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Morden im Machtrausch

Sylvana Schneider als Macbeth (Bild: pd/Ilja Mess)

Sylvana Schneider als Macbeth (Bild: pd/Ilja Mess)

Macht, Gewalt und Verrat. Das Theater Konstanz zeigt unter der Regie von Abdullah Maria Karaca bis Anfang März den shakespeareschen Klassiker Macbeth nach Heiner Müller. 

Mac­beth. Ein Klas­si­ker aus der Fe­der des be­rühm­ten eng­li­schen Dich­ters Wil­liam Shake­speare. Ei­ne Tra­gö­die in fünf Ak­ten, bei der es um po­li­ti­sche Macht, Ge­walt und Ver­rat geht. Im Thea­ter Kon­stanz in­sze­niert der Re­gis­seur Ab­dul­lah Ma­ria Ka­ra­ca den Klas­si­ker. Und zwar die Ad­ap­ti­on des deut­schen Dra­ma­ti­kers Hei­ner Mül­ler (1929-1995). 

Ge­schrie­ben in den 1970er-Jah­ren, bleibt Mül­ler laut Stück­be­schrieb Shake­speares Ori­gi­nal weit­ge­hend treu. Ei­nen wich­ti­gen Un­ter­schied ge­be es trotz­dem: Wäh­rend sich der eng­li­sche Schrift­stel­ler vor­nehm­lich auf die psy­cho­lo­gi­schen Tra­gö­di­en der Cha­rak­te­re kon­zen­trie­re, ste­he bei Mül­ler eher «die Me­cha­nik der po­li­ti­schen Ge­walt» im Fo­kus.

«Scho­nungs­los und sprach­ge­wal­tig» be­schrei­be der Deut­sche, dass Macht und de­ren Miss­brauch nicht nur die «Ver­feh­lung ei­nes In­di­vi­du­ums» sei, son­dern auch das Er­geb­nis von De­ter­mi­nis­mus: «Macht ent­steht aus Ge­walt, er­hält sich durch Ge­walt und hin­ter­lässt nichts als Trüm­mer.»

Macht und Ge­walt sind auch in der Kon­stan­zer In­sze­nie­rung zen­tra­le The­men. Der Plot bleibt klas­sisch: Drei He­xen­pro­phe­zei­en dem schot­ti­schen Feld­herrn Mac­beth (Syl­va­na Schnei­der) den Thron. Doch der herr­schen­de Kö­nig Dun­can (Tho­mas Fritz Jung) steht Mac­beths Griff zur Kro­ne im Weg. Und ob­wohl Mac­beth eben die­sen Kö­nig ge­ra­de noch im Kampf ge­gen an­de­re Ver­rä­ter un­ter­stützt hat, ent­schliesst sich der Schot­te, nicht ganz oh­ne den Ein­fluss sei­ner La­dy Mac­beth (Jas­per Di­ed­rich­sen), zum Mord. Nach ei­ni­gem Rin­gen tö­tet er den Kö­nig und reisst die Macht an sich.

Dann ge­rät Kö­nigs­mör­der Mac­beth in ei­ne Ab­wärts­spi­ra­le. Als Macht­ha­ber iso­liert er sich im­mer stär­ker, wit­tert hin­ter je­der Ecke ei­nen Be­trug und «kennt nur die Herr­schaft durch Ge­walt und Angst». Um sei­ne Po­si­ti­on zu hal­ten, folgt ein Mord auf den an­de­ren. 

In Kon­stanz le­ge Ab­dul­lah Ma­ria Ka­ra­cas Mac­beth «das Grau­en und die Ab­grün­de der Ty­ran­nen­tra­gö­die frei», heisst es im Stück­be­schrieb. Und ob­wohl durch­aus Par­al­le­len zur der­zei­ti­gen po­li­ti­schen Welt­la­ge er­kenn­bar sei­en, ha­be sich Ka­ra­ca be­wusst für ei­ne my­thisch-his­to­ri­sche In­sze­nie­rung (Büh­nen­bild und Kos­tüm: Ele­na Schei­cher) ent­schie­den. Der Re­gis­seur ver­ste­he das Stück «als ei­ne Pa­ra­bel, die nicht ab­bil­det, son­dern zu­spitzt» und ei­nen ge­wis­sen In­ter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum er­mög­li­chen soll. 

Mac­beth, Mitt­woch, 11. Fe­bru­ar, 20 Uhr, Stadt­thea­ter Kon­stanz. Wei­te­re Vor­stel­lun­gen bis Frei­tag, 6. März.

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