Blues trifft Soul

Der britische Musiker Tony Momrelle (Bild: pd/Tony Momrelle)

Der St.Galler Jazzveranstalter Gambrinus holt Anfang Juni das Josh Smith Trio mit bluesigem Gitarrensound und den britischen Neo-Soul-Sänger Tony Momrelle nach Rorschach.

In der Kul­tur­fa­brik In­dus­trie 36 gibt es am Wo­chen­en­de dop­pelt Grund, die Oh­ren zu spit­zen: Am Frei­tag, 6. Ju­ni spielt das Josh Smith Trio sei­nen dre­ckig-schö­nen Blues, der ger­ne mal in Rich­tung Jazz ab­drif­tet. Tags dar­auf, am Sams­tag, 7. Ju­ni, steht der Neo-Soul-Künst­ler To­ny Mom­rel­le auf der Büh­ne. Or­ga­ni­siert wird das Wo­chen­en­de von Gam­bri­nus Jazz Plus, ei­ner der we­ni­gen Ver­an­stal­ter in der Ost­schweiz, die sich mit zeit­ge­nös­si­schem Jazz be­fas­sen.

Der US-Ame­ri­ka­ner Josh Smith, 1979, wur­de früh als Gi­tar­ren­wun­der­kind ge­fei­ert. Be­reits als Ju­gend­li­cher spiel­te er mit Grös­sen wie Tins­ley El­lis oder Jim­my Tha­ckery. Letz­te­rer soll einst über den 14-jäh­ri­gen Smith ge­sagt ha­ben: «Josh ist drei Herz­schlä­ge da­von ent­fernt, ein wah­res Blues­gi­tar­ren-Ge­nie zu sein». 

Heu­te ist Smith ein ge­frag­ter Mu­si­ker und Pro­du­zent, be­treibt ein ei­ge­nes Stu­dio in Flo­ri­da und ar­bei­te­te un­ter an­de­rem mit Joe Bo­na­mas­sa und Jo­an­ne Shaw Tay­lor. Gam­bri­nus kün­digt sei­nen Auf­tritt so an: «Dick, fett und mäch­tig rotzt er sei­ne Riffs und Licks her­aus, be­gnügt sich mit dem tra­di­tio­nel­len Stan­dard ei­nes Tri­os und singt mit auf­ge­kratz­ter, an­ge­rau­ter Stim­me sei­ne selbst­pro­du­zier­ten Songs.»

Am Sams­tag bringt dann To­ny Mom­rel­le, 1973, souli­ge Wär­me in die In­dus­trie 36. Sei­ne Stim­me ist «warm, weich, ho­nig­far­ben» und sein Sound ei­ne ge­schmei­di­ge Mi­schung aus klas­si­schem Soul, Jazz, Funk und Pop. In sei­ner über 20-jäh­ri­gen Kar­rie­re ar­bei­te­te Mom­rel­le mit Mu­si­ker:in­nen wie El­ton John, Ja­net Jack­son oder Glo­ria Es­te­fan. Be­vor er sei­ne So­lo­kar­rie­re star­te­te, war er lan­ge Co-Lead­sän­ger bei der bri­ti­schen Acid-Jazz-For­ma­ti­on In­co­gni­to.

Das ers­te So­lo­al­bum des Künst­lers, Keep Pushing (2015), be­schreibt Gam­bri­nus als «ei­ne an­ste­cken­de Mi­schung aus von den Acht­zi­gern in­spi­rier­ten Syn­the­si­zern, jaz­zi­gen Tas­ten, klas­si­schem Kla­vier und schwe­ben­dem Soul-Ge­sang». 

Im Jahr 2019 folg­te mit Best Is Yet To Co­me, laut Ver­an­stal­ter das bis­lang stärks­te Werk des Künst­lers, mit dem er sich «ein­deu­tig als eben­bür­ti­ger Zeit­ge­nos­se der Ko­ry­phä­en, mit de­nen er zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat, po­si­tio­niert». In Ror­schach tritt Mom­rel­le mit sei­ner Live­band auf und lie­fert ei­ne «viel­fäl­ti­ge Pa­let­te von Songs, die das Bes­te sei­nes Ta­lents zum Vor­schein brin­gen».

Ti­ckets zu den bei­den Events gibts un­ab­hän­gig von­ein­an­der über die Web­site des Ver­an­stal­ters.

Josh Smith Trio: 6. Ju­ni, 20 Uhr, or­ga­ni­siert von Gam­bri­nus Jazz Plus, Kul­tur­fa­brik In­dus­trie 36, Ror­schach.
To­ny Mom­rel­le: 7. Ju­ni, 19 Uhr, or­ga­ni­siert von Gam­bri­nus Jazz Plus, Kul­tur­fa­brik In­dus­trie 36, Ror­schach.
gam­bri­nus.ch