«Wir müssen Wiboradas Geschichte neu erzählen»

In diesem Jahr feiert St.Gallen den 1100. Todestag Wiboradas. Obwohl die Inklusin einen grossen Einfluss auf die Stadt hatte, ist sie den wenigsten ein Begriff. Das soll sich ändern. Wie dies gelingen soll und welche Bedeutung Wiborada heute noch hat, erzählen Jolanda Schärli und Hildegard Aepli vom Verein Wiborada-Jubiläum 2026 sowie Karin K. Bühler von der feministischen Bibliothek Wyborada im Gespräch mit Saiten.

Laura Tura, 1998, ist Künstlerin und lebt in Mailand. Sie arbeitet hauptsächlich mit Fotografie. Dabei dienen oft Selbstporträts als Ausgangspunkt, die sie durch digitale Bearbeitung transformiert. Für diese Bildstrecke liess sie sich von der heiligen Wiborada inspirieren. Ihre Kompositionen zeigen den Körper als wörtliche, aber auch symbolische Schwelle zwischen innen und aussen, Isolation und Kontakt. Während die Porträts Intimität und Spannung erzeugen, stellt der Körper die menschlichen Gesten des Zurückziehens und des Zuhörens dar.

Wi­bora­da leb­te vor über 1000 Jah­ren. War­um ist sie heu­te noch wich­tig?

Jo­lan­da Schär­li: Sie ist ei­ne der Stadt­hei­li­gen, ne­ben Gal­lus und Ot­mar. Und wenn man an ih­re Be­ra­te­rin­nen­tä­tig­keit denkt, war sie durch­aus mo­dern. Sie hör­te zu und war em­pa­thisch. Das ist ein The­ma, das uns heu­te noch be­trifft. Es geht um Ge­mein­schaft.

Hil­de­gard Aepli: Dass das Klos­ter St.Gal­len und die Stifts­bi­blio­thek heu­te zum Unesco-Welt­kul­tur­er­be ge­hö­ren, ist Wi­bora­da zu ver­dan­ken. Sie hat­te den An­griff der Un­garn vor­aus­ge­sagt und be­wirkt, dass die äl­tes­ten Hand­schrif­ten in Si­cher­heit ge­bracht wur­den – und die gan­ze Stadt eva­ku­iert war, als die Un­garn ka­men. Die Hand­schrif­ten auf der Rei­chen­au, die Mön­che auf der Flucht­burg, die Men­schen in den Wäl­dern und Wi­bora­da in ih­rer Zel­le. In­so­fern ist sie ei­ne Be­wah­re­rin die­ser Stadt.

Ka­rin K. Büh­ler: Aus­ser­dem ist sie die Schutz­pa­tro­nin der Bi­blio­the­ken und Bü­cher und steht für Bil­dung. Ihr Ver­mächt­nis ist, dass sie die Bü­cher der Klos­ter­bi­blio­thek ret­te­te. Da­mit hat sie uns ein rie­si­ges kul­tu­rel­les Er­be hin­ter­las­sen und ei­nen wich­ti­gen Bei­trag da­zu ge­leis­tet, dass St.Gal­len sei­ne Buch­kul­tur be­wah­ren konn­te.

Und trotz­dem spielt sie im Be­wusst­sein der Stadt kaum ei­ne Rol­le, wäh­rend Gal­lus all­ge­gen­wär­tig ist. Wie nehmt ihr das wahr?

Jo­lan­da: Ab 2011 ha­be ich im Kul­tur­mu­se­um Füh­run­gen zur St.Gal­ler Stadt­ge­schich­te an­ge­bo­ten. Im Mu­se­um gab es ei­ne Sta­tue von Wi­bora­da. Ich ha­be den Teil­neh­mer:in­nen je­weils von ihr er­zählt. Mit der Zeit ha­be ich ge­merkt, dass sie vie­le Leu­te gar nicht ken­nen.

Hil­de­gard: Ich er­le­be es gleich. Sie ist nicht in un­se­rem Stadt­ge­dächt­nis, sie kommt in der Schul­bil­dung nicht vor, sie ist in un­se­ren Mu­se­en nicht prä­sent. Sie ist zwar in un­se­rer DNS vor­han­den, aber nicht in un­se­rem Be­wusst­sein.

Ihr be­zeich­net sie als Be­ra­te­rin und Be­wah­re­rin. Ist sie auch ein Vor­bild?

Jo­lan­da: Als His­to­ri­ke­rin spre­che ich nicht so ger­ne von Vor­bil­dern. Mit der Hel­din­nen­ge­schich­te von Wi­bora­da ha­be ich ein biss­chen Mü­he. Ich fin­de es in­ter­es­sant, sol­che Fi­gu­ren im his­to­ri­schen Kon­text zu be­trach­ten.

Aber was kön­nen wir als Ge­sell­schaft von ihr ler­nen?

Jo­lan­da: Zu­hö­ren. Sich für die Mit­men­schen in­ter­es­sie­ren. Wi­bora­da war ei­ne Ad­li­ge und mit den Män­nern auf Au­gen­hö­he. Sie hat sich trotz ih­res Stan­des für die ein­fa­chen Leu­te in­ter­es­siert.

Hil­de­gard: Es ist pa­ra­dox, ja völ­lig un­vor­stell­bar, dass sie sich hat ein­schlies­sen las­sen. Dank die­sem Akt hat sie sich von Zwän­gen, die es da­mals im Mit­tel­al­ter gab, ge­löst. Sie war nicht ver­ein­nahmt, we­der von ei­nem Ehe­mann noch von ir­gend­wel­chen Klos­ter­re­geln noch vom Abt des Klos­ters St.Gal­len. Die­se Frau stand über al­len, sie war frei. Das gilt auch heu­te noch: Wer sich nicht ver­ein­nah­men lässt, son­dern sei­nen ei­ge­nen Weg geht, ist frei.

Jo­lan­da: Durch ih­re Adels­zu­ge­hö­rig­keit hat­te sie Zu­gang zu den Mäch­ti­gen ih­rer Zeit. Durch die­se Ver­net­zung konn­te sie wei­ter­hin Ein­fluss neh­men, ob­wohl sie in ih­rer Zel­le aus der Ge­sell­schaft her­aus­ge­löst war. 

Hil­de­gard: Sie hat­te in ih­rer Zel­le ein Fens­ter zur Welt. Die Leu­te konn­ten zu ihr kom­men und mit ihr re­den. Im Un­ter­schied zu ei­ner Non­ne war das auch ei­ne Frei­heit. Sie war nicht welt­fremd, son­dern welt­zu­ge­wandt. 

Ka­rin: In der Aus­ein­an­der­set­zung mit die­ser Fi­gur ha­be ich ge­merkt, dass ich zu­neh­mend un­er­war­tet fri­sche Fa­cet­ten in ihr ent­de­cke. Ich neh­me an, dass sie ei­ne sehr kom­mu­ni­ka­ti­ve und cha­ris­ma­ti­sche Frau war, sonst hät­te sie kaum so viel be­we­gen kön­nen.

Hil­de­gard: Um dich da­mals ein­schlies­sen las­sen zu kön­nen, muss­test du min­des­tens zwei Mäg­de ha­ben, zwei Die­ne­rin­nen, die dich ver­sorg­ten. In die­ser Zel­le gibt es nichts, du bist to­tal an­ge­wie­sen auf die Ver­sor­gung von aus­sen. Und: Zu je­ner Zeit durf­ten die In­klu­sin­nen kein Feu­er in der Zel­le ent­fa­chen, auch im Win­ter nicht. Sie durf­te nicht hei­zen. Das war erst ab dem 12. Jahr­hun­dert mög­lich.

Im Win­ter­halb­jahr war es in der Zel­le ge­nau­so kalt wie draus­sen …

Jo­lan­da: Die­se Kör­per­feind­lich­keit sich selbst ge­gen­über ist für mich et­was vom Be­fremd­lichs­ten in den Le­bens­wel­ten des Mit­tel­al­ters. Als Wi­bora­da tot war, sah man, wie miss­ge­stal­tet ihr Kör­per war durch die Käl­te. Sie trug ei­ne ei­ser­ne Ket­te um die Hüf­te, die ihr Ver­let­zun­gen zu­fü­gen soll­te. Da­mals herrsch­te ein an­de­res Kör­per­be­wusst­sein. Das Le­ben auf Er­den wur­de nur als Vor­stu­fe zum Le­ben im Jen­seits ge­se­hen.

Wie war es denn mög­lich, dass ei­ne Frau, wel­che die letz­ten zehn Jah­re ih­res Le­bens als In­klu­sin ver­brach­te, ei­nen sol­chen Ein­fluss hat­te? Nicht nur auf die ein­fa­chen Leu­te, son­dern auch auf kirch­li­che Wür­den­trä­ger und Ad­li­ge.

Jo­lan­da: Wahr­schein­lich hät­te nie­mand auf sie ge­hört, wenn sie ei­nen bäu­er­li­chen Hin­ter­grund ge­habt hät­te. Aber wir dür­fen nicht ver­ges­sen: Wenn wir uns mit his­to­ri­schen Per­so­nen be­schäf­ti­gen, ha­ben wir im­mer auch die Ten­denz, un­se­re Vor­stel­lun­gen und Be­dürf­nis­se auf sie zu über­tra­gen. Nur weil wir Wi­bora­das Le­ben als eman­zi­pa­to­risch be­grei­fen, muss es das im da­ma­li­gen Kon­text gar nicht ge­we­sen sein.

Ka­rin: Sie muss gut in­for­miert ge­we­sen sein. Wir ha­ben vor­hin von die­sem Fens­ter zur Welt ge­spro­chen. Die Welt ist auch zu ihr ge­kom­men.

Jo­lan­da: Des­we­gen be­ruh­te die­se Vi­si­on mit dem Un­garn­ein­fall mög­li­cher­wei­se auf den ge­sam­mel­ten Neu­ig­kei­ten aus der wei­te­ren Re­gi­on, die ans Fens­ter der In­klu­sin­nen­zel­le her­an­ge­tra­gen wur­den.

Und war­um hat sie trotz al­lem ei­ne so un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le im Ver­gleich zu Va­di­an und zu Ot­mar, die so wich­ti­ge Fi­gu­ren sind?

Hil­de­gard: Ein wich­ti­ger Grund war die Re­for­ma­ti­on. Nach dem Bil­der­sturm (im 16. Jahr­hun­dert, d. Red.) hat man al­le ih­re Re­li­qui­en aus der Kir­che St.Man­gen, wo ihr Grab war, ent­fernt und ih­re Ge­bei­ne ver­streut. Die­se Hei­li­gen­ver­eh­rung ha­ben die Re­for­ma­to­ren un­ter­bun­den. Das Klos­ter hin­ge­gen war vom Bil­der­sturm nicht be­trof­fen.

Jo­lan­da: Hin­zu kommt, dass sie ei­ne Frau war! Die Ge­schich­te ist von Män­nern ge­schrie­ben wor­den, Frau­en ka­men nicht dar­in vor. Aus­ser­dem wur­den die Le­ben von Frau­en in der Re­gel we­ni­ger do­ku­men­tiert als je­ne der Män­ner. Dar­um ist es toll, dass wir heu­te so viel wis­sen über ei­ne Frau, die vor 1100 Jah­ren ge­lebt hat. 

Ka­rin: Ich den­ke eben­falls, dass we­gen der pa­tri­ar­cha­len Struk­tu­ren der Ge­schichts­schrei­bung Frau­en ten­den­zi­ell aus­ge­blen­det, ver­ges­sen oder igno­riert wur­den. Das war ei­ner der Haupt­grün­de, war­um die Grün­de­rin­nen un­se­rer Frau­en­bi­blio­thek die­se nach Wi­bora­da be­nannt ha­ben. Sie sag­ten sich: Wir ha­ben ei­ne kaum be­kann­te Stadt­hei­li­ge – wir wol­len sie re­clai­men! 

Hildegard Aepli, Karin K. Bühler und Jolanda Schärli auf der Wiborada-Passarelle. (Bild: fri)

Der Re­for­ma­ti­on zum Trotz – Wi­bora­da war welt­weit die ers­te of­fi­zi­ell hei­lig­ge­spro­che­ne Frau, und ob­wohl wir in­zwi­schen im 21. Jahr­hun­dert sind, ist sie im kol­lek­ti­ven Be­wusst­sein die­ser Stadt kaum prä­sent. 

Jo­lan­da: Des­we­gen ma­che ich die­se Frau­en­stadt­rund­gän­ge: Um all die Frau­en, die so viel Wich­ti­ges ge­leis­tet ha­ben, sicht­bar zu ma­chen. Wir kämp­fen auch heu­te noch dar­um, Frau­en ins kol­lek­ti­ve Ge­dächt­nis zu brin­gen. 

Ka­rin: Je wei­ter wir in der Ge­schich­te zu­rück­bli­cken, des­to we­ni­ger Frau­en und que­e­re Per­so­nen kom­men in den über­lie­fer­ten Do­ku­men­ten vor. Es wirkt ein «pa­tri­ar­cha­ler Grund­schlamm»: ein tief ver­an­ker­tes Sys­tem, das fest­legt, wes­sen Ge­schich­ten er­zählt wer­den – und wes­sen nicht.

Wenn man sich vor Au­gen führt, wann das Frau­en­stimm­recht in der Schweiz ein­ge­führt wur­de, ist das nicht be­son­ders über­ra­schend. Muss man das Bild von Wi­bora­da heu­te an­ders zeich­nen?

Ka­rin: Ge­ra­de weil Frau­en über lan­ge Zeit hin­weg vom Stu­di­um, von For­schung und po­li­ti­scher Teil­ha­be aus­ge­schlos­sen wa­ren, sind vie­le Nar­ra­ti­ve über weib­li­che Fi­gu­ren bis heu­te ne­ga­tiv oder un­vor­teil­haft ge­prägt. Was bis­her be­kannt war über Wi­bora­da, ba­siert, wie vor­hin er­wähnt, vor­nehm­lich auf der pa­tri­ar­cha­len Ge­schichts­schrei­bung. Span­nend fin­de ich: Je mehr ich über Wi­bora­da er­fah­re, des­to fa­cet­ten­rei­cher und ver­we­ge­ner er­scheint sie mir.

Hil­de­gard: Je­de Zeit hat ih­re ei­ge­ne Sicht­wei­se. Wi­bora­da wur­de schon als He­xe dar­ge­stellt oder als häus­li­che Hei­li­ge. Über den Fe­mi­nis­mus be­kom­men wir heu­te an­de­re Zu­gän­ge zu ihr.

Jo­lan­da: Ich plä­die­re aber noch­mals da­für, Wi­bora­da nicht nur als Hel­din zu be­trach­ten.

Ka­rin: Nicht als Hel­din, son­dern als his­to­ri­sche Fi­gur, die man bis­her zu we­nig be­ach­tet hat. Dass wir hier sit­zen und dar­über re­den, zeigt, dass es nö­tig ist, sie von die­sem Mau­er­blüm­chen­da­sein zu be­frei­en und in ein an­de­res Licht zu rü­cken. Wir müs­sen ih­re Ge­schich­te neu er­zäh­len und sie selbst ei­gent­lich er­mäch­ti­gen.

Muss man sie auch aus dem kirch­li­chen Kon­text her­aus­ho­len und mehr in ei­nen mo­der­nen ge­sell­schaft­li­chen Kon­text set­zen? 

Ka­rin: Aus mei­ner Sicht wä­re es an­ge­bracht, sie nicht in ers­ter Li­nie kirch­lich an­zu­schau­en, son­dern als selbst­be­stimm­te Frau, die ein of­fe­nes Ohr und ei­ne hör­ba­re Stim­me hat­te. Ich möch­te ih­re Ge­schich­te nicht nur als Hei­li­gen­le­gen­de le­sen. In­ter­es­san­ter wird es, wenn sich ei­ne Dis­kus­si­on über weib­li­che Au­to­no­mie, As­ke­se oder Wi­der­stand ge­gen so­zia­le Er­war­tun­gen er­gibt. 

Jo­lan­da: Das ver­su­chen wir mit dem neu­en Lehr­mit­tel von An­na Beck-Wör­ner. Da­durch sol­len künf­tig im Ge­schichts­un­ter­richt nicht nur die Grün­dung der Stadt durch Gal­lus und des Klos­ters durch Ot­mar the­ma­ti­siert wer­den, son­dern es soll auch Wi­bora­da ih­ren Platz be­kom­men. An­na Beck-Wör­ner führt die Schü­ler:in­nen an Or­te, die ei­nen Be­zug zu de­ren Le­ben schaf­fen. Im Wi­bora­da-Gar­ten geht es zum Bei­spiel um das The­ma Ge­mein­schaft, in der Mü­le­nen­schlucht dar­um nach­zu­den­ken, wie sie der­einst le­ben möch­ten, und bei der Wi­bora­da-Zel­le bei der Kir­che St.Man­gen geht es ums Zu­hö­ren.

Wird all das rei­chen, um den Stel­len­wert von Wi­bora­da in der öf­fent­li­chen Wahr­neh­mung zu än­dern? 

Jo­lan­da: Das ist ja die Idee des Ju­bi­lä­ums­jahrs: Wir wol­len Wi­bora­da ins Be­wusst­sein der Be­völ­ke­rung brin­gen. Da­zu ge­hört auch das Da-Sein-Pro­jekt, das der Be­völ­ke­rung wäh­rend des Ju­bi­lä­ums­jahrs 2026 er­mög­licht, di­rekt zu par­ti­zi­pie­ren. Ali­ne Zen­gaf­fi­nen und Lea Va­ni­ni, zwei Ab­gän­ge­rin­nen der Uni­ver­si­tät St.Gal­len, ha­ben in­iti­iert, dass es im «Squa­re», wo bis­her al­le Räu­me nach Män­nern be­nannt wa­ren, nun auch ei­nen Wi­bora­da-Raum gibt. Er ist lei­der im Kel­ler, da­für ist es das Ki­no.

Ka­rin: Ei­ne Dun­kel­kam­mer so­zu­sa­gen.

Jo­lan­da: Ja, ein ge­schlos­se­ner Raum un­ter der Er­de, passt ja ei­gent­lich.

Ka­rin: Um noch­mal zur Fra­ge zu­rück­zu­kom­men: Nur schon in­dem wir über sie spre­chen, er­öff­nen wir neue Zu­gän­ge zu ihr.

Im­mer­hin ist die Pas­se­rel­le über den Un­te­ren Gra­ben beim St.-Man­gen-Park nach ihr be­nannt.

Jo­lan­da: Neue Stras­sen ent­ste­hen in der Re­gel eher in Neu­sied­lun­gen am Stadt­rand. Es ist su­per, dass man mit­ten in der Stadt et­was ge­fun­den hat und sie am Ort ih­rer Tä­tig­keit ver­ewigt ist.

Hil­de­gard: Auch in St.Ge­or­gen, wo sie vier Jah­re lang leb­te, ent­stand 200 Jah­re nach ih­rem Tod ein Klos­ter, das da­mals Klos­ter St.Wi­bora­da hiess. Nach des­sen Über­nah­me durch das Bis­tum St.Gal­len im 19. Jahr­hun­dert hiess es bis vor drei Jah­ren Pries­ter­se­mi­nar St.Ge­or­gen. Wir ha­ben be­wirkt, dass es in Se­mi­nar- und Bil­dungs­haus St.Wi­bora­da um­be­nannt wur­de.

Ka­rin: Man muss ihr An­denken noch stär­ker sicht­bar ma­chen, in­dem man wei­te­re Or­te nach ihr be­nennt. Bei­spiels­wei­se könn­te man St.Gal­len oder St.Ge­or­gen in St.Wi­bo um­be­nen­nen oder we­nigs­tens ein neu­es Quar­tier nach ihr be­nen­nen.

Hil­de­gard, was ge­nau ist ei­gent­lich die Idee der Zel­le, in die man sich seit 2021 ein­schlies­sen las­sen kann? Geht es da­bei dar­um, Wi­bora­da be­kann­ter zu ma­chen, oder gibt es noch ei­nen an­de­ren Grund für das Pro­jekt?

Hil­de­gard: Zu­erst war es ein­fach ein Blitz-Ge­dan­ke, oh­ne wei­ter­rei­chen­de Stra­te­gie. Mei­ne Idee war es, die­se Frau aus dem Bil­dungs­grab zu be­frei­en. Da­mit das ge­lin­gen konn­te, brauch­te es et­was, das nicht nur kopf­las­tig ist. Nicht nur Zei­tungs­ar­ti­kel und Lehr­mit­tel, son­dern ei­ne Er­fah­rung, die un­ter die Haut geht. Und das ist mit der Zel­le voll auf­ge­gan­gen. Über die Leu­te, die sich ha­ben ein­schlies­sen las­sen, sind wir sehr viel nä­her an Wi­bora­da selbst her­an­ge­kom­men. Wenn du ei­ne gan­ze Wo­che zwei Me­ter vom ur­sprüng­li­chen Grab die­ser Frau ein­ge­schlos­sen bist, dann pas­siert et­was. Das ist ei­ne an­de­re Art des Sich-Aus­ein­an­der­set­zens als nur da­von zu le­sen.

Ka­rin: So­zu­sa­gen Er­leb­nis-Ge­schichts­kun­de!

Hil­de­gard: Ein schö­nes Wort! Mir ging es so: Am En­de der Wo­che, in der ich ein­ge­schlos­sen war, ist die Skan­dal-En­er­gie in mir auf­ge­stie­gen. Im Sin­ne von: Es ist ein Skan­dal, dass die­se Frau kei­ne grös­se­re Be­deu­tung in der St.Gal­ler Öf­fent­lich­keit hat!

Und wie­so wird das Pro­jekt jetzt be­en­det?

Hil­de­gard: Es dau­ert jetzt schon sechs Jah­re. Vie­les eh­ren­amt­lich, und der or­ga­ni­sa­to­ri­sche Auf­wand war im­mer sehr gross. Aus­ser­dem fin­de ich es auch wich­tig, Pro­jek­te wie­der ab­zu­schlies­sen und nicht ewig wei­ter­zu­füh­ren.

Den Ju­bi­lä­ums­ver­ein gibt es ja nach­her auch nicht mehr, oder?

Jo­lan­da: Nein. Der Ver­ein hat sich für das Ju­bi­lä­um ge­grün­det. Ziel war es, die Fi­gur Wi­bora­da aus dem re­li­giö­sen Kon­text raus­zu­ho­len und der brei­ten Be­völ­ke­rung be­kannt zu ma­chen. Ich hof­fe, dass dies mit dem Lehr­mit­tel, den Stadt­rund­gän­gen und all den Leu­ten, die bis En­de Jahr noch ei­nen Tag in der Zel­le ver­brin­gen ge­lin­gen wird. Auch un­ser Ju­bi­lä­ums­pro­gramm soll da­zu bei­tra­gen.

Ausgewähltes Jubiläumsprogramm

  • Ju­bi­lä­ums­fest: Sams­tag, 2. Mai, 14 bis 22 Uhr, St.Man­gen.
  • Agen­tur am Mor­gen: 75 Mi­nu­ten Aus­tausch oh­ne Brül­len, Sams­tag, 2. Mai, 5:30 bis 7:30 Uhr, Pro­jekt­raum Au­to.
  • Frau­en­stadt­rund­gang: Sams­tag, 2. Mai, 16 bis 17 Uhr; Frei­tag, 8. Mai, 18 bis 22 Uhr; Sams­tag, 30. Mai, 15 bis 17 Uhr; Treff­punkt: Wi­bora­da-Brun­nen, St.Man­gen.
  • Er­freu­li­che Uni­ver­si­tät mit Ca­ro­li­ne Ar­ni und Jas­min Lörch­ner: «Müs­sen es im­mer Hel­din­nen sein?», Diens­tag, 5. Mai, 19:30 bis 21:30 Uhr, Pa­lace.
  • Er­freu­li­che Uni­ver­si­tät mit Tan­ja Scher­rer: «Weib­li­che Hand­lungs­spiel­räu­me im Mit­tel­al­ter», Diens­tag, 12. Mai, 19:30 bis 21:30 Uhr, Pa­lace.
  • «Ver­giss mein nicht»: Kunst­pro­jekt der FMS-Ge­stal­tungs­klas­se der Kan­tons­schu­le am Brühl, Aus­stel­lung bis Sonn­tag, 31. Mai, Ver­nis­sa­ge: Mitt­woch, 13. Mai, 17:30 Uhr, Kunst­mu­se­um.
  • Er­freu­li­che Uni­ver­si­tät zu 40 Jah­ren Bi­blio­thek Wy­bora­da: «Ak­tiv & fe­mi­nis­tisch – 1980er und heu­te» mit Ka­rin K. Büh­ler, Ju­dith Gros­se, Clau­de Büh­ler, Jes­si­ca Ju­ras­si­ca, Sil­via Vetsch, Ma­ri­na Wid­mer, Diens­tag, 19. Mai, 19:30 bis 21:30 Uhr, Pa­lace.
  • «Was bleibt von uns? In den Din­gen, in der Zeit, im Mu­se­um – mit Wi­bor­da-Spe­cial»: Per­for­mance des Ko­mik­thea­ters, Mitt­woch, 20. Mai, 18 bis 19 Uhr, Kul­tur­mu­se­um.
  • 40 Jah­re Bi­blio­thek Wy­bora­da – Ju­bi­lä­ums­fest: Sams­tag, 30.Mai, 18 bis 19 Uhr, Gra­ben­hal­le.
  • «Frau­en – Weib­li­che Le­bens­wel­ten im Mit­tel­al­ter»: Aus­stel­lung bis Sonn­tag, 8. No­vem­ber, Stifts­bi­blio­thek.
  • «Zu­rück­ge­zo­gen zu­ge­wandt. Klos­ter­frau­en heu­te»: Aus­stel­lung bis Sonn­tag, 4. Ok­to­ber, Kul­tur­mu­se­um.

Wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen und In­for­ma­tio­nen zum Ver­ein Wi­bora­da-Ju­bi­lä­um 2026, der fe­mi­nis­ti­schen Bi­blio­thek Wy­bora­da und den Per­so­nen am Fens­ter der Wi­bora­da-Zel­le:
wi­bora­da-ist-da.ch 
wy­bora­da.ch

Ka­rin, re­den wir noch kurz über die Frau­en­bi­blio­thek Wy­bora­da, die die­ses Jahr ihr 40-Jahr-Ju­bi­lä­um fei­ert. Wi­bora­da ist ja de­ren Schutz­pa­tro­nin und Na­mens­ge­be­rin. Hat sie dar­über hin­aus ei­ne Be­deu­tung für euch? 

Ka­rin: Zu­erst muss ich rich­tig­stel­len: Der Ver­ein Wy­bora­da fei­ert heu­er sein 40-jäh­ri­ges Be­stehen. Die Bi­blio­thek wur­de 1987 er­öff­net, spä­ter um ei­ne Fo­no­thek er­gänzt und 2019 schliess­lich um das Li­te­ra­tur­haus St.Gal­len er­wei­tert. Seit­her nen­nen wir die Frau­en­bi­blio­thek «Bi­blio­thek Wy­bora­da» – und er­gän­zen das mit «die fe­mi­nis­ti­sche Bi­blio­thek der Ost­schweiz». So be­schrei­ben wir nicht nur ei­ne ein­ge­grenz­te Ziel­grup­pe, son­dern ei­ne in­halt­li­che Aus­rich­tung. Nun, ich fin­de es ei­ne kon­ge­nia­le Fü­gung, dass die Hei­li­ge ge­ra­de in der Stadt wirk­te, in der die­se Bi­blio­thek ge­grün­det wur­de. Das Ge­schichts­be­wusst­sein der Grün­de­rin­nen leg­te die Na­mens­wahl na­he. Wi­bora­da leb­te ra­di­kal; durch das Sam­meln und Wei­ter­ge­ben von Wis­sen hat­te sie gros­sen Ein­fluss auf die Bil­dung. Ge­nau das wol­len wir auch mit der Wy­bora­da: Mit un­se­rem Be­stand möch­ten wir neue, in­ter­sek­tio­na­le Per­spek­ti­ven auf die Ge­sell­schaft er­öff­nen.

Kannst du den Be­griff kurz er­klä­ren?

Ka­rin: In­ter­sek­tio­na­li­tät be­schreibt, dass Dis­kri­mi­nie­rungs­for­men wie Ge­schlecht, «Ras­se», Klas­se oder Be­hin­de­rung nicht ge­trennt wir­ken, son­dern sich über­la­gern und ge­gen­sei­tig ver­stär­ken. Der Be­stand un­se­rer fe­mi­nis­ti­schen Bi­blio­thek ist in­so­fern in­ter­sek­tio­nal an­ge­legt, als dass er nicht nur Frau­en­li­te­ra­tur im en­gen Sinn um­fasst, son­dern ver­schie­de­ne, sich über­schnei­den­de Macht- und Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­hält­nis­se sicht­bar macht. So er­mög­li­chen Sach- und Fach­bü­cher wis­sen­schaft­li­che An­nä­he­run­gen an di­ver­se ge­sell­schaft­li­che The­men, eben­so wie Bio­gra­fien und Tex­te von Au­torin­nen aus un­ter­schied­li­chen Le­bens­wel­ten.

Und das gab es in an­de­ren Bi­blio­the­ken nicht? Und braucht es auch heu­te noch ei­ne fe­mi­nis­ti­sche Bi­blio­thek in St.Gal­len? 

Ka­rin: In den öf­fent­li­chen Bi­blio­the­ken war die­se Aus­wahl da­mals kaum vor­han­den. Als un­se­re Grün­de­rin­nen in den 1980er-Jah­ren be­gan­nen, Li­te­ra­tur aus weib­li­chen und fe­mi­nis­ti­schen Per­spek­ti­ven zu sam­meln, leis­te­ten sie Pio­nier­ar­beit. Auch wenn neue­re Ti­tel heu­te ver­mehrt in an­de­ren Bi­blio­the­ken zu fin­den sind, bleibt un­se­re Samm­lung in der Ost­schweiz in ih­rer Spe­zia­li­sie­rung und his­to­ri­schen Tie­fe ein­zig­ar­tig. Und ja, es braucht noch sol­che In­itia­ti­ven. Zum ei­nen zeig­te die Pi­lot­stu­die «#frau­en­zäh­len» aus dem Jahr 2018, dass im deutsch­spra­chi­gen Raum Bü­cher von männ­li­chen Au­toren häu­fi­ger re­zen­siert wer­den und die­se Re­zen­sio­nen öf­ter von Män­nern stam­men und im Schnitt län­ger sind als je­ne zu Au­torin­nen. Das prägt, was sicht­bar wird, und be­ein­flusst in­di­rekt, was ver­legt und ge­kauft wird. Zum an­de­ren er­le­ben wir der­zeit au­to­kra­ti­sche und an­ti­fe­mi­nis­ti­sche Ten­den­zen und da­mit ei­nen Back­lash. Da ist un­se­re Spe­zi­al­bi­blio­thek um­so wich­ti­ger: Hier fin­den sich al­ter­na­ti­ve Denk-, Sprach- und Hand­lungs­räu­me!

Wer be­sucht denn eu­re Bi­blio­thek? Und wie ist das Ver­hält­nis zwi­schen Män­nern und Frau­en?

Ka­rin: Zu­neh­mend su­chen jun­ge Stu­die­ren­de un­se­re Bi­blio­thek auf. Wenn­gleich auch ei­ni­ge männ­lich ge­le­se­ne Men­schen den Weg zu uns fin­den und von un­se­rem An­ge­bot po­si­tiv über­rascht sind, be­steht ei­ne ge­wis­se Schwel­len­angst. Als wä­re dies ein ver­bo­te­ner Raum. Und das ist sie höchs­tens, wenn man an Um­ber­to Ecos Mit­tel­al­ter­kri­mi Der Na­me der Ro­se denkt. Dort gibt es im Turm das Zim­mer mit den ver­bo­te­nen Bü­chern. In der Wy­bo ha­ben wir ge­nau die­se Art von ver­bo­te­nen Bü­chern: Sie wer­fen ei­nen Blick auf die Ge­sell­schaft, der ab­sicht­lich aus­ge­blen­det wur­de und wird. Schon die Grün­de­rin­nen ha­ben da­mals ge­sagt: Die Bi­blio­thek ist für al­le da. Und das ist auch rich­tig und wich­tig so, denn un­ser Be­stand geht al­le et­was an.

Hat die Frau­en­bi­blio­thek al­so ih­ren Zweck er­füllt, wenn es sie nicht mehr braucht?

Ka­rin: Ei­ne Frau­en­bi­blio­thek ent­steht ja nicht aus Selbst­zweck, son­dern als Ant­wort auf Lü­cken und Un­gleich­hei­ten. In­so­fern wä­re ein gu­tes Zei­chen, wenn es die Wy­bo nicht mehr bräuch­te. Es wür­de be­deu­ten, dass ge­nau die­se Lü­cken ge­schlos­sen wur­den – dass un­se­re Me­di­en selbst­ver­ständ­lich in an­de­ren Bi­blio­the­ken aus­leih­bar wä­ren. Wenn je­doch die ge­ra­de auf­kom­men­den, rück­wärts­ge­wand­ten und de­mo­kra­tie­feind­li­chen Ent­wick­lun­gen an­hal­ten, wird un­se­re fe­mi­nis­ti­sche Bi­blio­thek auch noch in Zu­kunft drin­gend ge­braucht.

Was ist eu­re Hoff­nung, was soll von dem Ju­bi­lä­um blei­ben?

Jo­lan­da: Dass al­le Kin­der und all je­ne, die künf­tig an ei­nem Stadt­rund­gang teil­neh­men, wis­sen, wer Wi­bora­da war. Das wä­re mei­ne Hoff­nung.

Hil­de­gard: Wir le­ben mit ei­nem ein­di­men­sio­na­len Ge­schichts­be­wusst­sein. Ein Au­ge ist stets auf den Stifts­be­zirk und die Ka­the­dra­le ge­rich­tet. Aber auf das Plätz­li da­hin­ter – die Kir­che St.Man­gen – schaut nie­mand. Die­ses zwei­te Au­ge darf sich öff­nen.

Jo­lan­da: Ja, da­mit his­to­ri­sche weib­li­che Per­sön­lich­kei­ten Ein­gang in den Ka­non der all­ge­mei­nen Ge­schich­te fin­den. 

Ka­rin: Ich hof­fe, dass nach den Ju­bi­lä­ums­ak­ti­vi­tä­ten al­len be­kannt ist, wo die Bi­blio­thek Wy­bora­da und das Li­te­ra­tur­haus St.Gal­len ih­ren Ur­sprung ha­ben – und dass al­le den Un­ter­schied zwi­schen Wi­bora­da und Wy­bora­da ken­nen! 

Hil­de­gard Aepli, 1963, ist Theo­lo­gin, Ex­er­zi­ti­en­lei­te­rin und geist­li­che Be­glei­te­rin. Sie ar­bei­tet seit 1994 an ver­schie­de­nen Stel­len der ka­tho­li­schen Kir­che Schweiz. Seit 2012 ist sie Mit­ar­bei­te­rin im Pas­to­ral­amt des Bis­tums St.Gal­len und Seel­sor­ge­rin der Dom­pfar­rei. Sie hat zu­sam­men mit dem öku­me­ni­schen Team das Pro­jekt Wi­bora­da 2021–2026 in­iti­iert und ist Teil des Ver­eins Wi­bora­da-Ju­bi­lä­um 2026.

 

Jo­lan­da Schär­li, 1968, ist His­to­ri­ke­rin und Kul­tur­ver­mitt­le­rin und ar­bei­tet seit Ok­to­ber 2024 beim Amt für Kul­tur Ap­pen­zell Aus­ser­rho­den als Mu­se­ums­ko­or­di­na­to­rin. Vor­her lei­te­te sie 13 Jah­re die Ver­mitt­lung im Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Aus­ser­dem ist sie im­mer wie­der tä­tig fürs Ar­chiv für Frau­en- und So­zi­al­ge­schich­te, für wel­ches sie auch im Ver­ein Wi­bora­da-Ju­bi­lä­um 2026 Ein­sitz hat. Sie führt zu­sam­men mit Ju­dith Tho­ma Frau­en­stadt­rund­gän­ge in der Stadt St.Gal­len durch.

 

Ka­rin Ka­rin­na Büh­ler, 1974, ist bil­den­de Künst­le­rin und In­for­ma­ti­ons­wis­sen­schaft­le­rin aus Ap­pen­zell Aus­ser­rho­den. In ih­rer Ar­beit un­ter­sucht sie den ge­sell­schaft­li­chen Um­gang mit Spra­che, Ge­schich­te und Ge­schlecht. An­ge­trie­ben von kri­ti­scher Neu­gier ana­ly­siert sie Ge­gen­wart und Zeit­ge­sche­hen aus sys­te­mi­scher Per­spek­ti­ve. Das Wort dient ihr da­bei als viel­schich­ti­ges, zen­tra­les Werk­zeug. Ne­ben ih­rer Aus­stel­lungs­tä­tig­keit ist sie seit 2019 Lei­te­rin der fe­mi­nis­ti­schen Bi­blio­thek Wy­bora­da.

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