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Menschenwürde, nicht Budgetposten

Am Mon­tag­abend, 21. Sep­tem­ber, hat der Na­tio­nal­rat dar­über ent­schie­den, wie weit die Rech­te von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen künf­tig tat­säch­lich durch­setz­bar sein sol­len. Was wie ein Sel­dwy­ler Streich klingt, ist für uns bit­te­re Rea­li­tät. Es ist der Un­ter­schied zwi­schen Ge­setz und Recht: zwi­schen Rech­ten, die auf dem Pa­pier ste­hen, und sol­chen, die wir im All­tag auch aus­üben kön­nen.

Am 16. Sep­tem­ber hat­te der Na­tio­nal­rat die Be­ra­tung über die In­klu­si­ons­in­itia­ti­ve und den in­di­rek­ten Ge­gen­vor­schlag des Bun­des­ra­tes, das In­klu­si­ons­ge­setz, be­gon­nen. Die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on woll­te das Ge­setz ge­gen­über dem bun­des­rät­li­chen Ent­wurf in we­sent­li­chen Punk­ten ver­stär­ken. Die SVP hin­ge­gen hat­te ver­langt, auf die Vor­la­ge gar nicht erst ein­zu­tre­ten be­zie­hungs­wei­se sie zu­rück­zu­wei­sen. Am Mon­tag wur­de nun ent­schie­den: Das In­klu­si­ons­ge­setz nahm der Na­tio­nal­rat mit 108 zu 80 Stim­men an; die In­klu­si­ons­in­itia­ti­ve emp­fiehlt er mit 97 zu 78 Stim­men bei 21 Ent­hal­tun­gen zur Ab­leh­nung.

In ei­ge­ner Sa­che: Mein of­fe­ner Brief an den Na­tio­nal­rat, «Wir wol­len Rech­te, kei­ne Al­mo­sen», wur­de in Sai­ten und im St. Gal­ler Tag­blatt pu­bli­ziert und hat seit­her ei­ni­ge Krei­se ge­zo­gen. Im Na­tio­nal­rat wur­de er von Na­tio­nal­rä­tin Bar­ba­ra Gy­si (SP) vor­ge­le­sen. Im Saal sass Bun­des­rä­tin Eli­sa­beth Bau­me-Schnei­der, die mir spä­ter in ei­nem hand­schrift­li­chen Brief un­ter an­de­rem schrieb: «Nous ne par­lons pas de li­gnes bud­gé­tai­res, mais bien de di­gni­té.»

Nun al­so die Fra­ge: Was ist von die­ser Wür­de im Ge­setz üb­rig­ge­blie­ben – und was ist den Bud­get­pos­ten zum Op­fer ge­fal­len? Wie ver­bind­lich sind die neu­en Rech­te? Und vor al­lem: Wie weit las­sen sie sich tat­säch­lich durch­set­zen?

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Das Re­sul­tat ist ein Fort­schritt, aber mit ei­ner ent­schei­den­den Lü­cke. Das In­klu­si­ons­ge­setz hat der Na­tio­nal­rat ge­gen­über dem Ent­wurf des Bun­des­ra­tes zwar sub­stan­ti­ell aus­ge­baut. Doch die wei­ter­ge­hen­den Min­der­heits­an­trä­ge schei­ter­ten; wie am En­de sämt­li­che rund dreis­sig Min­der­heits­an­trä­ge. Da­mit bleibt ge­nau die Fra­ge of­fen, um die es mir geht: Wann wird aus po­li­ti­schem Wohl­wol­len ein ein­klag­ba­res Recht?

Ge­ra­de das wä­re der ent­schei­den­de Schritt ge­we­sen. Die In­itia­ti­ve hät­te fest­ge­schrie­ben, dass Men­schen mit Be­hin­de­run­gen An­spruch auf die Un­ter­stüt­zung ha­ben, die sie für ein selbst­be­stimm­tes Le­ben brau­chen, und dass sie Wohn­form und Wohn­ort frei wäh­len kön­nen. Es geht dar­um, ob ich ent­schei­den darf, wo ich le­be. Wann ich auf­ste­he. Wann ich es­se. Was ich es­se. Wann ich ins Bett ge­he. Wer bei mir ein und aus geht. Din­ge al­so, über die nicht­be­hin­der­te Men­schen ver­mut­lich nie auf die Idee kä­me, sie als «Rech­te» zu be­zeich­nen. Sie nen­nen sie Le­ben.

Ge­nau hier liegt für mich die Schwä­che des nun be­schlos­se­nen We­ges. Es wird ge­för­dert, ko­or­di­niert, un­ter­stützt, es wer­den Pro­gram­me ge­schaf­fen und be­stehen­de Leis­tun­gen ver­bes­sert. Das al­les ist wich­tig. Aber zwi­schen ei­ner staat­li­chen Mass­nah­me und ei­nem in­di­vi­du­el­len Recht bleibt ein Un­ter­schied: Die ei­ne wird ge­währt, das an­de­re kann ich be­an­spru­chen. Ei­ne Leis­tung kann man mir ge­ben. Ein Recht ge­hört mir. Und ge­nau dar­um ging es in mei­nem of­fe­nen Brief: Rech­te, kei­ne Al­mo­sen.

Dar­in zeigt sich ein al­tes Mus­ter der Be­hin­der­ten­po­li­tik. Man gibt uns ger­ne et­was. Nur un­gern aber gibt man et­was aus der Hand. Un­ter­stüt­zung ja, Ver­fü­gungs­macht lie­ber nicht.

Vie­les ist bes­ser ge­wor­den. Men­schen mit Be­hin­de­run­gen wer­den nicht mehr selbst­ver­ständ­lich aus dem öf­fent­li­chen Le­ben weg­ge­sperrt. Und doch ist un­ser Sys­tem noch im­mer stark von In­sti­tu­tio­nen ge­prägt. Zu oft folgt die Un­ter­stüt­zung nicht dem Men­schen dort­hin, wo er le­ben möch­te; der Mensch muss dort­hin, wo die Un­ter­stüt­zung schon ist. 

Is­lam Ali­jaj brach­te es wäh­rend der De­bat­te auf den Punkt: Wer die nö­ti­ge Un­ter­stüt­zung nur in ei­nem Heim er­hält, kann sei­ne Wohn­form eben nicht frei wäh­len. Ge­nau da ver­läuft die Gren­ze zwi­schen Für­sor­ge und Frei­heit. Denn selbst­ver­ständ­lich will nie­mand herz­los sein. Man will hel­fen. Man will för­dern. Man will in­te­grie­ren. Man will un­ter­stüt­zen. Nur ent­schei­den sol­len wir bit­te nicht zu viel selbst. Spä­tes­tens dann kommt das Geld ins Spiel. Und schon ver­wan­delt sich der Mensch in ei­nen Bud­get­pos­ten und die Wür­de be­kommt ei­ne klei­ne Fuss­no­te: selbst­ver­ständ­lich, so­fern fi­nan­zier­bar.

Für die pas­sen­de Il­lus­tra­ti­on sorg­te das Bun­des­haus gleich selbst. Aus­ge­rech­net wäh­rend über die Rech­te von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen be­ra­ten wur­de, be­rich­te­te der Ver­ein für ei­ne in­klu­si­ve Schweiz, dass Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher im Roll­stuhl nicht auf die Be­su­cher­tri­bü­ne konn­ten. Die De­bat­te konn­ten sie auf Bild­schir­men in der Wan­del­hal­le ver­fol­gen. Auch das Ge­such um Ver­dol­met­schung der De­bat­te in Ge­bär­den­spra­che wur­de ab­ge­lehnt: kein Bud­get da­für. Man könn­te sich ei­ne bes­se­re Me­ta­pher kaum aus­den­ken: Wäh­rend die an­de­ren über Teil­ha­be re­den, blei­ben wir draus­sen vor der Tür.

Auch der Na­tio­nal­rat selbst ist kein be­son­ders über­zeu­gen­des Ab­bild der Ge­sell­schaft, über die er hier ent­schei­det. Um­so wich­ti­ger wa­ren in die­ser De­bat­te je­ne Stim­men, die aus ei­ge­ner Er­fah­rung wis­sen, was es be­deu­tet, wenn «Wahl­frei­heit» dar­in be­steht, zwi­schen den An­ge­bo­ten wäh­len zu dür­fen, die an­de­re für ei­nen vor­ge­se­hen ha­ben. Vor al­lem Is­lam Ali­jaj hat im­mer wie­der auf die­sen Un­ter­schied ge­pocht.

Da­mit sind wir wie­der bei je­nem Wort, das Eli­sa­beth Bau­me-Schnei­der in ih­rem Brief an mich ver­wen­de­te: Wür­de.

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Wür­de ist ein gros­ses, be­las­te­tes Wort. Ein Weih­rauch­wort. Mit ihm wird gern ge­we­delt, auch im Na­tio­nal­rat. Vor al­lem, wenn es nichts kos­tet. Wür­de aber hat ei­nen Preis.

Sie ist in un­se­rer Ver­fas­sung ver­an­kert: «Die Wür­de des Men­schen ist zu ach­ten und zu schüt­zen.» Un­mit­tel­bar dar­auf fol­gen Rechts­gleich­heit und Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot, aus­drück­lich auch we­gen ei­ner kör­per­li­chen, geis­ti­gen oder psy­chi­schen Be­hin­de­rung.

Wür­de hat­te ein­mal viel mit Rang, An­se­hen und ge­sell­schaft­li­cher Stel­lung zu tun. Die mo­der­ne Men­schen­wür­de kehrt die­sen Ge­dan­ken um. Seit der All­ge­mei­nen Er­klä­rung der Men­schen­rech­te gilt: Der Mensch muss sei­nen Wert nicht ver­die­nen. Er muss nicht leis­tungs­fä­hig sein, nicht dank­bar, nicht wirt­schaft­lich ren­ta­bel. Wir wer­den «frei und gleich an Wür­de und Rech­ten ge­bo­ren».

Wür­dig sind wir nicht, weil wir et­was leis­ten. Wür­dig sind wir, weil wir Men­schen sind. Da ha­ben wir es wie­der: Wir wol­len Rech­te, kei­ne Al­mo­sen.

Man kann nicht ein biss­chen Wür­de ha­ben.

Chris­toph Kel­ler, 1963, ist Schrift­stel­ler in St.Gal­len und en­ga­giert sich für die Men­schen­rech­te von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen. In Wir müs­sen re­den ver­öf­fent­lich­te er ei­nen Es­say und ein Ge­spräch mit dem heu­ti­gen Na­tio­nal­rat Is­lam Ali­jaj. Zu sei­nen Bü­chern zählt Je­der Krüp­pel ein Su­per­held. Bei­de sind im Lim­mat Ver­lag er­schie­nen.

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
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Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
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Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
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Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
Christina walker foto petra rainer 2026 farbe

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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