Die Komturei Tobel hat eine lange Geschichte. Bis ins 19. Jahrhundert war sie Teil des Johanniterordens, versorgte Ritter oder ging geistigen Tätigkeiten nach. Danach liess der Kanton Thurgau dort Verbrecher ihre Haftzeit absitzen und die Thurgauer Felder beackern.
Nach der Schliessung der Strafanstalt in den 70ern war die Komturei lange Zeit ein Problemkind des Kantons: Käufer fanden sich keine, diverse Initiativen verliefen im Sand oder wurden vom Volk abgelehnt. Seit nunmehr zehn Jahren kümmert sich eine Stiftung um den spannenden bis gfürchigen Bau in Tobel. Und diese lässt es diesen Sommer wieder krachen – handgemacht, versteht sich.
Das Rock im Knast am 9. Juli ist ein kleines, ungemein feines Festival und bewusst eine Gegenveranstaltung zum gross angelegten Openair Frauenfeld auf der Allmend. Während dort internationale Grössen auf der Bühne stehen, begibt sich das Rock im Knast auf Perlensuche in der Region.
Obacht Obacht ist das Aushängeschild des jungen Frauenfelder DIY-Labels Augeil Records. Lo-Fi-Barde Tobias Rüetschi und Band spielen die Bandmaschinen-Songs live ziemlich brachial – und auch erst zum zweiten Mal. Definitiv ein Highlight der jungen Thurgauer Rockwelt!
Rock im Knast: 9. Juli, Komturei Tobel
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Archie Slap sind genauso frisch, wenn auch etwas fröhlicher. Statt überzerrten Gitarren gibts hier gerne auch mal akustisch gezupfte und mit souliger Damenstimme veredelte Pop-Songs zu hören. Und damit die jungen Newcomer im alten Knast nicht ganz alleine auf der Bühne stehen, sind mit den Lennox CF auch einige Veteranen mit dabei. Die Ostschweizer Funk- und Blues-Band steht zwar schon seit einigen Jahrzehnten auf der Bühne, doch die älteren Herren sind knackig wie eh und je und bringen ausserdem die Routine von Dutzenden Konzerten auf anderen Kontinenten mit.
Für das Rock im Knast wird die Komturei mit all ihren kunstvoll bis religiös gestalteten Ecken und Kanten herausgeputzt und fein gemacht. Mit herzlicher Handarbeit – jeder einzelne Flyer wurde eigens bemalt.
Ein kleiner Spaziergang durch den alten Knast lohnt sich übrigens, nicht nur am Festival, sondern jederzeit, denn allein das Gefühl, das einen beschleicht, wenn man sich in den unrenovierten Zellen auf die Pritsche setzt, ist den Besuch in jedem Fall wert.
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.