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Brauntöne im St.Galler Kultur- und Wissenschaftsbetrieb

Auch in der intellektuell-kultivierten Elite St.Gallens schaute man in den 1930er- und 40er-Jahren mit einiger Sympathie nach Norden und Süden. Zu den Braungesinnten zählten etwa einige Rotarier, ein späterer HSG-Rektor und ein Theaterdirektor.

Der Frontist und spätere HSG-Rektor Adolf Jöhr mit zwei Pferden ca. 1930 (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Der Frontist und spätere HSG-Rektor Adolf Jöhr mit zwei Pferden ca. 1930 (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Im Mai 1940 be­fürch­tet die Schweiz den Ein­marsch deut­scher Trup­pen. Aus­ge­rech­net in die­ser kri­ti­schen Si­tua­ti­on er­hält der Bun­des­rat zwi­schen dem 15. No­vem­ber glei­chen Jah­res und bis An­fang 1941 drei Ein­ga­ben der «Ak­ti­on zur Wah­rung der schwei­ze­ri­schen Neu­tra­li­tät». Un­ter­schrie­ben ha­ben sie ins­ge­samt 173 an­ge­se­he­ne Per­sön­lich­kei­ten, al­les Män­ner, da­von rund die Hälf­te Of­fi­zie­re. Sie for­dern un­ter an­de­rem: Ein­füh­rung ei­ner Pres­se­zen­sur, Ent­fer­nung von Kri­ti­kern fa­schis­ti­scher Dik­ta­tu­ren aus wich­ti­gen Staats­stel­lun­gen, die Ein­hal­tung ei­ner strik­ten Neu­tra­li­tät und ei­ne Wie­der­gut­ma­chung für ver­ur­teil­te Fron­tis­ten und Lan­des­ver­rä­ter. 

Wer die Un­ter­zeich­ner der spä­ter so be­zeich­ne­ten «Ein­ga­be der 200» sind, gibt der Bun­des­rat erst 1946 nach star­kem in­nen­po­li­ti­schem Druck be­kannt. Sechs von ih­nen le­ben in St.Gal­len, un­ter ih­nen der Sti­cke­rei­fa­bri­kant und über­zeug­te Hit­ler­an­hän­ger Ar­nold Mett­ler-Spe­cker, der Zahn­arzt Hans Grü­nen­fel­der und der ein­fluss­rei­che Lan­des­ring-Po­li­ti­ker Ju­les Mae­der. Zwei wei­te­re Un­ter­zeich­ner sind im Kan­ton St.Gal­len an­säs­sig, sechs in Teu­fen. 

Mett­ler-Spe­cker und der an­ge­se­he­ne St.Gal­ler Tex­til­un­ter­neh­mer Max Stof­fel sind bis 1945 Mit­glie­der im 1925 ge­grün­de­ten St.Gal­ler Ro­ta­ry Club. Sie sind nicht die ein­zi­gen mit ei­ner na­zi­freund­li­chen Ein­stel­lung. Kurz nach Hit­lers Macht­über­nah­me 1933 reist ei­ne St.Gal­ler De­le­ga­ti­on nach Mün­chen und be­rich­tet an­schlies­send be­geis­tert über Adolf Hit­lers Grund­stein­le­gung für das Haus der Deut­schen Kunst. Drei Jah­re spä­ter nimmt Club-Prä­si­dent Al­fred Brun­ner an ei­nem Ro­ta­ri­er-Lunch in Mün­chen teil. In sei­nem Rap­port kri­ti­siert er die Schwei­zer Pres­se, die an al­lem her­um­mäk­le, «was aus dem Deut­schen Reich zu be­rich­ten ist». 

Noch vor die­sen Deutsch­land­be­su­chen hö­ren 1932 die St.Gal­ler Mit­glie­der vier Re­fe­ra­te zum The­ma «Hat der geis­tig und kör­per­lich Min­der­wer­ti­ge ein Recht auf das Le­ben?». Der Grund­te­nor der Re­fe­ra­te, die nach­her die Mit­glie­der als Son­der­druck er­hal­ten, geht mehr oder we­ni­ger deut­lich in Rich­tung von Mass­nah­men wie Zwangs­ste­ri­li­sa­tio­nen oder so­gar scho­nen­der Tö­tung von Be­trof­fe­nen. 

Ein an­ti­ju­da­is­ti­scher Pre­di­ger und zwei Pu­bli­zis­ten mit an­ti­se­mi­ti­schen Ten­den­zen

Als an­ti­ju­da­is­tisch, an­ti­se­mi­tisch und pro­fa­schis­tisch tre­ten meh­re­re St.Gal­ler Per­sön­lich­kei­ten öf­fent­lich auf. Dem An­ti­ju­da­is­mus zu­zu­rech­nen ist der streit­ba­re und wort­mäch­ti­ge re­for­mier­te Pfar­rer an der Lin­sen­bühl­kir­che, Ja­ko­bus Wei­den­mann, der aber kein Na­zi-Sym­pa­thi­sant ist. 1938 lässt er den­noch in ei­ner Pre­digt ver­lau­ten: «Ge­wiss, was ‹Ju­de› im üb­len Sinn des Wor­tes ist un­ter Chris­ten, Hei­den und Ju­dä­ern, ver­dient un­se­ren Ab­scheu.» Er weist dann auf zwei cha­rak­te­ris­ti­sche Längs­schnit­te im Ju­den­tum hin. Der ei­ne führt für ihn von Kain über Ju­das und Shy­lock «zu ei­ni­gen geis­ti­gen und mo­ra­li­schen Brun­nen­ver­gif­tern des 19. und 20. Jahr­hun­derts», der an­de­re von Abra­ham über Mo­se, die Pro­phe­ten und Na­than den Wei­sen «zu ei­ni­gen der gröss­ten wis­sen­schaft­li­chen und mo­ra­li­schen Wohl­tä­tern der Mensch­heit». 

An­fäng­lich ein­deu­tig an­ti­se­mi­tisch tritt der in Ap­pen­zell ge­bo­re­ne, christ­lich-kon­ser­va­tiv ge­präg­te und -kämp­fe­ri­sche Pu­bli­zist Jo­hann Bap­tist Rusch auf. 1924 ver­öf­fent­licht er ei­ne Schrift un­ter dem Ti­tel Über die Ju­den­ge­fahr – Ei­ne nicht an­ti­se­mi­ti­sche sach­li­che Be­trach­tung der Fra­ge. An­ge­hängt sind der Schrift Die Pro­to­kol­le der Wei­sen von Zi­on. Die­se Hetz­schrift er­scheint erst­mals 1903 in Russ­land, wird 1921 von der Lon­do­ner «Times» als nicht au­then­tisch ent­larvt, bleibt aber bis heu­te ein viel­zi­tier­tes Re­fe­renz­do­ku­ment des welt­wei­ten An­ti­se­mi­tis­mus und ei­ner an­ge­nom­me­nen 
jü­di­schen Welt­ver­schwö­rung.

Adolf Jöhr in späten Jahren (Bild: Stadtarchiv St.Gallen)

Adolf Jöhr in späten Jahren (Bild: Stadtarchiv St.Gallen)

Will nicht, dass die Schweizer Presse immer an allem herummäkelt, was aus Deutschland kommt: Chefchirurg und Rotarierpräsident Alfred Brunner (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Will nicht, dass die Schweizer Presse immer an allem herummäkelt, was aus Deutschland kommt: Chefchirurg und Rotarierpräsident Alfred Brunner (Bild: Staatsarchiv St.Gallen)

Rusch, von 1918 bis 1954 Be­sit­zer und Al­lein­re­dak­tor der im Kan­ton St.Gal­len er­schei­nen­den «Schwei­ze­ri­schen Re­pu­bli­ka­ni­schen Blät­ter», wan­delt sich ab 1933 vom ra­di­ka­len Be­für­wor­ter zum ent­schie­de­nen Geg­ner des An­ti­se­mi­tis­mus. Als wert­kon­ser­va­ti­ver Pu­bli­zist schreibt er fort­an ge­gen den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus an, pro­pa­giert die Idee ei­ner christ­lich-so­zia­len Er­neue­rung der Schweiz und po­le­mi­siert ge­gen die von ihm be­fürch­te­te Über­frem­dung des Lan­des. 

Ei­ne äus­serst wi­der­sprüch­li­che Per­sön­lich­keit ist der in St.Gal­len ka­tho­lisch auf­ge­wach­se­ne Na­tio­nal­öko­nom und Pu­bli­zist Ja­cob Lo­renz. Er wird SP-Mit­glied und ver­lässt 1919 die Par­tei wie­der, er­klärt sich als kon­fes­si­ons­los, dann tritt er wie­der in die ka­tho­li­sche Kir­che ein. 1933 grün­det er die bis 1957 be­stehen­de Wo­chen­zei­tung «Das Auf­ge­bot» und führt die gleich­na­mi­ge po­li­ti­sche Be­we­gung an. Ähn­lich wie die schwei­ze­ri­sche Fron­ten­be­we­gung en­ga­giert sich Lo­renz für ei­ne po­li­ti­sche Er­neue­rung der Schweiz, je­doch un­ter Wah­rung von De­mo­kra­tie und na­tio­na­ler Ei­gen­art. Er di­stan­ziert sich trotz sei­nen an­ti­li­be­ra­len, an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen und an­ti­se­mi­ti­schen Ten­den­zen von Fa­schis­mus und Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, ver­ficht aber die Idee ei­ner kor­po­ra­ti­ven Ord­nung. Da­mit ge­meint ist ei­ne er­zwun­ge­ne oder frei­wil­li­ge Zu­sam­men­ar­beit von Staat und ge­sell­schaft­li­chen In­ter­es­sen­grup­pen wie bei­spiels­wei­se Ge­werk­schaf­ten oder Ar­beit­ge­ber­ver­bän­den, um po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen zu tref­fen.

Vom Fron­tis­ten zum über­zeug­ten De­mo­kra­ten und Kunst­för­de­rer 

1937 er­scheint gleich­zei­tig in Leip­zig und Bern die vom Na­tio­nal­öko­no­men Wal­ter Adolf Jöhr ver­fass­te um­fang­rei­che Dis­ser­ta­ti­on Die stän­di­sche Ord­nung. Zu die­ser Zeit ist er ak­ti­ves Mit­glied der schwei­ze­ri­schen Fron­ten­be­we­gung und der Auf­fas­sung, dass sich Li­be­ra­lis­mus und So­zia­lis­mus über­lebt ha­ben. Für ihn ist die «ge­schicht­li­che Mis­si­on» des Fa­schis­mus, die durch die­se Ideo­lo­gien aus­ein­an­der­ge­bro­che­ne Ge­sell­schaft wie­der zu ei­ner Ein­heit zu füh­ren. Er ist zu­dem der Mei­nung, dass ne­ben der of­fi­zi­el­len Füh­rer- und Funk­tio­närs­schicht in den de­mo­kra­ti­schen Par­tei­en noch ei­ne in­of­fi­zi­el­le, im Dun­keln der An­ony­mi­tät ver­har­ren­de, nicht min­der mäch­ti­ge Füh­rer­schaft be­stehe. Die­se ha­be ih­ren Sitz un­ter an­de­rem in Ge­heim­bün­den wie der Frei­mau­re­rei, in Cli­quen wie dem Ju­den­tum, In­ter­es­sen­ver­bän­den wie der Schwer­indus­trie oder dem Fi­nanz­ka­pi­tal, in aus­län­di­schen Mäch­ten oder Mäch­ten kirch­li­cher Art. 

Selber Nazi oder bloss von diesen instrumentalisiert? Othmar Schoeck, 1917–1944 Leiter der Symphoniekonzerte des Konzertvereins St.Gallen (Bild: Stadtarchiv St.Gallen)

Selber Nazi oder bloss von diesen instrumentalisiert? Othmar Schoeck, 1917–1944 Leiter der Symphoniekonzerte des Konzertvereins St.Gallen (Bild: Stadtarchiv St.Gallen)

Fritz Bois, eingetragenes NSDAP-Mitglied und 1926–1945 Teil des Ensembles am Stadttheater St.Gallen (Bild: Stadtarchiv St.Gallen)

Fritz Bois, eingetragenes NSDAP-Mitglied und 1926–1945 Teil des Ensembles am Stadttheater St.Gallen (Bild: Stadtarchiv St.Gallen)

In Tei­len der Schwei­zer Pres­se wer­den Jöhrs Ge­dan­ken­gän­ge, nicht zu­letzt we­gen ih­rer an­ti­se­mi­ti­schen Schlag­sei­te, sehr kri­tisch auf­ge­nom­men. Jöhr lehrt ab 1937, trotz Pro­tes­ten sei­tens der da­mals noch schwa­chen St.Gal­ler SP, an der Han­dels­hoch­schu­le St.Gal­len (heu­te Uni­ver­si­tät St.Gal­len) und wi­der­ruft spä­ter sei­ne da­ma­li­gen Ideen. 1957 wird er zum Rek­tor er­nannt, en­ga­giert sich für den Neu­bau auf dem Ro­sen­berg und un­ter­stützt als Kunst­sin­ni­ger die da­mals um­strit­te­ne Aus­stat­tung des Cam­pus mit zeit­ge­nös­si­schen Kunst­wer­ken. 

Ei­ne du­bio­se Oper und ein Na­zi als Thea­ter­di­rek­tor 

Am 1. April 1943, kurz nach dem deut­schen Sta­lin­grad-De­sas­ter, führt die Ber­li­ner Staats­oper vor aus­ver­kauf­tem Haus, be­glei­tet von hef­ti­gen Bom­ben­an­grif­fen, die Oper in vier Ak­ten Das Schloss Düran­de auf. Die Mu­sik stammt vom hoch­an­ge­se­he­nen Schwei­zer Kom­po­nis­ten Oth­mar Schoeck, von 1917 bis 1944 Lei­ter der Sym­pho­nie­kon­zer­te des Kon­zert­ver­eins St.Gal­len. Die li­te­ra­risch als ver­un­glückt ein­ge­stuf­te Nach­dich­tung der gleich­na­mi­gen No­vel­le von Jo­seph von Ei­chen­dorff stammt vom Dich­ter, Schrift­stel­ler und Ma­ler Her­mann Bur­te, der ein eif­ri­ger Ver­fech­ter völ­ki­scher Ideo­lo­gien und spä­ter ein über­zeug­ter Na­zi-An­hän­ger ist. Reichs­mar­schall Her­mann Gö­ring be­zeich­net die Oper, mög­li­cher­wei­se weil ihm die Ex­plo­si­on im Fi­na­le als wehr­kraft­zer­set­zend miss­fällt, als «Bock­mist» und lässt sie nach vier Auf­füh­run­gen ab­set­zen. Auch spä­ter in Zü­rich hat die Oper kei­nen Er­folg. 

Bis heu­te wird ge­rät­selt, war­um sich der be­deu­ten­de Mu­si­ker und Kom­po­nist Schoeck mit die­ser mu­si­ka­lisch als hoch­wer­tig ein­ge­stuf­ten Oper zu ei­nem der­ar­ti­gen text­li­chen Mach­werk und der Auf­füh­rung in Ber­lin hin­reis­sen liess. Sein bri­ti­scher Bio­graf Chris Walt­on ver­such­te es mit die­ser Er­klä­rung: «Schoeck kann uns heu­te als Mus­ter­bei­spiel die­nen, wie ein Künst­ler, der sich für un­po­li­tisch hält, aber er­folg­reich sein will, sich durch to­ta­li­tä­re Mäch­te schritt­wei­se aus­nüt­zen las­sen kann.»

Kein Zwei­fel be­steht hin­ge­gen an der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ein­stel­lung des aus dem Su­den­ten­land stam­men­den Theo Mo­des, St.Gal­ler Thea­ter­di­rek­tor von 1919 bis 1923 so­wie von 1932 bis 1938. Bei der zwei­ten Er­nen­nung wird sein Mit­kon­kur­rent, der jü­di­sche Dra­ma­ti­ker, Re­gis­seur und über­zeug­te An­ti­fa­schist Wer­ner Jo­han­nes Gug­gen­heim, über­gan­gen. Mo­des ent­lässt ihn 1933 nach wie­der­hol­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die Aus­rich­tung und das Pro­gramm des Stadt­thea­ters. An­fäng­lich hält sich Mo­des mit po­li­ti­schen Äus­se­run­gen vor­sich­tig zu­rück und för­dert auch schwei­ze­ri­sches Schau­spiel­schaf­fen. Er ver­strickt sich aber zu­neh­mend in po­li­ti­sche Wi­der­sprü­che und wird schliess­lich ent­las­sen. 

Im En­sem­ble be­fin­den sich zu die­ser Zeit ge­si­chert vier Mit­glie­der der NSDAP, un­ter ih­nen Fritz Bo­is, der vor al­lem mit ko­mi­schen und tra­gi­ko­mi­schen Rol­len beim hie­si­gen Thea­ter­pu­bli­kum be­liebt ist. Er wird nach dem Krieg ent­las­sen, fin­det kei­ne Thea­ter­an­stel­lung mehr und muss fort­an als Staub­sauger­ver­tre­ter ar­bei­ten. 

Mo­des geht nach sei­ner Ent­las­sung zu­rück nach Deutsch­land und tritt 1939 of­fi­zi­ell in die NSDAP ein. Im glei­chen Jahr über­nimmt er die Ge­samt­lei­tung al­ler volks­deut­schen Büh­nen in der zer­schla­ge­nen und an­nek­tier­ten Tsche­cho­slo­wa­kei und ar­bei­tet als In­ten­dant an ver­schie­de­nen deut­schen Thea­tern. Nach Kriegs­en­de tritt er et­wa als Chef­dra­ma­turg in Dres­den und Re­gis­seur in Gör­litz in Er­schei­nung und ar­bei­tet an ei­ner Ge­schich­te des su­de­ten­deut­schen Thea­ters, die als ver­schol­len gilt. 1962 stirbt Mo­des, nie in der DDR als «Wen­de­hals» zur Re­chen­schaft ge­zo­gen, in Leip­zig. 

Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
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Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
Volksbad rene hornung 1

Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
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