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Die SP setzt auf Peter Olibet

Ein Wahlgang genügte: Die SP der Stadt St.Gallen schickt Peter Olibet ins Rennen um die Nachfolge von Stadtrat Peter Jans. Er erhielt 109 von 182 Stimmen. In der Fragerunde ging es um Sparpolitik, bezahlbare Wohnungen und die Frage, wie viel Opposition ein künftiges Regierungsmitglied noch machen kann.

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Dass es so schnell geht, hat wahr­schein­lich nie­mand er­war­tet. Die Par­tei­lei­tung hat den Mit­glie­dern an der No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung im Ad­ler­saal in St.Ge­or­gen zu­erst lang­sam und deut­lich er­klärt, wie der Ab­lauf der Wahl aus­se­hen wird. Für je­den Wahl­gang ei­nen an­ders far­bi­gen Zet­tel. Ge­braucht wur­de nur ein Zet­tel. Mit 109 Stim­men über­traf Pe­ter Oli­bet am Don­ners­tag­abend be­reits im ers­ten Wahl­gang das ab­so­lu­te Mehr von 92 deut­lich. Chom­pel Ba­lok kam auf 55 Stim­men, Alex­an­dra Ake­ret auf 18. Al­le 182 ab­ge­ge­be­nen Stim­men wa­ren gül­tig.

Da­mit ist ent­schie­den, wer für die SP den Sitz von Pe­ter Jans im St.Gal­ler Stadt­rat ver­tei­di­gen soll. Die Er­satz­wahl fin­det am 28. Fe­bru­ar 2027 statt, Jans tritt im fol­gen­den Som­mer zu­rück. Der 50-jäh­ri­ge Oli­bet ge­hört seit 2015 dem Stadt­par­la­ment an und hat die Stadt­par­tei als Prä­si­dent und Co-Prä­si­dent mit­ge­prägt.

«Wir las­sen die Leu­te nicht hän­gen»

Oli­bet stell­te in sei­ner Be­wer­bungs­re­de drei The­men ins Zen­trum: be­zahl­ba­res Woh­nen, Ein­sam­keit im Al­ter und den Schutz vor der Som­mer­hit­ze. Die Stadt müs­se ak­ti­ver Bo­den und Lie­gen­schaf­ten kau­fen und sie Ge­nos­sen­schaf­ten im Bau­recht ab­ge­ben. «Ein­sam­keit im Al­ter ist kein pri­va­tes Schick­sal. Sie ent­steht dort, wo Be­geg­nung fehlt, wo die Post ver­schwin­det, wo man den Treff­punkt weg­spart.» Ge­gen die Hit­ze ver­langt er mehr Bäu­me, ent­sie­gel­te Plät­ze und küh­le Or­te. «Wir las­sen die Leu­te nicht hän­gen», sag­te Oli­bet. Er be­schrieb sich als po­li­ti­schen Prak­ti­ker, der Po­si­ti­on be­zieht und Kom­pro­mis­se schmie­det. «Ich ma­che kei­ne Po­li­tik für die Ga­le­rie.»

Un­ter­stüt­zung er­hielt er von Stadt­prä­si­den­tin Ma­ria Pap­pa. Sie hat­te sich zu­nächst im Hin­ter­grund hal­ten wol­len, weil sie al­le ur­sprüng­lich fünf In­ter­es­sier­ten gut ken­ne. Dann ha­be sie sich ent­schie­den, ih­re Prä­fe­renz of­fen­zu­le­gen: Es ge­he auch dar­um, wer das Stadt­rats­team er­gän­zen und mit ihr zu­sam­men­ar­bei­ten könn­te. Pap­pa wür­dig­te Oli­bets Be­reit­schaft, sich ge­ra­de auf die auf­wen­di­ge, we­nig sicht­ba­re po­li­ti­sche Ar­beit ein­zu­las­sen. «Es geht ihm um die Sa­che, nicht um ei­ge­ne Macht­an­sprü­che oder gar Macht­spie­le.» 

Op­po­si­ti­on und Kol­le­gia­li­tät

Wie Oli­bet den Wech­sel von der par­la­men­ta­ri­schen Op­po­si­ti­on in die Re­gie­rung schaf­fen wol­le, be­schäf­tig­te auch die Ver­samm­lung. Ein Mit­glied frag­te mit Blick auf die städ­ti­sche Spar­po­li­tik nach: Der Rol­len­wech­sel sol­le ge­lin­gen, aber nicht so weit ge­hen, dass die po­li­ti­sche Hal­tung ver­lo­ren ge­he.

Oli­bets ers­te Ant­wort galt noch sei­ner heu­ti­gen Rol­le: Zu­nächst wol­le er am kom­men­den Diens­tag mit der Frak­ti­on die Spar­vor­schlä­ge des Stadt­rats kor­ri­gie­ren. Als Stadt­rat hät­te er ei­ne an­de­re Auf­ga­be. Da­für brau­che es ge­gen­sei­ti­ges Ver­trau­en: Die Par­tei müs­se die neue Rol­le ak­zep­tie­ren; er wie­der­um müs­se dar­auf ver­trau­en, dass Frak­ti­on und Par­la­ment ih­re Auf­ga­be als Kor­rek­tiv wahr­neh­men.

Dass die drei Kan­di­die­ren­den nicht bei je­der Fra­ge gleich tick­ten, zeig­te die Dis­kus­si­on über das Po­li­zei­bud­get. Alex­an­dra Ake­ret ar­gu­men­tier­te aus ge­werk­schaft­li­cher Sicht: «Mir geht es um das Per­so­nal.» Es brau­che ge­nü­gend Be­schäf­tig­te, da­mit die Ar­beits­last für die Ein­zel­nen nicht zu gross wer­de. Oli­bet ver­wies da­ge­gen auf den von der SP-Frak­ti­on un­ter­stütz­ten Vor­schlag, ei­ni­ge Stel­len bei der Po­li­zei zu strei­chen. Gu­te Ar­beits­be­din­gun­gen und ein Stel­len­ab­bau schlies­sen sich für ihn nicht grund­sätz­lich aus. Ba­lok be­ton­te die ge­setz­li­chen Auf­ga­ben der Po­li­zei und die da­für nö­ti­gen Res­sour­cen.

Gleich­stel­lung im All­tag

Ge­fragt wur­de auch nach ei­ner ers­ten fe­mi­nis­ti­schen Hand­lung im Amt. Oli­bet nann­te die För­de­rung von Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen, ge­ra­de auch in den tech­ni­schen Be­trie­ben. Ake­ret woll­te sich nicht auf ei­ne Auf­tak­tak­ti­on fest­le­gen: «Mir ist es wirk­lich ein An­lie­gen, dass bei je­dem The­ma die fe­mi­nis­ti­sche Per­spek­ti­ve mit­ge­dacht wird.» Ba­lok rück­te den Schutz vor se­xu­el­ler Be­läs­ti­gung am Ar­beits­platz ins Zen­trum und ver­lang­te kla­re Ver­hal­tens­re­geln.

Schon in den Be­wer­bungs­re­den hat­ten die bei­den an­de­re Ak­zen­te ge­setzt. Ba­lok ver­band sei­ne Ver­wal­tungs­er­fah­rung mit sei­ner Fa­mi­li­en­ge­schich­te: Sei­ne El­tern ka­men An­fang der 1970er-Jah­re aus Ti­bet in die Schweiz. «Zu­kunft statt Her­kunft» lau­te­te sein Leit­ge­dan­ke. Ake­ret stell­te ih­re ge­werk­schaft­li­che Ar­beit und ei­ne kla­re po­li­ti­sche Hal­tung in den Vor­der­grund: «Wir ver­än­dern nichts, wenn wir nur dar­auf ach­ten, nie­man­dem auf die Füs­se zu tre­ten.»

Ab mor­gen ge­mein­sam

Nach der Re­sul­tat­ver­kün­dung ver­spra­chen Ba­lok und Ake­ret, Oli­bet im Wahl­kampf zu un­ter­stüt­zen. Ake­ret gra­tu­lier­te und sag­te: «Ich wer­de zu 100 Pro­zent beim Wahl­kampf mit da­bei sein.» Ba­lok gab zwar zu, dass er «schon et­was ent­täuscht» sei, er er­in­ner­te sich aber an ei­ne frü­he­re Ab­ma­chung zwi­schen ihm und Oli­bet, wo­nach sie sich so oder so ge­gen­sei­tig un­ter­stüt­zen wer­den.

Oli­bet nahm die No­mi­na­ti­on an und rich­te­te sich aus­drück­lich auch an je­ne, die für sei­ne Mit­be­wer­ber:in­nen ge­stimmt hat­ten. Jetzt heis­se es, En­de Fe­bru­ar 2027 ge­mein­sam den Sitz im Stadt­rat zu ver­tei­di­gen. «Wir ha­ben vier Mo­na­te Zeit, die­se Stadt zu über­zeu­gen. Und das schaf­fen wir, wie ich schon ge­sagt ha­be, nur ge­mein­sam.» Für den Wahl­kampf will er die Par­tei in den nächs­ten zwei Wo­chen zu ei­nem ers­ten ge­mein­sa­men Tref­fen zu­sam­men­brin­gen.

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

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Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

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Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

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Von Angela Kuratli,
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Klimaseniorinnen besuchen Bern

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Alte Steinach Karlstor Zukunft

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2610 Redeplatz

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Icon Poet Judith Schuck

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Theblacksalt1

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Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

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