das Glas ist Schutz­raum und Prä­sen­tier­tel­ler in ei­nem. Eben­erdig. In selt­sam selbst­ver­ständ­li­chen Kon­stel­la­tio­nen neh­men die Stei­ne Platz im Raum, fast so, wie die Gra­vu­ren und Li­ni­en Platz auf ih­ren Ober­flä­chen neh­men. Frak­ta­le des Stein­seins.

Aus­ge­wähl­te Zeich­nun­gen ge­ben ei­nen Ein­druck von der Kraft und der Lust am Stein­hau­en, die Pe­ter Kamm wei­ter in sich trägt. Täg­lich sitzt er zu­hau­se am Tisch und be­ar­bei­tet die Pa­pier­bö­gen. Schich­ten­wei­se. Auf­tra­gend, ab­tra­gend. Bis skulp­tu­ren­ar­ti­ge Kör­per in im­mer wie­der an­de­ren Kon­stel­la­tio­nen drei­di­men­sio­nal wer­den und ih­ren je ei­ge­nen Raum be­an­spru­chen. Kon­zen­triert und en­er­gie­ge­la­den. Sie er­in­nern an die frü­he­ren Stei­ne, tra­gen die­sel­be Hand­schrift. Die Far­big­keit der Blät­ter hat sich über Mo­na­te ge­bil­det. Von an­fäng­li­chem pu­rem Gra­phit über Gelb-, Oran­ge-, Rot­tö­ne tau­chen neu auch Li­la, Ro­sa, Blau auf. So bunt war Pe­ter Kamm noch nie. 

Neu­er Dreh zum Über­le­ben

An Kon­se­quenz und Dring­lich­keit hat sein Schaf­fen nichts ver­lo­ren, ge­nau­so we­nig wie an Ver­spielt­heit. Ge­won­nen hat die Hei­ter­keit. 2021 leg­te er sei­ne in Zu­sam­men­ar­beit mit Mi­cha­el Eg­li er­ar­bei­te­ten Stei­ne im Kunst­haus Gla­rus auf Tü­cher mit Pais­ley-Mus­te­rung von ähn­li­cher Far­big­keit. Sei­ne letz­te Ein­zel­aus­stel­lung in der Ga­le­rie Kirch­gas­se in Steck­born war «Blue Chro­nos» 2018. 2016 ge­grün­det – an­ge­stos­sen von Pe­ter Kamm – fei­ert der Aus­stel­lungs­ort am Un­ter­see nun sein zehn­jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um. Ak­tu­ell mit ei­ner neu­en Lei­tung, be­stehend aus der Kul­tur­ver­mitt­le­rin und Do­zen­tin An­ne Gru­ber und den Künst­ler:in­nen Chan­tal Kauf­mann, Ste­fan Bur­ger und Phil­ipp Schwalb. Ge­mein­sam su­chen sie nach ei­nem neu­en Dreh, um als Ga­le­rie zu über­le­ben. 

«Glück­li­che Be­we­gun­gen»: Aus­stel­lung mit Pe­ter Kamm, bis 14. No­vem­ber, Ga­le­rie kg, Steck­born

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
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Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
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Stimmrecht

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Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

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Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

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Filminstallation über Vergänglichkeit

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Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

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Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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