Kategorie
Autor:innen
Jahr

Die unverzichtbaren Sommertipps – Teil 4

Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Kunstmuseum Liechtenstein, Friedensspaziergänge und WanderOrte. 

Für die Bebilderung der Sommertipps haben sich der Produktdesigner David Walsh und die Saitengrafik mit sommerlichen Sehnsuchts orten der Ostschweiz beschäftigt. Historische Tourismusplakate werden dabei mit aktuellen Aufnahmen von Nutzer:innen kombiniert – gefunden in den Google-Rezensionen der jeweiligen Orte.

Für die Bebilderung der Sommertipps haben sich der Produktdesigner David Walsh und die Saitengrafik mit sommerlichen Sehnsuchts orten der Ostschweiz beschäftigt. Historische Tourismusplakate werden dabei mit aktuellen Aufnahmen von Nutzer:innen kombiniert – gefunden in den Google-Rezensionen der jeweiligen Orte.

Kunst 

Bun­ter Be­ton

Die Stras­se ge­hört den Au­tos, den Ve­los, den Bus­sen? Von we­gen! Sie ge­hört al­len – ob mit oder oh­ne Fahr­zeug. Sie ist mehr als von Bord­stein und Leit­plan­ken be­grenz­ter Asphalt. Sie ist öf­fent­li­cher Raum. Hier spielt sich das Le­ben ab – und die Kunst. Künst­le­rin­nen ha­ben auf der Stras­se auf­se­hen­er­re­gen­de Ak­tio­nen ver­an­stal­tet, Künst­ler ha­ben In­ter­ven­tio­nen in Form kur­zer ir­ri­tie­ren­der Mo­men­te ent­wor­fen, Fil­me­ma­che­rin­nen stel­len die Men­schen auf der Stras­se in den Mit­tel­punkt ih­rer Ar­beit, Fo­to­gra­fen ha­ben die Schön­heit all­täg­li­cher Sze­nen fest­ge­hal­ten, an­de­re ha­ben ge­sam­melt, ge­säu­bert, ge­malt. Die­se gros­se künst­le­ri­sche Viel­falt zeigt das Kunst­mu­se­um Liech­ten­stein in der ak­tu­el­len Aus­stel­lung. Sie blen­det auch ab­wei­sen­de Sei­ten der Stras­se nicht aus, die Käl­te, das auf­ent­halts­feind­li­che und ma­ni­pu­la­ti­ve Mo­bi­li­ar. Den­noch bleibt die Ge­samt­stim­mung der Schau po­si­tiv, denn sie zeigt, wie die Stras­se zum ge­mein­sa­men Ge­stal­tungs­raum wer­den kann. (Kris­tin Schmidt)

«Auf der Stras­se»: bis 31. Au­gust, Kunst­mu­se­um Liech­ten­stein 
kunst­mu­se­um.li

 

Rund­gang

Frie­dens- und Flucht­ge­schich­ten

Auf dem Frie­dens­weg von Hei­den nach Wal­zen­hau­sen lässt sich Ge­schicht­li­ches und Kul­tu­rel­les mit dem Wan­dern ver­bin­den. Ne­ben den saf­tig grü­nen Hü­geln des Ap­pen­zel­ler­lands las­sen sich hier die hu­ma­ni­tä­ren Le­bens­wer­ke von Ja­kob Künz­ler, Carl Lutz, Mar­grit Bes­mer und Wil­li Ko­be, Paul Vogt, Ger­trud Kurz, Ca­tha­ri­na Stur­zen­eg­ger, Theo­dosi­us Flo­ren­ti­ni, Carl «Bö» Böck­li und Hen­ry Dun­ant ent­de­cken. Die Wan­de­rung führt von Hei­den über Wolf­hal­den und das Mühlt­obel nach Wal­zen­hau­sen – kann aber auch in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung ge­lau­fen wer­den. Da­bei fin­den Wan­der­vö­gel an je­der Sta­ti­on In­for­ma­tio­nen zur hu­ma­ni­tä­ren Ar­beit der be­kann­ten Schwei­zer:in­nen. Eben­so span­nend ist der mo­bi­le Hör­weg «über die Gren­ze». Das Pro­jekt des Jü­di­schen Mu­se­ums Ho­hen­ems zeigt die Flucht­ge­schich­ten tau­sen­der Men­schen zwi­schen 1938 und 1945 vom Bo­den­see bis nach Vor­arl­berg. Mit dem Ve­lo las­sen sich 52 Hör­sta­tio­nen ent­lang der Rad­rou­te 1, von Bre­genz nach Par­te­nen, ab­fah­ren und da­bei Flucht­bio­gra­fien er­fah­ren. Über QR-Codes er­hält man auf der Rad­rou­te ge­nau­so wie auf der Wan­de­rung im Ap­pen­zel­ler­land al­le In­for­ma­tio­nen di­rekt aufs Han­dy und ist so mit­ten im (his­to­ri­schen) Ge­sche­hen. (Daria Frick)

frie­dens-sta­tio­nen.ch
ueber-die-gren­ze.at

 

Li­te­ra­tur 

Im Ruck­sack ein Buch

Cy­rill Stie­ger, Ost­eu­ro­pa­ken­ner und Pu­bli­zist, wan­dert ger­ne, am liebs­ten mit ei­nem Buch im Ruck­sack. «Was gibt es Schö­ne­res», schreibt er in der Ein­lei­tung zu Wan­der­Or­te, «als mit ei­nem Ro­man, ei­ner Er­zäh­lung oder ei­nem Ge­dicht im Ruck­sack zu li­te­ra­ri­schen Schau­plät­zen zu wan­dern?» 16 sei­ner Wan­der­be­rich­te, zu­erst in der Li­te­ra­tur­zeit­schrift «Or­te» er­schie­nen, sind über­ar­bei­tet in die­sem Buch ver­sam­melt. Er­öff­net wird es mit Ro­bert Wal­ser in He­ris­au und Hen­ry Dun­ant in Hei­den. Bei Wal­ser staunt Stie­ger über die Aus­dau­er so­wie die Es­sens- und Trink­freu­de von Wal­ser und Carl See­lig, Schrift­stel­ler und Vor­mund sei­nes Freun­des. Die Wan­de­rung zum eher un­glück­se­li­gen Ro­tes-Kreuz-Grün­der Hen­ry Dun­ant be­zieht sich auf Eve­li­ne Has­lers Der Zeit­rei­sen­de und en­det nach ei­ni­gem Auf und Ab im Re­stau­rant Och­sen in Grub AR, Schau­platz von Fried­rich Glau­sers letz­tem Ro­man Die Spei­che. Mit ei­ner wei­te­ren Wan­de­rung geht es ins Glar­ner­land, nach Tier­fehd, Rück­zugs­ort und Lie­bes­nest von Karl Kraus. Die ver­blei­ben­den 13 Wan­de­run­gen füh­ren et­wa ins Ma­der­aner­tal (Ot­to F. Wal­ter), Tes­sin (Ali­ne Valang­in und E. M. Re­mar­que) oder ins Wal­lis (R. M. Ril­ke, Co­rin­ne Bil­le und Charles F. Ra­muz). (Ri­chard Butz)

Cy­rill Stie­ger: Wan­der­Or­te – Li­te­ra­ri­sche Wer­ke und ih­re Schau­plät­ze. Mit Fo­tos von Mar­cel Stei­ner. Or­te Ver­lag, Schwell­brunn 2025. 

Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft

Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

Von Vera Zatti,
IMG 1890 2

Nachruf auf Urs Ullmann

«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

Von Urs Oskar Keller,
Urs Ullmann Maerz 2023 Altnau Urs Oskar Keller

Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

Von Sieglinde Wöhrer,
Bildschirmfoto 2026 10 19 um 15 34 04

Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
Theblacksalt1

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
DSC09196

Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0505 max

Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
DSC02202 Kopie