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If we make it through December, we’ll be fine.

Weih­nach­ten bringt für mich im­mer den Tod. Und na­tür­lich auch Schlem­mer­fi­let, ge­schmol­ze­nen Kä­se und Weih­nachts­lie­der, aber eben auch den Tod. Mei­ne Fa­mi­lie geht kaum auf den Fried­hof, nur zu Hei­lig­abend, wenn al­le von Pro­sec­co und Wein und Kirsch­schnaps und ei­nem schlecht ge­sun­ge­nen Stil­le Nacht sen­ti­men­tal oder emo­tio­nal ab­ge­stumpft ge­nug sind, um sich der Sterb­lich­keit zu wid­men. Dann setzt man sich kurz vor Mit­ter­nacht ins Au­to, be­sof­fen ans Steu­er, wie das Ba­by­boo­mer in ih­rer ge­ne­ra­tio­nal ca­re­less­ness so ger­ne ma­chen, kein Pro­blem, wenn je­mand an Fei­er­ta­gen ei­ne Fa­mi­lie tot­fährt, steht in den Zei­tun­gen im­mer nur «tra­gi­scher Un­fall», nichts von Schuld oder Ver­ant­wor­tung, God bless. Bis­her ka­men wir aber noch im­mer heil zum Fried­hof und dann star­re ich Grä­ber von Men­schen an, die ich nie ge­kannt ha­be, an die ich mich nicht er­in­nern kann, und ver­su­che trau­rig zu sein, weil die an­de­ren trau­rig sind, aber ich be­te nur lei­se, die Rück­fahrt zu über­le­ben. Be­ten wür­de ich auch zu kei­ner an­de­ren Zeit, aber if we make it th­rough De­cem­ber, ever­y­thing’s gon­na be all right.

So­weit ich weiss, bin ich die ein­zi­ge Per­son in un­se­rer Fa­mi­lie, die an Weih­nach­ten wen um­ge­legt hat. Hei­lig­abend 2023 ha­be ich auf­ge­hört zu rau­chen, mit ei­nem letz­ten Päck­chen Marl­bo­ro Rot, das ich sonst nie ge­kauft hat­te, ich ha­be fünf Zi­ga­ret­ten nach­ein­an­der ge­raucht und den Rest auf ei­ne Park­bank ge­legt, mich da­bei ge­fühlt wie so ein Charles-Di­ckens-Geist, viel­leicht wür­de das ja ei­ne ar­muts­be­trof­fe­ne Per­son fin­den, viel­leicht wür­de sie sich da­mit tot­rau­chen, mer­ry Christ­mas, aber viel­leicht wärs auch ei­ne klei­ne Freu­de, viel hand­fes­ter als ei­ne be­ur­kun­de­te Pa­ten­schaft für ei­nen be­droh­ten Baum, ein be­droh­tes Tier oder ein be­droh­tes Ba­by. Da­nach ging ich nach Hau­se, al­lein, ent­schied mich für mei­nen neu­en Na­men, und be­vor das nächs­te Jahr an­brach, hat­te ich me­di­zi­nisch das meis­te Tes­to­ste­ron aus dem Kör­per ge­jagt, hol­der Kna­be im lo­cki­gen Haar, schlaf fuck­ing 4ever, RIP hol­der Kna­be, RIP Marl­bo­ro Man, und al­so ward ich neu ge­bo­ren, zwi­schen Schlem­mer­fi­let und che­mi­schen Tes­to­ste­ron­blo­ckern, Je­sus was a tran­ny, if she makes it th­rough De­cem­ber, we’ll be fi­ne.

Wenn al­so die­se Weih­nach­ten die Fa­mi­lie zu Gross­va­ters Grab fährt, fah­re ich zu mei­nem ei­ge­nen: Zur Park­bank gleich hin­ter dem Bahn­hof in Frau­en­feld, wo ich die Zi­ga­ret­ten und den hol­den Kna­ben ha­be lie­gen las­sen, nie ward er auf­er­stan­den, und mit je­dem Jahr mag ich mich auch we­ni­ger und we­ni­ger an ihn er­in­nern, kein tra­gi­scher Un­fall, trau­rig bin ich auch nicht, ich be­te nur, dass die Fahrt nach Hau­se gut läuft, kei­ne Stö­run­gen an der Lo­ko­mo­ti­ve, weg von all den Grä­bern, dort­hin, wo ich ge­zo­gen bin, um Ich zu wer­den: I got plans to be in a war­mer town co­me sum­mer­ti­me / May­be even Ca­li­for­nia / If we make it th­rough De­cem­ber, we’ll be fi­ne.

Mia Nä­ge­li, 1991, ar­bei­tet nach ei­ner Jour­na­lis­mus­aus­bil­dung und ein paar Jah­ren bei ver­schie­de­nen Me­di­en heu­te in der Mu­sik­bran­che in der Kom­mu­ni­ka­ti­on, als Ton­tech­ni­ke­rin und als Mu­si­ke­rin. Seit Herbst 2024 stu­diert sie Kunst in Wien.

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Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

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Zu hoch für Ap­pen­zell

Der Kan­ton Ap­pen­zell In­ner­rho­den plan­te am Lands­ge­mein­de­platz in Ap­pen­zell ein neu­es Ge­bäu­de für die Ge­rich­te, die Bi­blio­thek und die kan­to­na­le Ver­wal­tung. Die eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­sio­nen für Na­tur- und Hei­mat­schutz und je­ne für Denk­mal­pfle­ge brach­ten das Pro­jekt je­doch zu Fall.

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In­no­va­ti­on ge­hört zur DNA

Das Fi­gu­ren­thea­ter St.Gal­len wird 70. Was sich ver­än­dert hat, war­um Pup­pen Kin­der wie Er­wach­se­ne fas­zi­nie­ren und wie man auch Ju­gend­li­che er­rei­chen kann: ein Ge­spräch zum Ju­bi­lä­um.

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Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

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Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

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Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

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Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

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Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01