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Im Dienst der Nachwuchsförderung

Am 5. März startet Steps, das schweizweit grösste Festival für zeitgenössischen Tanz. Ein besonderer Akzent liegt in der 20. Ausgabe auf «made in Switzerland»: Die St.Gallen Dance Company und Bern Ballett machen gemeinsame Sache und bieten einheimischen Choreografie-Talenten ein Übungsfeld.

(Bild: pd)

(Bild: pd)

Das Tanz­fes­ti­val Steps kommt nicht nur in die Ost­schweiz, die St. Gal­len Dance Com­pa­gny reist zu­sam­men mit Bern Bal­lett und zwei neu­en Stü­cken «ma­de in Switz­er­land» im Ge­päck durch das gan­ze Land. Das För­der­pro­jekt «Next Steps» setzt dort an, wo vie­le cho­reo­gra­fi­sche Kar­rie­ren ins Sto­cken ge­ra­ten: beim Über­gang von der ak­ti­ven Tanz­lauf­bahn zur ei­gen­stän­di­gen cho­reo­gra­fi­schen Ar­beit.

Die Tän­zer:in­nen, de­ren Er­fah­rung im Kör­per ge­spei­chert ist, ste­hen plötz­lich vor der Fra­ge, wie sich die­ses Wis­sen wei­ter­tra­gen lässt. «Next Steps» ant­wor­tet nicht mit ei­nem schnel­len Auf­trag, son­dern mit Zeit und Ver­trau­en.

Kräf­te bün­deln

Ge­mein­sam mit der St. Gal­len Dance Com­pa­ny und Bern Bal­lett hat Steps ein Kon­zept ent­wi­ckelt, das Kon­ti­nui­tät er­mög­licht – in ei­ner Kunst­form, die sonst oft von Pro­jekt zu Pro­jekt springt. Es geht nicht um das schnel­le Re­sul­tat, son­dern um das Er­pro­ben, Ver­wer­fen, Wie­der­auf­neh­men. Um cho­reo­gra­fi­sches Den­ken, das sich ent­fal­ten darf.

Steps Tanzfestival

Steps: vier­wö­chi­ges Tanz­fes­ti­val (5. bis 29. März) mit 74 Vor­stel­lun­gen auf 38 Büh­nen in al­len Lan­des-
tei­len mit 12 Com­pa­gni­en aus Bel­gi­en, Deutsch­land, Frank­reich, Gross­bri­tan­ni­en, Hol­land, Ir­land, Ka­na­da, Schwe­den und der Schweiz. Ost­schwei­zer Sta­tio­nen in St.Gal­len, Steck­born, Schaff­hau­sen und Chur.

«Twi/light»: «Next Steps»-Dop­pel­abend mit den Stü­cken Va­nis­hing Point (Ra­chel­le Anaïs Scott) und Night Shi­ning Clouds (Ma­rioen­ri­co D’An­ge­lo), u.a. Diens­tag, 24. März, 19:30 Uhr, Phö­nix Thea­ter, Steck­born, und Don­ners­tag, 26. März, 20 Uhr, Lok­re­mi­se, St.Gal­len.

steps.ch

Über ei­nen Zeit­raum von drei Jah­ren be­glei­tet das ein­zig­ar­ti­ge Pi­lot­pro­jekt Cho­reo­gra­fie-Ta­len­te in ih­rem krea­ti­ven Pro­zess. Im Zen­trum steht da­bei die Mög­lich­keit, mit gros­sen Com­pa­gni­en zu ar­bei­ten und Wer­ke für ein brei­tes Pu­bli­kum zu rea­li­sie­ren –
ein Rah­men, der aus­ser­halb in­sti­tu­tio­nel­ler Struk­tu­ren oft an fi­nan­zi­el­len und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Hür­den schei­tert.

Die ers­ten bei­den Künst­ler:in­nen, die die­sen Weg ge­hen, sind Ra­chel­le Anaïs Scott und Ma­rioen­ri­co D’An­ge­lo. Bei­de le­ben und ar­bei­ten in der Schweiz, bei­de brin­gen un­ter­schied­li­che äs­the­ti­sche Hand­schrif­ten mit. Ih­re Ar­bei­ten be­geg­nen sich im Dop­pel­abend «Twi/light», der sich eben­so dem Schwe­be­zu­stand zwi­schen Tag und Nacht wid­met wie den Kräf­ten des Wan­dels.

In Va­nis­hing Point nä­hert sich Ra­chel­le Anaïs Scott den Er­in­ne­run­gen. Aus­gangs­punkt ist ei­ne Fra­ge, die ein­fach klingt und doch al­les in Be­we­gung setzt: «Wenn du al­les noch ein­mal ma­chen könn­test, wür­dest du …?» Die Cho­reo­gra­fie wirkt wie ein Echo, das durch die Kör­per der Tän­zer:in­nen wan­dert. Die ers­te Krea­ti­on von Ra­chel Anaïs Scott fei­er­te be­reits ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber in der Lok­re­mi­se St. Gal­len als Teil des Dop­pel­abends «Swiss Mix» Pre­mie­re.

Ma­rioen­ri­co D’An­ge­los Stück Night Shi­ning Clouds rich­tet den Blick nach aus­sen – und zu­gleich tief nach in­nen. Es geht um Zu­ge­hö­rig­keit, um das Be­dürf­nis, Teil ei­nes Gan­zen zu sein. Um Ge­mein­schaft als Sehn­suchts­ort und als Her­aus­for­de­rung. Sei­ne Cho­reo­gra­fie ent­fal­tet die­ses The­ma poe­tisch, oh­ne Ver­spre­chen auf ei­ne Ant­wort.

Test­pha­se ge­glückt

Dass die­se bei­den Ar­bei­ten im Rah­men von Steps sicht­bar wer­den, ist kein Zu­fall. Das Fes­ti­val, 1998 vom Mi­gros-Kul­tur­pro­zent ins Le­ben ge­ru­fen, ver­steht sich nicht nur als Prä­sen­ta­ti­ons­platt­form des zeit­ge­nös­si­schen Tan­zes für ein brei­tes Pu­bli­kum, son­dern auch als Ort der Ent­wick­lung. «Next Steps» schliesst ei­ne Lü­cke in der Schwei­zer För­der­land­schaft, in­dem es ge­nau je­nen Künst­ler:in­nen Raum gibt, die sich zwi­schen Etap­pen be­fin­den – und ge­ra­de des­halb Neu­es zu sa­gen ha­ben.

Die Test­pha­se ist ge­glückt. Fes­ti­val­lei­te­rin Va­le­ria Fel­der spricht von neu­en Mög­lich­kei­ten, die sich er­öff­net ha­ben, und von ei­nem Mo­dell, das wei­ter­ge­dacht wer­den soll. Ein Open Call im April 2026 wird wei­te­re Künst­ler:in­nen ein­la­den, die­sen Weg mit­zu­ge­hen. Zu­dem stos­sen in der nächs­ten Run­de zwei wei­te­re Schwei­zer Com­pa­gni­en zum Pro­jekt.

«Next Steps» ist kein Ver­spre­chen auf Si­cher­heit, aber es bie­tet Raum für Be­geg­nun­gen. Ein Bün­deln der Kräf­te, um neue For­men zur Nach­wuchs­för­de­rung von Cho­reo­graf:in­nen zu er­kun­den. Viel­leicht ge­nau das, was der Tanz braucht, um sich neu zu er­fin­den.

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
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Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
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Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

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Von René Hornung,
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Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
Christina walker foto petra rainer 2026 farbe

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover