, 20. Juni 2019
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Uustanzete im Exrex

Am Samstag steigt das letzte Fest im Exrex St.Gallen. Zum Abschied spielen Anna & Stoffner, The Robots und die DJs Samir und Matarsi.

Emanuel Künzi (Drums), Anna Frey (vocals) und Flo Stoffner (Guitar). (Bild: Irascible

Bald ist die Zwischennutzung des ehemaligen Kino Rex am St.Galler Blumen- bergplatz Geschichte. Angefangen hat alles mit dem 25-Jahr-Jubiläum von Saiten, und mit einer letzten Tanznacht presented by the fanciest Kulturmagazin of the Ostschweiz soll es auch enden. Zu Gast sind Anna & Stoffner, The Robots und die DJs Samir und Matarsi.

Das Zürcher Duo Anna & Stoffner hat sich mit dem Zuzug von Schlagzeuger Fred Bürki und Vincent Membrez am Moog-Synthesizer-Bass zum wilden Quartett erweitert. Ihre Songs kokettieren mit der freien Improvisation und spielen jenseits aller Musiksparten, sind aber trotzdem ganz der Rhythmik und den Texten verpflichtet.

 

Rapperin Anna Frey berührt mit mutigen Texten, die keine Abgründe scheuen. Ein bisschen wie die Trudi Gerster des Punk, schrieb das «DU» einnmal. Oder wie einst ein Kritiker meinte: «Es hat nicht viel mit Rap zu tun und auch wenig mit Musik im herkömmlichen Sinn und das Schlagzeug spielt auch keinen tanzbaren Beat!» Das ist durchaus als Lob zu verstehen.

Ade Zwischennutzung – Uustanzete im Exrex: 22. Juni, ab 22 Uhr, Eintritt 10 Franken
saiten.ch/exrex

The Robots müssen wir eigentlich nicht mehr vorstellen. Jedes Mal, wenn sie Güllen mit ihrer primitiven Dancemusic beehrt haben, wurde noch tagelang nachgeschwitzt. The Robots sind zwar kompromiss- und hemmungs-, aber keinesfalls anspruchslos. Improvisierte Live- Sessions mit Keys, Bass, Schlagzeug und vielviel Electronics rundherum.

Marc Jenny (im anderen Leben Saiten-Verlagsmann) liefert etwas Konzept und tiefe Töne, Carlo Lorenzi und Kafi-D heizen ein mit «Sounds from Outerspace und allen four on the floor». The Robots sind ein Restrisiko für die Tanzflächen dieser Welt – oder wie O.K. Jonson, der grosse Basspapst, immer sagt: «geilgeilgeil!»

Wer dann immer noch nicht genug hat, dürfte bei Samir und Matarsi bes- tens aufgehoben sein. Oder abgehoben, je nach Veranlagung. Dröhnende Beats unter verspielten Melodien. Liebevoll ausgewählte Perlen der elektronischen Tanzmusik. Den dabei ausgelösten Trancezustand gibt es ohne Rezept, Arzt oder Apotheker. Er könnte auch mit folgender Analogie erklärt werden: Die Affinität zu repetitiven Rhythmen rührt daher, dass der Herzschlag unserer Mamas die erste auditive Erfahrung unseres Lebens war.

Kommt, es wird nice. Und Deo nicht vergessen.

Dieser Beitrag erschien im Juniheft von Saiten.

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