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Falsches Stück

Die Milliardärspartei hat letzte Woche ein «Extrablatt» an alle Schweizer Haushalte verschickt. Es warnt vor der 10-Millionen-Schweiz und setzt auch sonst auf falsche Zahlen. In Sachen Theater St.Gallen lügt die Partei besonders dreist.
Von  Peter Surber
Bild: Hannes Thalmann

Man kann mit Argumenten politisieren. Oder, wenn man keine hat, mit falschen Zahlen und Behauptungen. Letzteres praktiziert das Ende letzte Woche in alle Briefkästen verteilte «Extrablatt». Es umfasst die üblichen fremdenfeindlichen Parolen sowie drei jeweils kantonal unterschiedliche Extraseiten. In St.Gallen sind sie dem Theaterkredit gewidmet.

Am Montag hat zudem auch das Nein-Komitee aus SVP und Jungfreisinnigen informiert und dagegen protestiert, dass das «zwangsfinanzierte» Theater von den Landregionen mitgetragen wird. Gemeinsinn und Solidarität tönen anders.

Hinzu kommt: Die Partei spielt falsch und gegen ihre eigenen Leute, und dies finanziell und inhaltlich. Die drei finanziellen Lügen im «Extrablatt» sind:

Falsche Stühle

«Nein zu 50 Millionen Franken für neue Überzüge auf alten Stühlen»: So heisst die Schlagzeile im Blatt. Teurer neuer Wein in alten Schläuchen? Die Erneuerung der Theaterbestuhlung kostet in Wahrheit nur etwa ein Hundertstel des Gesamtbetrags von in Wahrheit nicht 50, sondern 48,6 Millionen Franken. In der Vorlage ist sie ausgewiesen als Teil eines 7-Millionen-Betrags für diverse Betriebseinrichtungen, der daneben auch Akustikmassnahmen, Brandschutzanlage, Installationen für Lüftung und Kälte, Kücheneinrichtungen der Kantine, den Warenlift für die Kulissen und weitere Apparate umfasst.

Falsche Honorare

Sie betragen 7,35 Millionen Franken oder 18 Prozent der Anlagekosten – ein hoher Betrag, stellt die Regierung selber fest. Er resultiere daraus, dass für die «komplexe Bauaufgabe» zusätzlich Spezialisten wie Bühnen- und Brandschutzplaner, Akustiker, Gastroplaner und Schadstoffexperten nötig seien. Das kann man vermutlich diskutieren, aber die Millardärspartei, locker im Umgang mit grossen Zahlen, schlägt auf den Betrag noch knapp 3 Millionen drauf, von denen ein Teil unter «Vorbereitungsarbeiten» figuriert, aber bereits enthalten ist. Und fragt «Gaht’s no?». Falsche Zahlen – und, wie im «Tagblatt» kürzlich treffend glossiert, erst noch falscher Dialekt.

Falsche Subventionen

39,6 Millionen Franken beträgt der Aufwand des Theaters St.Gallen pro Spielzeit. 11,8 Millionen werden eingespielt, das sind ziemlich genau 30 Prozent, und diesen Eigenwirtschaftlichkeitsgrad verlangt auch die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton. Er ist schweizweit Spitze.

Die Subventionen: 20 Millionen liefert der Kanton St.Gallen, darin inbegriffen sind rund 3,4 Millionen aus den umliegenden Kantonen TG, AR und AI gemäss Finanzausgleich. Die Stadt schliesslich trägt rund 8 Millionen bei. Das «Extrablatt» schlägt die rund 3,4 Millionen Franken der anderen Kantone dreist auf die 20 Millionen drauf, obwohl diese direkt an den Kanton gehen und damit abgezogen werden müssen. Und macht damit aus Minus Plus.

Verschwiegen wird auch, dass seit der Neuregelung der zentralörtlichen Leistungen 2011 die Nachbarkantone massiv mehr an das Theater zahlen – und den Kanton St.Gallen dadurch entlasten. Dass der Eigenfinanzierungsgrad des Theaters damit bloss 21 Prozent betrage, wie es im Blatt steht: gelogen.

Fazit zum ersten: Würden die Bauern um Toni Brunner in ihrem eigenen Stall so vorsätzlich falsch rechnen, dann bräuchten sie noch ein paar Subventionen mehr.

Ein einig Volk von Egoisten?

Inhaltlich spielt die Milliardärspartei ihren Klassiker aus der Mottenkiste «Das arme Volk – die reichen Eliten». Nach der Falschrechnung mit den Subventionen folgert das Blatt: «Der Büezer im Toggenburg oder Sarganserland finanziert jeden Theaterbesuch der deutschen Professorengattin mit über 140 Franken mit.» Und Brunner gibt noch eins drauf: Es gehe um ein «einzelnes Theater, das die Mehrheit der St.Galler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nur vom Hörensagen kennt».

Fazit zum zweiten: So kommt es, wenn man von sich auf alle anderen schliesst. Und nur dort zahlen will, wo man selber profitiert. Bauernmentalität? Büezerdenken? Nein: Millionärsdenken und Egoistenmentalität. Lesenswertes dazu haben mit Blick auf No-Billag das Portal Infosperber sowie, im Magazin der «Süddeutschen Zeitung», Kolumnistin Caroline Emcke gesagt

Schlecht fürs Volk

Was das Theater St.Gallen betrifft: Es gibt einige Gründe für ein Ja. Handfeste und grundsätzliche. Ein Nein hingegen wäre schlecht ausgerechnet für die traditionelle Klientel der Milliardärspartei, nämlich fürs heimische (Bau-)Gewerbe, das vom Theaterumbau in erster Linie profitiert, mehr dazu hier.

Dass das Geld nicht für angebliche «Elitekultur», sondern für Beton, Fenster, Polsterei, Heizungstechnik und andere nützliche Dinge ausgegeben wird und nach dem Umbau in erster Linie den Backstage-«Büezern» am Theater zugute kommt, steht im lügnerischen «Extrablatt» nicht.

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
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Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
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Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
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Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah