Zwei aktuelle Stelleninserate machen es klar: Künftig wird es in der Stadt St.Gallen eine Dienststelle Liegenschaften und eine separate Immobilienbewirtschaftung geben. Für beide Stellen wurden dieser Tage Leitungspositionen ausgeschrieben.
Die bisherige Leiterin des Liegenschaftenamtes, Serafina di Stefano, hat ihre Stelle bereits verlassen. Sie war seit Anfang 2013 im Amt. Einige ihrer Entscheide stiessen auf Kritik, darunter der Verkauf einer Liegenschaft an der hinteren Bahnhofstrasse, in der Ateliers untergebracht waren. Den Mietern war dort noch kurz vor dem Verkauf zugesichert worden, sie könnten bleiben – ein Versprechen, das mit dem Verkauf des städtischen Hauses gebrochen wurde.
Mit dem Wechsel der Stadträtin in der Direktion Bau und Planung von Patrizia Adam (CVP) zu Maria Pappa (SP) haben sich offensichtlich die Schwerpunkte der Liegenschaftspolitik etwas verschoben. Maria Pappa plädiert für eine aktivere Bodenpolitik und möchte nicht ohne Not Liegenschaften aus dem städtischen Portefeuille verkaufen.
Das Liegenschaftenamt bewirtschaftete bisher nicht nur das städtische Immobilien-Portfolio mit seinen Wohn- und Gewerbeliegenschaften, sondern auch die Baulandreserven, Baurechtsflächen und Landwirtschaftsbetriebe. Es war gleichzeitig auch für die eigentliche Bodenpolitik, den Kauf von Liegenschaften und Bauland sowie für die Wohnbauförderung zuständig.
Nun wird das Amt aufgeteilt. Die Vermietung wird neu vom fünfköpfigen Team Immobilienbewirtschaftung erledigt, das direkt dem Hochbauamt angegliedert wird. Letzteres war schon bisher für den baulichen Unterhalt zuständig.
Das separate kleine Team der künftigen Dienstelle Liegenschaften hat strategische Aufgaben und kümmert sich um die städtische Boden-, Wohnbau- und Wirtschaftspolitik. Hier geht es um Immobilieninvestments, um die Aufarbeitung der entsprechenden Datengrundlagen und um Wirtschaftlichkeitsbeurteilungen. Bodenkäufe oder Bodentausch sowie Baurechtverträge werden hier geprüft und vorbereitet.
Mit dieser Neuorganisation bietet sich die Chance, dass die Stadt eine aktivere Bodenpolitik einschlägt. Wenn sie bei grösseren Projekten selbst als Investorin auftritt, überlässt sie die Boden- und Baupolitik nicht – wie bisher oft – den finanzkräftigen Investoren. Ob dies gelingt, hängt allerdings auch von den Leitungspersonen ab, die für die beiden neuen Dienststellen gesucht werden.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht