Florian Gmür, 11. April 2021 um 10:30 Uhr Könnte es also sein, dass Peter Stamm eine Metapher für das Patriarchat ist, so wie Jessica Jurassica eine Metapher für eine zukunftsunfähige Menschheit.
Peter Stamm, 6. April 2021 um 19:12 Uhr Dann hat halt Valeria Heintges schlecht recherchiert. Und also sei - auch wenn es vermutlich niemanden interessiert - hier festgehalten, wie es wirklich war: Ich traf die Agentin (die keine Freundin war, aber inzwischen eine geworden ist) am Geburtstag eines gemeinsamen Freundes im Januar 98. Ich hatte "Agnes" zuvor an fünf Verlage geschickt, von denen vier absagten und einer nicht antwortete. Die Zusage vom Arche-Verlag kam drei Monate nach dem ersten Treffen mit der Agentin. Die englische Übersetzung erschien 2000, also zwei Jahre nach der deutschen Ausgabe und verkaufte sich etwas mehr als tausend Mal, also nicht besonders gut. Es stimmt nicht, dass ich "über den Umweg einer Übersetzung ins Englische überhaupt publiziert" wurde. Es ist viel einfacher, einen Verlag im deutschen Sprachraum zu finden als einen in England oder den U.S.A.. Ich habe mich in Jurys immer wieder für die Texte von Frauen eingesetzt, nicht weil sie von Frauen, sondern weil sie besser waren als jene der teilnehmenden Männer. Ich hoffe, dass auch mein Erfolg weniger mit meinem Geschlecht als mit der Qualität meiner Texte zu tun hat. Mein erster Verlag wurde übrigens von zwei Frauen geleitet, mein jetziger Verlag wird ebenfalls von einer Frau geleitet. Die Cheflektorin ist eine Frau. Im September kuratiere ich die Wiesbadener Literaturtage zu denen ich fünf Frauen und zwei Männer eingeladen habe. Soweit zu den Fakten. Inwieweit ich eine "Metapher für das Patriarchat" bin, mögen andere entscheiden. Oder wir lassen diesen Streit einfach und kümmern uns um unsere Bücher, was ohnehin viel spannender und ergiebiger ist.
Veronika Fischer, 27. März 2021 um 14:40 Uhr Meine Recherche bezieht sich auf den Artikel "Agnes und die Agenten" (Tagblatt, 06.10.2012): "Es war einmal ein Schweizer Schriftsteller, der hiess Peter Stamm. Er hatte ein Buch geschrieben, das er veröffentlichen wollte. Er schickte es an viele Verlage, aber er bekam nur Absagen oder gar keine Antwort. (...) Und so suchten die Agenten weiter und fanden einen Verlag in Grossbritannien, der «Agnes» ins Englische übersetzen liess. Der Schriftsteller war froh, dass sein Buch in England erschienen war. Er war aber auch traurig, weil es die englischen Leser nicht kauften, und die Menschen von der Liepman Agency waren daher auch traurig." Und Männer, den den Buchmarkt dominieren können m.E. durchaus als Metapher für das Patriarchat gelesen werden. Wer auch sonst? Also Fakten sind gecheckt, ich get dann mal a life!
Peter Stamm, 27. März 2021 um 00:09 Uhr im gegensatz zu jj habe ich mich, bis ich 35 war, ohne einen franken kulturförderung selbst durchgeschlagen. weil ich nichts anderes als schreiben wollte. in den schoss gefallen ist mir rein gar nichts. das mit den zwei jahren, die eine agentur angeblich für mich nach einem verlag suchte und der englischen übersetzung ist einfach nur falsch. eine "metapher für das patriarchat"? wohl eher schlechte recherche. check your facts und get a life. p.s.