Kategorie
Autor:innen
Jahr

Keine Bildung ohne Kultur

Wie kommen Schulkinder zur Kultur? Über ihre Lehrerinnen und Lehrer – sagt sich die St.Galler PH und veranstaltet darum jeweils zum Schuljahrstart einen «Kulturtag». Lob dafür gab es von Bildungsdirektor Stefan Kölliker.
Von  Peter Surber
Kultur konkret: PH-Studierende am Trommel- und Alphornworkshop mit Enrico Lenzin. (Bilder: PHSG)

Kultur soll nicht die Ausnahme, sondern die Normalität sein. Das gilt für die Studienanfängerinnen und -anfänger an der Pädagogischen Hochschule PHSG zumindest einmal im Jahr am «Kulturtag»: In insgesamt 23 Workshops haben sie in der vergangenen Woche Einblick in die Arbeit der Kulturinstitutionen der Hauptstadt erhalten.

Von Störgesang bis Kunst am Bau

Kultur als Normalität: Davon konnten die Studierenden zum Beispiel bei Enrico Lenzin ein Lied trommeln und blasen – er führte die Studierenden in der Musikschule in Rhythmus und Sounds ein. Andere kamen ins Atelier von Klangtüftler Andy Guhl oder zur Probe mit «Störsängerin» Gabriela Krapf.

Zuspruch fanden auch Führungen hinter die Kulissen: zu Theaterproben des Tanz- und des Schauspielensembles, zu den «Katakomben» der Tonhalle oder den Depots des Museums im Lagerhaus.

Neu hinzugekommen sind bei der inzwischen vierten Durchführung des Kulturtags zum Beispiel das Dunant-Museum Heiden, das in den Räumen der Vadiana seine Arbeit vorstellte, oder ein Stadtrundgang zu Kunst im öffentlichen Raum. Mit Stadtführerin und Journalistin Christina Genova ging es vom Roten Platz an den Bahnhof zum Lämmlerbrunnen und zur Möslang’schen binären Uhr, von dort weiter zum Broderbrunnen und zu Roman Signers Fass.

Kunst im öffentlichen Raum: Christina Genova erläutert die Skandalgeschichte des Broderbrunnens. (Bild: Su.)

Fazit des Rundgangs: Kunst ist einerseits zur Selbstverständlichkeit geworden im öffentlichen Raum – und andrerseits gab sie über mehr als ein Jahrhundert hinweg in fast jedem Fall Anlass zu Kontroversen und Skandalisierungen, nicht erst bei Roman Signer, sondern auch schon bei August Bösch, der bei der Arbeit an seinem 1896 eingeweihten Broderbrunnen Probleme wegen des Nacktmodels für die Brunnenfigur bekommen hatte – und sich mit einer Fratzenskulptur am Stadtbaumeister rächte.

Schärft Urteil und Persönlichkeit

Zu den öffentlichen Querelen passte, was Regierungsrat Stefan Kölliker bei seiner Schlussansprache in der Lattich-Halle der kulturellen Bildung zugute hielt: Sie trage zur «Schärfung des Urteilsvermögens» bei. Ausserdem vermittle sie Kenntnisse von Lebensformen und Grundwerten, fördere die Persönlichkeitsbildung und die Kreativität. Kultur sei daher ein zentraler Bestandteil aller Bildung, mehr noch: «Jede Art von Bildung ist auch Vermittlung von Kultur.»

Kunst und Natur von nahem: Workshop im Kunstmuseum…

Im Berufsleben sei später quer durch alle Branchen Ideenreichtum gefragt. Drum dürfe in den Schulen nicht nur die unmittelbare Nützlichkeit eines Lernstoffs eine Rolle spielen, sondern kulturelle Bildung in einem weiten Sinn, als «vereinbarter Freiraum» für kreatives Denken, für Experimente ebenso wie für die Lizenz zum Scheitern, sagte Kölliker.

Die Probe aufs Exempel machten am Schlussanlass die Tänzerinnen und Tänzer des Panorama Dance Theaters, begleitet von Marc Jennys Kontrabass, mit einer kraftvollen Etüde in Aerial Dance. Zudem informierte Richi Küttel über die Vermittlungsplattform kklick.ch der Ostschweizer Kantone AR, SG und TG, welche die Angebote bündelt. Deren Partner sind die Kulturverantwortlichen in den Schulhäusern; rund 250 Lehrerinnen und Lehrer tragen inzwischen diesen Titel, hiess es am «Kulturtag».

A propos Kultur als Normalität: Ob und wie Kinder und Jugendliche den Weg zu den kulturellen Angeboten finden, wollte thurgaukultur.ch konkret herausfinden. Der Bericht von Brigitta Hochuli findet sich hier.

… und im Naturmuseum. (Bilder: PHSG)

 

Jetzt mitreden:
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.

Hin­term Bahn­gleis be­ginnt das Uni­ver­sum 

Durch bun­te Ga­la­xien bis in ein Meer aus Kat­zen­streu. Die Aus­stel­lung «Hin­ter’m Mond» vom Künst­ler:in­nen­kol­lek­tiv U5 und Mo­ni­ka Stal­der im Stell­werk in Heer­brugg lädt zu ei­ner in­ter­ga­lak­ti­schen Rei­se ein. 

Von  Vera Zatti
IMG 0500

Ex­ci­ting, un­hin­ged und häs­sig

Die Ost­schwei­zer Band Drill bringt mit Ca­thar­sis ei­ne neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wil­der Ritt auf schwe­ren Gi­tar­ren­riffs, bei dem Me­tal­co­re auch mal auf Hy­per­pop trifft.

Von  Jeremias Heppeler
DRILL Pressphoto 2 Full

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 7

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 7: Rat­haus­oper Kon­stanz, Charles Uz­ors The Gre­at Wall. A La­by­rinth, Clanx-Fes­ti­val und Rund­gän­ge zu Wi­bora­das Schwes­tern. 

Von  Redaktion Saiten
260708 Sommertipps Till The Morning Rises Pfister Noemi

FC St.Gal­len vs. FC Lu­zern 2:2 – Im­mer­hin ein Punkt

Ge­gen die­ses Lu­zern müss­te der FC St.Gal­len ei­gent­lich drei Punk­te ein­fah­ren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es im­mer­hin ei­ner wird. Der Aus­gleich ge­lingt erst weit in der Nach­spiel­zeit per Pe­nal­ty. Das Spiel zum Nach­le­sen im SENF-Ti­cker.

Von  SENF Kollektiv
Senf

Ein er­staun­li­ches Werk

Her­bert Rauch (1929–2012) war Brief­trä­ger und Künst­ler. In den Schwarz-Weiss-Fo­to­gra­fien des Rank­wei­lers er­schei­nen Ob­jek­te wie Stei­ne und Fe­dern als abs­trak­te, gra­fi­sche Ge­bil­de. Nun ist ein Fo­to­band zu sei­nem Spät­werk er­schie­nen, und im Schau­raum Re­né Dal­pra in Alt­ach sind sei­ne Ar­bei­ten aus­ge­stellt.

Von  Ariane Grabher
2 HR M Steine 2009 124x154 r duplex WG5 RGB

Stadt der Un­der­dogs

Ei­ne Bun­des­rä­tin, meh­re­re Na­tio­nal­rät:in­nen und die Po­li­trap­per der Stun­de: Al­le kom­men sie aus der Klein­stadt Wil. Ei­ne Er­kun­dung vor den Lo­kal­wah­len.

Von  Kaspar Surber
Lukas reimann mike sarbach ursula haene

Mehr Platz für Bü­cher und Ma­te­ri­al­mus­ter

Ei­nes der vie­len Ge­bäu­de des Sit­ter­werks, die vor ge­nau 100 Jah­ren er­bau­te Schwarz­fär­be­rei, be­her­bergt heu­te die Kunst­bi­blio­thek und die Ma­te­ri­al­mus­ter­schrän­ke. Ei­ne Auf­sto­ckung soll künf­tig mehr Platz schaf­fen.

Von  René Hornung
Sittwerwerk Aufstockung Bibliothek

Sze­na­ri­en für die Vo­lie­re im St.Gal­ler Stadt­park

Noch bis in den Herbst hin­ein und auch in den zwei fol­gen­den Som­mern bleibt die Vo­lie­re im Stadt­park ei­ne Bu­vet­te. Ab 2029 wird sie zur «Mai­son des œufs», zum di­dak­ti­schen Hüh­ner­hof. Die ein­ge­reich­ten Ideen sa­hen noch ganz an­de­re Nut­zun­gen vor.

Von  René Hornung
Maison des oeufs 1

Stimm­bür­ger:in­nen ent­schei­den über Tem­po 30 auf Haupt­stras­sen

Der Streit ums St.Gal­ler Ver­bot von Tem­po 30 auf Haupt­ver­kehrs­ach­sen geht in die nächs­te Run­de: Das Re­fe­ren­dums­ko­mi­tee hat die not­wen­di­gen Un­ter­schrif­ten ge­gen ei­ne Än­de­rung des kan­to­na­len Stras­sen­ver­kehrs­ge­set­zes ein­ge­reicht. Da­mit wird das Stimm­volk über die Fra­ge ent­schei­den. 

Von  Reto Voneschen
Tempo 30 1 reto voneschen

Kolumne: 24/7 Traumacore

He­al­ing Jour­ney von Wil nach Wie­ner Neu­stadt

Von  Mia Nägeli

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 6

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 6: «Weg­war­te 002», Sur le Lac, Win­ter­thu­rer Mu­sik­fest­wo­chen und Schloss­fest­spie­le Wer­den­berg. 

Von  Redaktion Saiten
Noemi Pfister Ragazzi di vita 2024

Ben­fi­ca vs FC St.Gal­len 5:0 – Wei­ter geh­t's in der Con­fe­rence Le­ague

Der FCSG kriegt beim Aus­wärts­spiel in Lis­sa­bon die Gren­zen deut­lich auf­ge­zeigt. Sie ver­lie­ren das Spiel 0:5. Da­mit geh­t's für den FCSG jetzt ge­gen She­riff Ti­ras­pol in der Con­fe­rence Le­ague wei­ter. Das Spiel zum Nach­le­sen im SENF-Ti­cker.

Von  SENF Kollektiv
Senf

Bild­ge­wal­ti­ges Epos mit nach­hal­ti­gem Sei­ten­ef­fekt

No­ti­zen zu Chris­to­pher Nolans The Odys­sey

Von  Florian Vetsch
Odysseus und Athene

Vie­le For­mu­la­re, zwei Ge­sprä­che und ei­ne Power­point-Prä­sen­ta­ti­on

An­ja Braun leb­te be­reits 18 Jah­re in der Schweiz, als sie sich ge­mein­sam mit ih­rer Fa­mi­lie ent­schied, sich ein­zu­bür­gern. Es war ein lo­gi­scher Schritt. Das Ver­fah­ren war es nicht im­mer.

Von  Andi Giger
260722 illustration einbuergerung 2

Neues Buch

Zwi­schen Cha­os und Hoff­nung – La­ra Stolls Gun­ni

Von  Kathrin Reimann
215790

Ein aus­ser­ge­wöhn­li­ches Ge­spür für künst­le­ri­sche Qua­li­tät

Be­reits 1971 er­öff­ne­te Ur­su­la Krin­zin­ger ih­re ers­te Ga­le­rie in Bre­genz. Bis heu­te prägt sie die Kunst­sze­ne weit über die Bo­den­see­re­gi­on hin­aus. Nun be­fasst sich die Bre­gen­zer Som­mer­aus­stel­lung im Pa­lais Thurn und Ta­xis mit der Ga­le­ris­tin.

Von  Sieglinde Wöhrer
Ursula K dez2018 27 A9595

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 5

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 5: Emil Brun­ner – «Berg Kind Welt», Ra­pid Open­air und Kul­tur­ufer. 

Von  Redaktion Saiten
DSC05051 Kopie copy

FC St.Gal­len vs. FC Zü­rich 2:1 – Ers­te drei Punk­te im Tro­cke­nen

Der Spa­gat zwi­schen eu­ro­päi­schen Näch­ten und bie­de­rem Su­per­league All­tag ist oft schwer. So auch heu­te. Ei­ne Leis­tungs­stei­ge­rung und die rich­ti­gen Wech­sel in der zwei­ten Halb­zeit rei­chen aber für die ers­ten drei Punk­te der Sai­son. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Bren­nen­de Wa­den und leuch­ten­de Kat­zen

In leich­ten Pas­tell­tö­nen und dunk­len Öl­far­ben setzt sich der deut­sche Künst­ler Mar­cel Hüpp­auff mit dem Pro­fi­rad­sport aus­ein­an­der. Da­bei tre­ten in sei­ner Schau im Chambre Di­rec­te-Schubi­ger in St.Gal­len nicht nur Men­schen, son­dern auch Kat­zen in die Pe­da­le.

Von  Vera Zatti
IMG 0330

Ein Wer­den­ber­ger Po­lit­star – lau­fend, stri­ckend, stets ge­er­det

Mit Hil­de­gard Fäss­ler (1951–2026) ver­starb kurz vor ih­rem 75. Ge­burts­tag ei­ne der pro­fi­lier­tes­ten Ost­schwei­zer Po­li­ti­ke­rin­nen an den Fol­gen ei­ner schwe­ren Er­kran­kung. Nach­ruf ei­ner lang­jäh­ri­gen Weg­ge­fähr­tin.

Von  Käthi Gut
P8262285