Ein Heft zum Advent mit 24 Türöffnerinnen. Ausserdem: Das Wunderbuch der Gedichte. Und Neues von Giger, Gal und GUZ. Ach ja: Alles wird gut.
Grenzen zu…! In gut zwei Monaten stimmen wir über die schamlose Masseneinwanderungsinitiative von Rechts ab, es wird uns jetzt schon halb schlecht. Gitter zu…! Fussballfans werden mehr und mehr kriminalisiert, das Stadion zum Käfig umfunktioniert. Türe zu…! Der Sparwahnsinn des Kantons St.Gallen bedroht neben zahlreichen sozialen und kulturellen Errungenschaften jetzt auch den gestalterischen Vorkurs. Drei Beispiele, man könnte weiter lamentieren, vielerorts wird ausgegrenzt, abgeklemmt, eingesperrt, verhindert verboten verriegelt vernagelt.
Dieses Heft macht eine Gegenbewegung: Türen auf. In vierundzwanzig Beiträgen, wie es sich für einen ordentlichen Advent gehört – Advent: Das ist bekanntlich schon vom Wort her die Zeit, wo etwas in der Luft liegt, etwas ankommt oder sich ankündigt. Saiten hat herumgefragt bei Autorinnen, Fotografinnen, Künstlerinnen, hat um Texte und Bilder, um Utopien oder Fantasien gebeten, in denen in irgendeiner Form eine Tür aufgehen könnte. Wir haben, finden wir, eine reiche Bescherung gekriegt und geben sie hier entsprechend freudig weiter, auf 24 Seiten und mit einem herzlichen Dank an alle Beiträgerinnen.
Auf einen herzöffnenden und kopflüftenden Dezember! Und auf ein vielsaitiges neues Jahr.
Peter Surber, Corinne Riedener
DER INHALT:
REAKTIONEN
POSITIONEN
Blickwinkel: von Florian Bachmann
Redeplatz: mit Norbert Hochreutener
Einspruch. von Andy Storchenegger
Stadtlärm. von Andreas Kneubühler
Alles wird besser: Über Maulkörbe, Überwachungskünstler, Flüchtlingsschicksale.
VIERUNDZWANZIG TÜRÖFFNERINNEN.
Der bessere Adventskalender.
24 offene Türen, neue Perspektiven und Welten, Ausblicke und Einblicke. Beschert von:
Katalin Deér, Samira Assir, Larissa Kasper, Susan Boos, Karin Bühler, Claire Plassard, Jeanne Devos, Vera Marke, Jiajia Zhang, Annette Hug, Elisabeth Nembrini, Andrea Kessler, Lika Nüssli, Julia Kubik, Ladina Bischof, Bettina Kugler, Anna Frei, Andrea Stolz, Heidi Witzig, Tine Edel, Melis Ipek, Corinne Riedener, Bettina Dyttrich, Andrea Vogel
FLASCHENPOST
Eine stille Postkarte aus dem Kloster Eiheiji in Japan. von Richard Butz
PERSPEKTIVEN
Rapperswil-Jona
Schaffhausen
Vorarlberg
Thurgau
Stimmrecht. von Gyatso Drongpatsang
POESIE
Das Leben kann nicht leben
Roger Perrets Anthologie Moderne Poesie in der Schweiz hat stolze 639 Seiten und ist unser Wunderbuch des Jahres. von Peter Surber
KULTUR
Kunst: Wortvirtuose Dani Gal in der Kunsthalle St.Gallen. von Kristin Schmidt
Musik: Ein berüchtigter Laden wird 20 und feiert. von Corinne Riedener
Film: Karma Shadub: Ramon Gigers Auseinandersetzung mit seinem Vater. von Peter Surber
Theater: Ein Solostück, das Epochen verbindet: Parzival und das Atom im Theater 111. von Sebastian Ryser
Architektur: Ein Buch schwelgt im Jugendstil. von Marko Sauer
Ausserdem: Einmal mehr Freiheit von Florian Vetsch und einmal Weiss auf Schwarz von GUZ
KALENDER
ABGESANG
Kellers Geschichten
Bureau Elmiger
Charles Pfahlbauer jr.
Boulevard
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.