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Männerbilder im Doppel

Universität und Fachhochschule St.Gallen halten beide eine Vorlesungsreihe über Männerbilder und Männer in der Krise ab. Zur exakt gleichen Zeit. Was soll Mann da machen?
Von  Peter Surber

Das war noch ein Ideal von einem Mann – Humphrey Bogart! Heute ist der Mann in der Krise. Der Zischtigsclub hat sich gerade damit beschäftigt. «Der Mann in der Krise»: So heisst auch der Titel eines Referats, aktuell und vielversprechend, Unterzeile: «Mann-werden ist schon schwer genug, Mann-bleiben noch viel mehr. Wie Männer am prekären Hegemonieanspruch von Männlichkeitsidealen scheitern können und welchen Preis sie dafür bezahlen». Darüber referiert der Psychologe und Psychotherapeut Björg Süfke. Der Mann als Fall – heute Donnerstag, 18.15 Uhr in der Fachhochschule St.Gallen. Hingehen, Männer!

Aber aufpassen, dass Ihr nicht die falsche Hochschultür erwischt. Denn gleichzeitig ist auch an der HSG der Mann angesagt. Das heutige Thema, Beginn 18.15 Uhr: «Transmenschen im Schweizer Recht gestern, heute – morgen?» Nächsten Donnerstag geht es dann an der HSG um «Männer und Männlichkeit» in historischer Perspektive, an der FHSG gleichzeitig um die Freizeitwelten von Männern: «Endlich ich. Zeit für mich» heisst dannzumal der Titel.

Kollision spät bemerkt

«Endlich ich…» – es muss dramatisch um den Mann stehen, dass sich HSG und FHSG gleichzeitig in ihrem öffentlichen Programm mit ihm beschäftigen. Beide Vorlesungsreihen begannen Anfang November, beide enden am 11. Dezember, beide finden donnerstags um 18.15 Uhr statt, beide kann Mann, selbst wenn er ein Supermann wäre, nicht besuchen. Und macht also gleich eine doppelte Identitäts- oder zumindest Orientierungskrise durch.

Die Vorlesungsreihe «Männlichkeitsvorstellungen und Männerbilder heute» wird von Christa Binswanger, Ständige Dozentin für Gender und Diversity an der Uni St.Gallen, gehalten. Die Ringvorlesung «Männerwelten» an der FHSG steht unter Leitung von Steve Stiehler, Professor im Fachbereich Soziale Arbeit. Auf Nachfrage informiert die HSG-Pressestelle nüchtern: «Frau Binswanger und Herr Stiehler haben sich im September getroffen und festgestellt, dass sowohl die HSG als auch die FHSG zeitgleich eine öffentliche Vorlesung zum Thema Männlichkeit(en) planen – zufälligerweise am gleichen Abend und im gleichen Zeitraum. Unseres Wissens hat die Fachhochschule noch versucht, die Termine zu verschieben. (…)  In Zukunft sollen thematisch ähnlich gelagerte Veranstaltungen im Bereich Gender und Diversity wenn möglich aufeinander abgestimmt werden.»

FrauenparkplatzAn der FHSG bestätigt Stefan Paulus, mitverantwortlich für die Vorlesungsreihe, dass noch ein Verschiebungsversuch gemacht wurde – aber ohne Erfolg. In Zukunft wolle man versuchen, «die Kräfte zu bündeln». Im übrigen sei der Ansatz der Uni theoretischer, jener der Fachhochschule stärker praxisorientiert. Erforscht würden an der FH unter anderem neue Formen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Männersicht.

Hohe Schule des Switchens

Mit der Elektronisierung der Arbeit habe sich der Berufsalltag einschneidend verändert und damit auch die Vereinbarkeitsdiskussion eine neue Dringlichkeit erhalten, sagt Paulus. Das einschlägige FH-Forschungsprojekt dazu heisst Switchen ist legitim. Es thematisiert die enge Verflechtung von Erwerbs- und Sorgearbeit in der heutigen Männerrealität. Auf der Website wird erklärt: «Switchen meint beispielsweise, dass ich während der Erwerbsarbeitszeit kurz noch einen Arzttermin organisiere, zwischendurch am Arbeitscomputer schnell mal das Ferienhaus für das verlängerte Familienwochenende buche, beim Duschen auf die Lösung für ein Arbeitsproblem komme, beim Abendessen einen geschäftlichen Anruf entgegennehme usw. Ich wechsle also zwischen den Kontexten von Beruf, Familie und Freizeit ständig hin und her.»

Und die Befürchtung der FH-Forscher: «Im Erwerbsbereich werden familiäre Themen gerade von Männern oft verschwiegen, weil sie dadurch berufliche Nachteile befürchten. Was denken Sie: macht es einen Unterschied, ob Sie bei Ihrer Arbeitsstelle erzählen, wie Sie am Wochenende am Engadiner Skimarathon teilgenommen haben oder berichten, wie Sie die kranke Mutter gepflegt haben? Es ist also zu vermuten, dass im beruflichen Kontext die Sorgearbeit von Männern eher versteckt wird, anstatt dass es Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit gibt.» Ein Fragebogen lädt Männer dazu ein, ihre eigenen Switch-Strategien zu überdenken.

Am Donnerstagabend zum Beispiel ist noch bis zum 11. Dezember Gelegenheit zum Switchen: zwischen Männerwelten an der FH und Männerbildern an der HSG. Aber im Ernst: Das Thema ist natürlich wichtig. Drum noch ein Lesetip: «Der weisse Mann. Ein Anti-Manifest» des Philosophen Luca Di Blasi erscheint dieser Tage im Transcript-Verlag Berlin.

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

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2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

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2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

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2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

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Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

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Kolumne: Stimmrecht

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Von  Liliia Matviiv

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Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
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Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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