Er ist eine Institution in St.Gallen: Jost Hochuli, der Typedesigner, Grafiker, Buchgestalter und langjährige Dozent, hat Generationen von jungen Berufskolleg:innen inspiriert und geprägt. Grossgeworden in der Ära der «Schweizer Typografie» hat sich der St.Galler rasch eigene Wege und Ausdrucksformen gesucht, wurde international bekannt und vielfach ausgezeichnet, ist St.Gallen aber trotzdem stets treu geblieben.
1959 eröffnete er hier sein Atelier für Gebrauchsgrafik, zwanzig Jahre später war er Mitgründer der Verlagsgemeinschaft St.Gallen VGS (heute Verlagsgenossenschaft), wo er unzählige Publikationen gestaltet und betreut hat. Zu seinem Lebenswerk gehört die Schrift Allegra, eine elegante Sans Serif, für die er 2012 von der Stadt mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde.
Mehrfache Geburtstagsfeier
Im Sommer wurde Jost Hochuli 90. Auf Einladung – selbstverständlich in der Allegra gesetzt – der Schule für Gestaltung, der Kantonsbibliothek Vadiana und der Verlagsgenossenschaft VGS wird dieser Geburtstag gleich mehrfach gefeiert. Und natürlich auch mit einem VGS-Buch, wie könnte es anders sein: Typobiografie, Jost Hochuli: Arbeiten aus 60 Jahren feiert am 10. November im Rahmen der Tÿpo St.Gallen Vernissage. Das dreitätige Typografie-Symposium mit Fachreferaten und Workshops findet dieses Jahr zum siebten Mal statt.
Im Foyer der Schule für Gestaltung sind während der Tÿpo auch einige von Hochulis Arbeiten zu sehen. Danach zieht die kleine Ausstellung weiter in die Hauptpost, wo unter dem Motto «Bücherstadt statt Tücherstadt» vom 14. November bis 19. Dezember jeweils am Dienstagabend verschiedene Weggefährt:innen, Schüler:innen und Berufskolleg:innen zu Wort kommen. Die Reihe ist Teil des öffentlichen Programms der Universität St.Gallen. Unter anderem zu Gast sind Kay Jun aus Korea, John Morgan aus Oxford, Sabrina Öttl aus Dornbirn und zum Abschluss am 19. Dezember Jost Hochuli selber.
Vernissage Typobiografie, Jost Hochuli: Arbeiten aus 60 Jahren: 10. November, 18:30 Uhr, Aula GBS St.Gallen
Bücherstadt statt Tücherstadt: 14., 21. und 28. November sowie 5., 12. und 19. Dezember, jeweils 18:15 Uhr, Raum für Literatur, Hauptpost St.Gallen
Tÿpo St. Gallen: 10. bis 12. November, Schule für Gestaltung, GBS St.Gallen
Der FC St.Gallen nützt eine frühe rote Karte gegen Lugano gnadenlos aus und schickt den bisher so souveränen Leader gleich mit 5:0 nach Hause. Ein denkwürdiger Nachmittag zum Nachlesen hier im SENF-Ticker.
Bücherherbst
Das Naturmuseum St.Gallen eröffnet Mitte November zum zehnjährigen Bestehen seines Neubaus den Ausstellungsbereich «Mensch und Universum». Zwischen Klimakrise und Sternenhimmel geht es um eine ziemlich grosse Frage: Wo stehen wir eigentlich?
Seit zehn Jahren gibt es die Residency in der Bibliothek Andreas Züst im Alpenhof, diesem so schwer zu fassenden Ort in Innerrhoden. Der runde Geburtstag wird nun mit einem vielfältigen Festival gefeiert.
Bevor die Kunsthalle St.Gallen im Dezember wegen Umbauarbeiten voraussichtlich bis April 2027 schliesst, dreht sie nochmals voll auf. In der Ausstellung «House of Change: Pre-Construction-Warm-Up-Galore» präsentiert sie im laufenden Monat ein dichtes, buntes Programm an Kunst und Kultur.
In der Ausstellung «Smile maniacally we’re alive» verbindet Jala Wahid scheinbar getrennte Welten. Sie schlägt darin eine Brücke zwischen Erinnerung, Emotion, Wissenschaft und Politik.
Die erneuten Sparvorschläge der St.Galler Regierung stossen auf breite Ablehnung. Die Kulturszene solidarisiert sich gegen die Abbaupläne. Die Kulturlobby hat sich in Stellung gebracht. Obs hilft?
Kunstausstellung
Eigentlich wollte Zsuzsanna Gahse keine Bücher mehr schreiben. Nun hat sie mit Angerichtet ihr Werk doch noch einmal erweitert. Ihre Sprache darin bleibt neugierig, humorvoll und spielerisch. Und wirkt fast wie ein Kommentar zum eigenen literarischen Schaffen.
Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel
Jakob Stutz, Volksschriftsteller und Reformpädagoge mit «zwiespältigem» Charakter: Ihn lässt Ex-Kellerbühnenleiter Matthias Peter 150 Jahre nach seinem Tod noch einmal aufleben – unter anderem in Trogen, wo Stutz im Gefängnis sass.
Auf seinem neuen Album Three Chords and a Shaking Hand besingt der Rheintaler Singer-Songwriter Mo Klé die gegenwärtige Debattenkultur, Regenstürme und Selbstakzeptanz. Die Albumtaufe findet am 7. November im st.gallischen Bahnhof Bruggen statt.
Boukhalfa und Görtler bringen die Espen in Führung, welche das Team dann über die Zeit bringt.
Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
Zumthor plant in Wildhaus
Ein Wahlgang genügte: Die SP der Stadt St.Gallen schickt Peter Olibet ins Rennen um die Nachfolge von Stadtrat Peter Jans. Er erhielt 109 von 182 Stimmen. In der Fragerunde ging es um Sparpolitik, bezahlbare Wohnungen und die Frage, wie viel Opposition ein künftiges Regierungsmitglied noch machen kann.
Während Zürich und Genf geraubte Benin-Bronzen zurückgeben, laviert das Kulturmuseum St.Gallen. Derweil untersucht der Thurgau seine ethnografische Sammlung und schliess Restitutionen nicht aus. Ausserdem im Novemberheft: Der solidarische Protest der St.Galler Kulturszene gegen die Sparpläne des Kantons, die neue Ausstellung zum Zehnjährigen im Naturmuseum St.Gallen, das erste elektronische Soloalbum von Kafi-D und vieles mehr.
Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs
Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.