Wen liebst du? Glaubst du an die Natur als Quelle der Erkenntnis und der Verheissung von Unschuld? Was erhoffst du dir? Aber auch: Was fasst du lieber an: deinen Penis oder deine Brüste? Wann bist du rassistisch? Magst du Sex mit Bananen? Oder: Warum sagst du deinen Eltern nicht, dass du heterosexuell bist?
Diese Fragen beantworten im neuen Strapazin Comic-Superhelden mit mehr oder weniger beeindruckenden Superkräften. Nun ja, Gabriela Jolowicz’ Schaben beispielsweise, die im Schwarm gern saufen und «ein paar Idioten ordentlich die Fresse polieren», sind bloss mediokre Helden. Dafür haben sie noch nicht einmal richtig damit angefangen, medioker zu sein.
Elf Zeichnerinnen und Zeichner feiern die Revolution gegen Rechtsrutsch, Populismus, Homophobie, Islamophobie und Hetztiraden. Sie tun es mit der wohl heterogensten Peergroup in der Geschichte der Peergroups. Jede und jeder (mit Ausnahme der Titelbildzeichnerin Lika Nüssli) hat ein Alter-Ego geschaffen. Diese zehn Alter-Egos begegnen sich in zehn Geschichten, zehnmal unterschiedlich gezeichnet.
Strapazin. Release: 21. September, Kunsthalle St.Gallen. 18 Uhr Silent Walk mit Hannah Horst, 19 Uhr Spoken Word von Renato Kaiser, ab 19.30 Uhr Gaffa Grill
Und das ist zehnmal richtig geil, richtig vielfältig und queer und bunt und schamlos.
Beteiligt sind Martes Barthori aus Paris, Corentin Grossman aus Brüssel, Gabriela Jolowicz aus Berlin, Marlene Krause aus Barcelona, Stefhany Y. Lozano aus Leipzig, Julia Marti aus Zürich, Lika Nüssli aus St.Gallen, Tom de Pekin aus Paris, Gilles Rotzetter aus Luzern, Milva Stutz aus Zürich und Lukas Verstraete aus Ghent. Renato Kaiser und Suzanne Zahnd haben Texte beigetragen.
Bye bye Fear, hello Peer. Auf zum Comichändler deines Vertrauens! Und in die Kunsthalle, zum Release-Fest.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
In der Kunstkabine bei der St.Leonhard-Brücke in St.Gallen stellen bis September vier Personen mit Beeinträchtigung ihre Kunst aus. Den Anfang macht Sonja Lippuner mit ihrer «Rollstuhlkunst».
Die Kunstgiesserei St.Gallen und die Stiftung Sitterwerk strahlen weit über die Region hinaus. Felix Lehner, Gründer und Leiter der Kunstgiesserei, Geschäftsleitungsmitglied Till Jäckli sowie Patricia Hartmann, Co-Leiterin der Stiftung Sitterwerk, sprechen im Interview über die letzten 40 Jahre, aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.
Geschlechterspezifische Gewalt ist auch in Appenzell Realität, und doch wird zu wenig darüber geredet. Mit der Diskussionsveranstaltung «werom – schwätze statt schwiige» luden drei junge Appenzellerinnen zum offenen Austausch über Gewalt, Prävention und Zivilcourage.
Heimat – ein vielschichtiger Begriff. Das Kunstmuseum St.Gallen spürt ihm gemeinsam mit der Werksammlung der Schweizerischen Post nach. Zu sehen ist die entstandene Schau «Heimatflimmern» bis Ende Oktober in St.Gallen.
Die St.Galler Festspiele laden, nach der letztjährigen Pause, wieder zum Tanz in die Kathedrale. Choreograf Antonio Ruz und die Tanzkompanie nehmen den Raum mit Respekt in Beschlag – samt dem Klosterplatz.
Der «Landesverräter» war gern am Fluss
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 1: Openair-Kinos, Blablabor – «Guerilla Radio», Michail Pirgelis – «HYLE», «Heimatflimmern», Kulturfestival St.Gallen, Leonce und Lena, Kunstspaziergänge und Musik im «Flöözli» sowie Rundgänge zum Blumenwies und zur Schwammstadt.
Musik im Rorschacherberg
In Konstanz gastiert derzeit die Gruppe As Karuana – ein politischer Frauenchor aus dem Amazonas. Sie zeigt mit ihrer Musik, ihrem Tanz, ihrer Kunst und ihrem Wissen politische Résistance und kämpft für die Rückeroberung ihrer indigenen Kultur.