«Grafik» ist gemäss Duden die «künstlerische, besonders zeichnerische Gestaltung von Flächen mithilfe bestimmter Verfahren, die Abzüge und Vervielfältigungen ermöglichen». Ihr hat sich ein ganzer Berufszweig gewidmet, der sich über die vergangenen Jahrzehnte stetig weiterentwickelt und gefestigt hat. Und im Gegensatz zu anderen Berufen ist es einer, der mit der Zeit geht und sich anpassen kann – und noch immer gefragt ist. Und gerade die Schweiz hat in Sachen Grafik einiges zu bieten. Grössen wie Max Bill oder der St.Galler Jost Hochuli haben nicht nur die Szene hierzulande stark geprägt, sondern auch international für einen Bruch mit alten Mustern und mit einer neuen Art des Grafikdesigns für Furore gesorgt.
Vielleicht auch deswegen gibt es in der Schweiz eine Generation junger, talentierter Gestalter:innen, deren Schaffen sich durch experimentelle Praxis auszeichnet, aber auch durch den Umgang mit grafischem Erbe sowie gesellschaftlicher Reflexion und Haltung. Ihnen widmet sich das Museum für Gestaltung in der Ausstellung «Junge Grafik Schweiz». Zwölf Studios und Grafikdesigner:innen aus der ganzen Schweiz – alle zwischen Mitte 20 und Mitte 30 – zeigen bis April ihre Werke. Zusätzlich liegen die Portfolios weiterer Gestalter:innen auf, darunter auch jenes von Michel Egger. Er gehört zum Saiten-Grafikteam, genauso wie Data Orbit. Deren Arbeiten bereiten sozusagen den Weg in die Ausstellung. Auf Bildschirmen werden einzelne Arbeiten und Prozessausschnitte eingeblendet – und natürlich Saiten.
Die Ausstellung zeigt vor allem auch die Diversität unter den Gestalter:innen: Die einen arbeiten mit Farben und Plastizität und beschäftigen sich mit Kunst am Bau, während andere strikt auf Typografie und Formen setzen.
«Junge Grafik Schweiz»: bis Montag, 6. April, Museum für Gestaltung, Zürich.
museum-gestaltung.ch