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Das Schönste statt das Schlimmste

Unser Leben ist voll von Meldungen, wie scheisse es Queers geht, und weniger voll mit Queers, die einfach glücklich ihr Leben leben. Das nervt, findet unsere Kolumnistin Anna Rosenwasser.
Von  Gastbeitrag , 

Wir waren in einem hippen städtischen Kino, die drei KV-Klassen und ich. Gerade war ein Film über eine jugendliche brasilianische Skaterin zu Ende gegangen (My Name is Baghdad), die mit traditionellen Frauenrollen bricht. Meine Aufgabe war es nun, in der Nachbesprechung des Filmes eine halbe Stunde Fragen zu LGBT zu beantworten.

Vor Schulklassen zu sprechen, macht mich nervöser als jeder Bühnenauftritt und unruhiger als jede Fernsehkamera. Wenn ich vor jugendlichen Menschen auftrete – spezifisch vor solchen, die bisher durchschnittlich bescheiden mit queeren Themen in Verbindung kamen –, ist die Atmosphäre eine Mischung aus Voyeurismus, Abwertung und Fetischisierung. Und unruhig. Zu aufmerksam, zu neugierig zu sein beim Thema LGBT, das wär ja nah an Akzeptanz, und Akzeptanz von queeren Menschen, klar, das ist voll schwul.

Anna Rosenwasser, 1990, wohnt in Zürich und ist freischaffende Journalistin. (Illustration: Lukas Schneeberger)

Ich steh also vor Kinosesselreihen voller unruhiger Jugendlicher und beantworte die Frage, die meistens als Erstes kommt: «Wie war Ihr Coming-Out bei Ihren Eltern?» Man könnte nun die Frage aufwerfen, ob es nicht um allgemeinere Themen gehen sollte: Was bedeutet die Ehe für alle für die Schweiz? Welche politischen Anliegen stehen noch an? Diese Fragen werden an Schulanlässen wie diesem auch gestellt – von den Lehrpersonen. Die Schüler:innen hingegen fragen mitten ins Herz rein.

Meistens sehe ich sie im Publikum sitzen, die queer kids dieser Schulklassen, bis zu drei bis vier Menschen pro Klasse halten Augenkontakt mit mir, bedanken sich danach bilateral leise oder via Instagram bei mir, mit Regenbogenbuttons an der Jacke und in der Insta-Bio.

Wenn diese bis zu 20 Prozent der Schulklassen sich sicher genug fühlen würden, um sich nicht nur zu outen, sondern auch uneingeschränkt sie selbst zu sein, wäre die Neugierde auf Coming-Out-Stories wohl weniger stark. Es wäre weniger unruhig. Aber: Ich will auch Unruhe reinbringen. Die meisten der 60 Menschen im Kino sind hör- und sichtbar irritiert, als ich sage, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, und fragen nach, immer wieder.

Als mir eine Lehrperson zu verstehen gibt, dass wir bei der letzten Frage angekommen sind, streckt eine schüchterne junge Frau auf, die sich bisher noch nicht gemeldet hat. «Was war das Schlimmste, das Ihnen bisher passiert ist?»

Auch das kommt oft. Voyeuristische Fragen nach queerem Elend. Weil es die Erwachsenen vormachen. Die Frage höre ich häufiger von Journalist:innen als von Schüler:innen. Unser Leben ist voll von Meldungen, wie scheisse es Queers geht, und weniger voll mit Queers, die einfach glücklich ihr Leben leben. LGBT, das sind Homos; Homos, das sind Schwule; Schwule, das sind die, die an AIDS sterben.

An der Frage ist also potenziell vieles verkehrt, und entsprechend antworte ich umgekehrt. Ich sage strahlend, dass ich als letzte Antwort lieber erzählen will, was das Schönste daran ist, queer zu sein. Ich schildere die fröhlichen Menschenmengen an den Pride-Demos, dieses Gefühl, nie mehr allein sein zu müssen. Das Wissen, eine Zukunft zu haben, eine schöne, lebendige Zukunft, in der man sich selbst sein kann.

Das heisst nicht, dass ich vor Schulklassen nicht auch über den Gegenwind, ja die Gewitterstürme rede, gegen die die LGBT-Community kämpfen muss. Es heisst nur, dass ich mit einem Regenbogen abschliesse.

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

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Senf

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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

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Stimmrecht

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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

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Kanton sparmassnahme

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Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

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Es kratzt, knallt und schep­pert

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Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

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Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
Christina walker foto petra rainer 2026 farbe

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover