, 26. April 2019
keine Kommentare

Volluni, jetzt!

Selbst die Unileitung spricht mittlerweile von der Notwendigkeit eines Kulturwandels an der HSG. Deutlicher kann die HSG nicht sagen, dass da und dort eben doch die pure Gier grassiert. Wir hätten da einen Vorschlag.

Weithin wird mit der HSG als Leuchtturm der Ostschweiz hausiert. Aber selbst Leuchttürme werfen Schatten. Wo Regierung und Rektorat bisher nicht so recht hinschauen wollten und die Finanzkontrolle eifrig mitschattierte («um das Vertrauensverhältnis zur kontrollierten Institution nicht zu gefährden»), pfunzelt nun die mediale Stirnlampe umher und bringt endlich etwas Licht ins Dunkel der Spesen- und sonstigen Mauscheleien.

Behörden und Hochschule wehren sich mit aller Vehemenz gegen die Vermischung jener zwei Themenfelder, welche die HSG derzeit umtreiben: die geplante Uni-Erweiterung am Platztor auf der einen, die Spesenskandale auf der anderen Seite. Im Juni stimmt die Kantonsbevölkerung über den Neubau ab. Es geht um 160 Millionen Franken. Nüme gad nüt, ein Betrag, der natürlich in keinem Verhältnis steht zu den paar zu viel bezogenen Spesenfränklein.

Wer jetzt von den unschönen Einzelfällen auf die ganze Institution schliesst, so muss man diese Rhetorik deuten, wer also diese von bürgerlicher Seite für unzulässig erklärte Vermischung trotz allem vornimmt, handelt bar jeder Vernunft und gegen die Interessen von Land und Leuten. Weshalb diese Vermischung aber unzulässig sein soll, hat bisher niemand schlüssig erklären können. Selbst die Unileitung spricht mittlerweile von der Notwendigkeit eines Kulturwandels. Deutlicher kann die HSG nicht sagen, dass da und dort eben doch die pure Gier grassiert.

Es gibt durchaus Stadtbewohner, die überhaupt nicht wollen, dass die HSG näher ins Stadtzentrum vorrückt. Immerhin gäbe es auch auf dem Rosenberg noch Boden, den die HSG bebauen könnte. Eine freundnachbarschaftliche Beziehung baut man nicht auf, indem man sich einfach in die Stube des Nachbarn hockt und womöglich noch nicht einmal die schmutzigen Schuhe ausgezogen hat. Darum schlägt Saiten vor: Ja zum Platztor-Campus, aber nur wenn die Geisteswissenschaften massiv ausgebaut und Naturwissenschaften eingeführt werden. Das würde zusätzlich eine Dozenten- und Studentenschaft anziehen, für deren «Kultur» sich die Uni tendenziell weniger oft entschuldigen müsste.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Impressum

Herausgeber:

 

Verein Saiten
Frongartenstrasse 9
Postfach 556
9004 St. Gallen

 

Telefon: +41 71 222 30 66

 

Redaktion

Corinne Riedener, Peter Surber, Roman Hertler

redaktion@saiten.ch

 

Verlag/Anzeigen

Marc Jenny, Philip Stuber

verlag@saiten.ch

 

Anzeigentarife

siehe Mediadaten

 

Sekretariat

Irene Brodbeck

sekretariat@saiten.ch

 

Kalender

Michael Felix Grieder

kalender@saiten.ch

 

Gestaltung

Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio
grafik@saiten.ch

Saiten unterstützen

 

Saiten steht seit über 20 Jahren für kritischen und unabhängigen Journalismus – unterstütze uns dabei.

 

Spenden auf das Postkonto IBAN:

CH87 0900 0000 9016 8856 1

 

Herzlichen Dank!