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Let’s talk about Sex

Am Dienstagabend kommt das Gesprächsformat «Luscht & Luune» nach St.Gallen. Drei Expert:innen reden über Sex und beantworten anonyme Publikumsfragen. Das Ziel: Neues über Sex lernen, inspirieren und das Thema aus der Schmuddelecke holen.
Von  Andi Giger
Das «Luscht & Luune»-Team: Stephanie Karrer, Baluu Lehmann und Tamara Altermatt. (Bilder: pd)

«Wie war der Sex?», «Was gefällt dir?», «Worauf hättest du mal Bock?» – Über Sex reden wir am liebsten nur im ganz privaten Rahmen. Und sogar dort hindert uns die Scham oft daran, Dinge beim Namen zu nennen. Das möchte die Gesprächsreihe «Luscht & Luune» ändern. Professionelle, ehrliche und lustige Antworten warten auf das Publikum.

Initiiert hat das Format die St.Galler Sexologin, Psychologin und Paartherapeutin Tamara Altermatt. Zusammen mit dem Sexologen Baluu Lehmann und der Psychologin Stephanie Karrer waren sie bereits in Zürich zu sehen. In dieser ersten Ausgabe ging es um Verführung. Rückblickend sagt Altermatt: «Es war eine rege Diskussion mit vielen guten Fragen. Ich glaub es gelang uns, einen angenehmen Rahmen zu schaffen, um Privates zu teilen.»

Eine Sprache finden

Über Sex sprechen heisst das Thema der St.Galler Ausgabe. «Wir fragen uns, wie wir in unseren Beziehungen, Freundeskreisen und in der Gesellschaft generell über Sex reden», erklärt Altermatt. «Welche Sprache verwenden wir dafür? Wofür haben wir überhaupt eine, und wofür nicht?». Gesellschaftliche Tabus spielen dabei genauso eine Rolle wie fehlende Aufklärung. «Beides beeinflusst unsere Lust und wie wir miteinander intim sind.»

Luscht & Luune: 22. Oktober, 19 bis 21 Uhr, 1733 Restaurant und Weinbar, St.Gallen

Tickets: fühlsch.ch

Sex auf der Leinwand, in der Werbung und um Musikvideo – Erotik, Anziehung und Lust sind fast überall zu finden. «Wir leben in einer hoch sexualisierten Welt.» Es seien Bilder, die unsere Sexualitäten prägen, so Altermatt. «Viele glauben, nicht genug zu sein oder nicht genug zu wissen. Das verursacht für viele Stress.» Weil es ein so privates Thema sei, werde in den Beziehungen sehr unterschiedlich darüber gesprochen. Dazu kämen unterschiedliche Erziehungsformen und Kulturen. «Das führt zu Konflikten. Sowohl in zwischenmenschlichen Beziehungen als auch bei persönlichen Identitätsfragen.»

Obwohl uns Sexualität ständig umgebe, fehle vielen dafür die Sprache, sagt Altermatt. «Für Genitalien fehlen uns oft die Begriffe. Viele kennen den Unterschied zwischen der Vulva und der Vagina nicht. In der Folge haben auch viele Mühe, zu benennen, worauf sie stehen, wo sie berührt werden wollen, was sie anzieht.»

Fragen erwünscht

Offen darüber reden, Neues lernen, Experimente wagen – all das ist aber oft einfacher gesagt als getan. Sich von einer verletzlichen Seite zeigen braucht Mut. Die Devise von Altermatt: Üben! «Wir brauchen einen Diskurs darüber, neue und sichere Räume und mehr Aufklärung bei Kindern und Jugendlichen.»

Der Abend ist in zwei Teile gegliedert. In der ersten Hälfte teilen die drei Expert:innen Erfahrungen, Geschichten und Wissen zum Thema. In einem zweiten Teil kann das Publikum anonym mit dem Smartphone Fragen stellen, die dann beantwortet werden.

Das Publikum erwartet aber keinen Kursabend, sondern ein unterhaltsamer Abend, der Gesprächsstoff für die nächste Znünipause liefern soll. Am 13. November geht die Reihe weiter in Frauenfeld. Thema dann: Die Lust.

Die erste Ausgabe in Zürich

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