Jürg Diggelmann, 30. Juni 2019 um 22:23 Uhr Ist ja klar, jede Partei möchte die erste sein, wenn es darum geht, wie nach einer Abstimmung weiterprojektiert werden soll. Der Vorschlag der GLP, husch husch in Photoshop oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm hergestellt, ist jedoch reiner Bullshit. Der Fokus auf eine unterirdische Verbindung ist kreuzfalsch. Die Goliathgasse war früher einmal die wichtigste Verkehrsverbindung vom Marktplatz Richtung Heiligkreuz, über die sogar eine Tramlinie führte. Nach dem Vorschlag der GLP würden mit der breiten Unterführung zur Uni nur noch zwei armselige Fussgängerstege von der Goliathgasse zum Unteren Graben und zur Schwertgasse übrigbleiben, auf denen sich nicht einmal zwei Kinderwagen kreuzen könnten. Die Idee, ein Boulevardcafé in der Unterführung sous-terrain einzurichten, ist nicht nur wegen des Verkehrslärms ziemlich schräg. Im gleich anschliessenden Teil der Goliathgasse gibt es nämlich bereits heute diverse Gastrobetriebe, die für das Publikum der Uni attraktive Aussenrestaurationen anbieten könnten. Unterführungen sind sowohl für den Fuss- als auch den Veloverkehr unattraktiv. Dass sie nicht richtig funktionieren, wissen wir bereits von der Brühltor-Unterführung. Stattdessen muss die Platztor-Kreuzung grundlegend umgestaltet werden, damit der Fuss- und Veloverkehr oberirdisch geführt werden kann. Damit das möglich ist, muss gleichzeitig im Unteren Graben eine Tempo 30-Zone eingerichtet werden. Die dortigen Immissionen überschreiten seit Jahren die geltenden Grenzwerte. Angesichts der Komplizierung der Verkehrssituation wegen der Erweiterung der Parkgarage am Unteren Graben ist ein Temporeduktion aber auch aus Gründen der Verkehrssicherheit geboten. Für den Durchgangsverkehr steht die Autobahnverbindung zur Verfügung, deren Kapazität in den nächsten Jahren sogar noch erweitert werden soll. Die heutige Unterführung am Platztor, ein Relikt der grenzenlosen Autoeuphorie, die alles Störende in den Untergund zwingen wollte, kann nach der Umgestaltung getrost zugeschüttet werden.