Kategorie
Autor:innen
Jahr

Wundersame Grundstückgeschäfte am Platztor

Letzten Montag wurde bekannt, dass der Kanton am Platztor für die HSG bauen will. Heute Samstag steht in den Handänderungen, dass das Generalunternehmen Senn Resources AG vier Parzellen gekauft hat, die für das Projekt benötigt werden. Damit stellen sich ein paar Fragen.
Von  Andreas Kneubühler

Plötzlich muss alles schnell gehen.

Am Montag stellten Kanton und Universität St. Gallen das Projekt für einen neuen Campus am Platztor vor.

Am 18. November wird die Vorlage bereits im Stadtparlament behandelt.

Der Campus ist aber erst auf 2025 geplant.

Zur Ausgangslage: Die für den Ausbau der Universität benötigten Parzellen befinden sich zum grössten Teil im Besitz der Stadt. Den Verkauf an den Kanton soll nun das Stadtparlament am 18. November absegnen.

Allerdings wären auch andere Varianten denkbar: Nämlich, dass die Grundstücke von der Stadt nur im Baurecht abgegeben werden. Sie hätte dann Mitsprachemöglichkeiten bei der Projektierung. Und bekäme regelmässige Einnahmen.

In der Vorlage wird erklärt, wieso die Abgabe im Baurecht keine Möglichkeit ist.

Unter anderem:

«Zu berücksichtigen ist bei der Entscheidung Verkauf oder Baurecht auch, dass mit den privaten Grundstücken der Senn Resources AG ein dritter Grundeigentümer beteiligt ist». Voraussichtlich würden Bauarrondierungen nötig, «die mit Baurechtsgrundstücken nur schwierig abzuwickeln sind.»

Offensichtlich hat die Senn Resources AG die Parzellen erst kurz vor der öffentlichen Bekanntgabe – oder sogar während die Vorlage geschrieben wurde – gekauft.

Die am Samstag im «Tagblatt» publizierten Handänderungen beziehen sich auf die Zeit zwischen dem 18. und dem 31. Oktober.

Ganz überraschend ist der Besitzerwechsel allerdings nicht: In der Vorlage steht, dass die betroffenen privaten Eigentümer von der Senn Resources AG vertreten werden. Das Unternehmen besitze die Kaufrechte oder sei bereits Eigentümerin.

Nach den nun veröffentlichten Handänderungen eines Grundstücks an der Böcklinstrasse sowie von den drei Liegenschaften Böcklinstrasse 10, Magniberg 3 und St. Jakobstrasse 13 befinden sich Senn Resources in einer komfortablen Situation.

Es ist klar, dass der Kanton die Grundstücke oder Teile davon kaufen muss.

Zu welchem Preis?

Vom Generalunternehmen HRS ist bekannt, dass es zur Strategie des Unternehmens gehört, sich frühzeitig Liegenschaften in Entwicklungsgebieten – Beispiel: hinter dem Bahnhof – zu sichern. Dann ist HRS auf jeden Fall beteiligt, wenn dort konkret projektiert wird. Meistens erhält das Generalunternehmen gleich den Auftrag für die Realisierung.

Bauen Senn Resources den HSG-Campus?

Vor der Beratung im Stadtparlament stellen sich verschiedene Fragen:

Wieso hat die Stadt die Liegenschaft nicht selber gekauft? Sie hätte damit mehr Gewicht gegenüber dem Kanton gehabt, hätte das Projekt an zentraler Lage mit Angeboten ergänzen können, die nicht nur den HSG-Studierenden, sondern auch der Stadtbevölkerung zugute kommen. Das Risiko wäre klein gewesen: Der Kanton hätte die Parzellen kaufen müssen.

Wann hat die Senn Resources AG begonnen, sich die Eigentumsrechte zu sichern?

Gibt es Abmachungen zwischen der Stadt, dem Kanton und der Senn Resources AG? Welche?

Wer profitiert vom Deal am meisten?

Jetzt mitreden: 6 Kommentare
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.
Haupt,  

ist doch so klar wie das Amen in der Kirche ,Korrupt ist nur der Vorname ,vom Ausland weiss man es .Aber dass das Korrupt sein schon lange Einzug gehalten hat in der CH eigentlich schade ,aber solange die kleinen Bürger die Rechnung bezahlen und geschröpft werden wird sich nichts bewegen. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht - dann möchte ich nicht mehr dabei sein gehandelt wird dann wie in China .Gedanken von jeannot Haupt

HSG/UniSG – Filz? | St. Gallenblog,  

… Wundersame Grundstückgeschäfte am Platztor …

SVP und ihr Volk | St. Gallenblog,  

… Was da die stadträtlichen Kantonsratskandidaten Adam und Scheitlin im nicht öffentlichen Hintergrund für Abmachungen mit dem zuständigen SVP-Regierungsrat Kölliker getroffen haben, bleibt dem Wahl- und Stimmbürger verschlossen. …

Christian Röllin,  

Als Nachbar mit ermüdetem Blick auf eine grosse städtische Liegenschaft, welche seit Mitte der 1970er Jahre (!) brachliegt und in Kenntnis der langjährigen Eigentumsverhältnisse am Platztor, überraschen Zeitpunkt und Eile dieser Handänderung sehr. Zudem erstaunt der Vorgang einmal mehr unter dem Aspekt von Wertschöpfung und Interessenkonflikt. Dass die unisg hier Platz nehmen wird, ist an sich eine zweifelsohne glückliche Lösung. Man hofft jedoch auf einen sauberen und erstklassigen Prozess, welcher sowohl ökonomisch, funktional wie architektonisch eine qualitativ beste Lösung ermöglicht. Christian Röllin, lic.oec.HSG, St. Jakob-Strasse 10, 9000 St. Gallen

Christian Neff,  

Sehr interessant. Mal nachhaken.

Hansueli Stettler,  

Erstaunt nun doch kaum mehr, diese Abläufe fügen dem Schwarzbuch zur St.Galler Bauverwaltung ein weiteres Kapitelchen an:
Etwa betitelt mit "Die definitve Verabschiedung bürgerlicher Politik aus der gesellschaftlichen Verantwortung" oder
"Die erfolgreichen Bereicherungsstrategien des bürgerlichen Clans zulasten der Steuerzahler".
Und bitte: niemand soll dabei vergessen, wer die zweifellos und tadellos saubere Juristin Adam in dieses Amt gewählt hat: die Mitteparteien finden dieses Vorgehen sicher völlig in Ordnung.

Hansueli Stettler, Stadtökologe, Lindenstrasse 132, 9016 St.Gallen

Sze­na­ri­en für die Vo­lie­re im St.Gal­ler Stadt­park

Noch bis in den Herbst hin­ein und auch in den zwei fol­gen­den Som­mern bleibt die Vo­lie­re im Stadt­park ei­ne Bu­vet­te. Ab 2029 wird sie zur «Mai­son des œufs», zum di­dak­ti­schen Hüh­ner­hof. Die ein­ge­reich­ten Ideen sa­hen noch ganz an­de­re Nut­zun­gen vor.

Von  René Hornung
Maison des oeufs 1

Stimm­bür­ger:in­nen ent­schei­den über Tem­po 30 auf Haupt­stras­sen

Der Streit ums St.Gal­ler Ver­bot von Tem­po 30 auf Haupt­ver­kehrs­ach­sen geht in die nächs­te Run­de: Das Re­fe­ren­dums­ko­mi­tee hat die not­wen­di­gen Un­ter­schrif­ten ge­gen ei­ne Än­de­rung des kan­to­na­len Stras­sen­ver­kehrs­ge­set­zes ein­ge­reicht. Da­mit wird das Stimm­volk über die Fra­ge ent­schei­den. 

Von  Reto Voneschen
Tempo 30 1 reto voneschen

Kolumne: 24/7 Traumacore

He­al­ing Jour­ney von Wil nach Wie­ner Neu­stadt

Von  Mia Nägeli

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 6

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 6: «Weg­war­te 002», Sur le Lac, Win­ter­thu­rer Mu­sik­fest­wo­chen und Schloss­fest­spie­le Wer­den­berg. 

Von  Redaktion Saiten
Noemi Pfister Ragazzi di vita 2024

Ben­fi­ca vs FC St.Gal­len 5:0 – Wei­ter geh­t's in der Con­fe­rence Le­ague

Der FCSG kriegt beim Aus­wärts­spiel in Lis­sa­bon die Gren­zen deut­lich auf­ge­zeigt. Sie ver­lie­ren das Spiel 0:5. Da­mit geh­t's für den FCSG jetzt ge­gen She­riff Ti­ras­pol in der Con­fe­rence Le­ague wei­ter. Das Spiel zum Nach­le­sen im SENF-Ti­cker.

Von  SENF Kollektiv
Senf

Bild­ge­wal­ti­ges Epos mit nach­hal­ti­gem Sei­ten­ef­fekt

No­ti­zen zu Chris­to­pher Nolans The Odys­sey

Von  Florian Vetsch
Odysseus und Athene

Vie­le For­mu­la­re, zwei Ge­sprä­che und ei­ne Power­point-Prä­sen­ta­ti­on

An­ja Braun leb­te be­reits 18 Jah­re in der Schweiz, als sie sich ge­mein­sam mit ih­rer Fa­mi­lie ent­schied, sich ein­zu­bür­gern. Es war ein lo­gi­scher Schritt. Das Ver­fah­ren war es nicht im­mer.

Von  Andi Giger
260722 illustration einbuergerung 2

Neues Buch

Zwi­schen Cha­os und Hoff­nung – La­ra Stolls Gun­ni

Von  Kathrin Reimann
215790

Ein aus­ser­ge­wöhn­li­ches Ge­spür für künst­le­ri­sche Qua­li­tät

Be­reits 1971 er­öff­ne­te Ur­su­la Krin­zin­ger ih­re ers­te Ga­le­rie in Bre­genz. Bis heu­te prägt sie die Kunst­sze­ne weit über die Bo­den­see­re­gi­on hin­aus. Nun be­fasst sich die Bre­gen­zer Som­mer­aus­stel­lung im Pa­lais Thurn und Ta­xis mit der Ga­le­ris­tin.

Von  Sieglinde Wöhrer
Ursula K dez2018 27 A9595

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 5

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 5: Emil Brun­ner – «Berg Kind Welt», Ra­pid Open­air und Kul­tur­ufer. 

Von  Redaktion Saiten
DSC05051 Kopie copy

FC St.Gal­len vs. FC Zü­rich 2:1 – Ers­te drei Punk­te im Tro­cke­nen

Der Spa­gat zwi­schen eu­ro­päi­schen Näch­ten und bie­de­rem Su­per­league All­tag ist oft schwer. So auch heu­te. Ei­ne Leis­tungs­stei­ge­rung und die rich­ti­gen Wech­sel in der zwei­ten Halb­zeit rei­chen aber für die ers­ten drei Punk­te der Sai­son. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Bren­nen­de Wa­den und leuch­ten­de Kat­zen

In leich­ten Pas­tell­tö­nen und dunk­len Öl­far­ben setzt sich der deut­sche Künst­ler Mar­cel Hüpp­auff mit dem Pro­fi­rad­sport aus­ein­an­der. Da­bei tre­ten in sei­ner Schau im Chambre Di­rec­te-Schubi­ger in St.Gal­len nicht nur Men­schen, son­dern auch Kat­zen in die Pe­da­le.

Von  Vera Zatti
IMG 0330

Ein Wer­den­ber­ger Po­lit­star – lau­fend, stri­ckend, stets ge­er­det

Mit Hil­de­gard Fäss­ler (1951–2026) ver­starb kurz vor ih­rem 75. Ge­burts­tag ei­ne der pro­fi­lier­tes­ten Ost­schwei­zer Po­li­ti­ke­rin­nen an den Fol­gen ei­ner schwe­ren Er­kran­kung. Nach­ruf ei­ner lang­jäh­ri­gen Weg­ge­fähr­tin.

Von  Käthi Gut
P8262285

Wo Kunst ent­steht

Ver­steckt im Sit­ter­tal pro­du­ziert die Kunst­gies­se­rei Wer­ke re­nom­mier­ter Künst­ler:in­nen. Da­bei gilt es oft, Neu­es aus­zu­pro­bie­ren und Lö­sun­gen zu fin­den – mit Zu­cker, Wachs und na­tür­lich Me­tall. Sai­ten er­hält ei­nen Ein­blick in das ver­rück­te Schaf­fen am Ran­de St.Gal­lens.

Von  Daria Frick , Bilder:  Andri Vöhringer
260708 Sitterwerk Andri Voehringer 11

FC St.Gal­len vs. Ben­fi­ca 2:1 – St.Gal­len schafft die Sen­sa­ti­on!

Der FC St.Gal­len ge­winnt ge­gen den haus­ho­hen Fa­vo­ri­ten aus Lis­sa­bon mit 2:1. Die gröss­te Sen­sa­ti­on, die die­ses Sta­di­on je ge­se­hen hat. Das Spiel zum Nach­le­sen im SENF-Ti­cker.

Von  SENF Kollektiv
Senf

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 4

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 4: Cy­prien Gail­lard – «When you ex­pect flu­tes, it whist­les», «Komm Glüückck» und Je­re­my Reeds Buch Du stirbst nur zwei­mal – Ein Syl­via Plath-/Vic­to­ria Lu­cas-Ro­man.

Von  Redaktion Saiten
260708 Sommertipps Emma Kunzs grotte copy

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Flip­per im Mi­li­tär­dienst

Von  Jeremias Heppeler

Bad­hüt­te Ror­schach: Re­kon­struk­ti­on bis zum Tür­schar­nier

Die Bau­plä­ne sind ge­zeich­net, das Bau­ge­such liegt zur Vor­prü­fung bei der Stadt – doch noch ist ei­ni­ges rund um den Wie­der­auf­bau der Ror­scha­cher Bad­hüt­te zu klä­ren. Was pas­siert zum Bei­spiel mit all den an­ge­ros­te­ten und teils ver­bo­ge­nen Schar­nie­ren, Schlös­sern und an­de­ren Ei­sen­tei­len, die die Tau­cher aus dem See her­auf­ge­bracht ha­ben?

Von  René Hornung
Badhuette rorschach

«Sie wis­sen, dass ih­nen Ge­fäng­nis oder der Tod droht, wenn sie an Pro­tes­ten teil­neh­men. Und sie tun es trotz­dem.»

Moh­sen Ma­sou­di ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz ge­flo­hen. Heu­te lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Op­po­si­ti­on. Er er­zählt, war­um es die Schlies­sung der ira­ni­schen Bot­schaft braucht und was sich mit den Pro­tes­ten An­fang Jahr ver­än­dert hat.

Von  Matthias Fässler , Bilder:  Sara Spirig
260708 Redeplatz Mohsen Masoudi

Ein Pi­ra­ten­schiff am Bo­den­see­ufer

Das See-Burg­thea­ter macht aus sei­ner Pi­ra­tin­nen­ge­schich­te Die Le­gen­de von An­ne Bon­ny ein akro­ba­ti­sches Spek­ta­kel vom Feins­ten. Bei al­ler Som­mer­thea­ter-Leich­tig­keit hät­te man aber doch ein biss­chen mehr Eman­zi­pa­ti­ons­ge­schich­te er­war­tet.  

Von  Maria Schorpp
Piratencrew Bildnachweis Ilja Mess