Es gibt viel zu tun - auch am Tag der Arbeit in St.Gallen.
Wenn auch kein Feiertag in St.Gallen, so ist doch einiges los am Tag der Arbeit. Starten kann man im Palace, wo die erfreuliche Uni bereits am Vorabend um 20.15 ein Podium organisiert zur geplanten, aber noch nicht versenkten Privatisierung der VBSG. Was Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe dazu denken und wie vergleichbare Szenarien in Konstanz (nicht) funktionieren, kann man im druckfrischen Maiheft von Saiten nachlesen. Wie sich Privatisierungen auf die Qualität der Arbeitsplätze auswirken, wird im 1.Mai-Dienstleistungsdossier der Woz am Beispiel der schweizerischen Post aufgezeigt.
Am Mittwoch laden die Gewerkschaften zur traditionellen Demonstration unter dem Motto «Faire Löhne, bessere Renten» mit Treffpunkt auf dem Bahnhofplatz um 17 Uhr. Unterhalten wird das legendäre mediterrane Blasmusikorchester «La Banda di San Gallo» mit Kompositionen von Nino Rota, bekannt von den Filmen Federico Fellinis. Nach dem Umzug reden in der Marktgasse die SP-Nationalrätin Jaqueline Fehr, die Jungsozialistinnen Andrea Scheck und Anna Bleichenbacher und Guglielmo Bozzolini von der «Sinistra Ecologia Libertà».
Auch in der Marktgasse wars, wo Anna Bleichenbacher am vergangenen 23. Februar von der Polizei festgenommen wurde, weil sie mit einem Kollegen Unterschriften sammelte für einen Spekulationsstopp an Nahrungsmitteln – obwohl das Bundesgericht schon 2009 dem Stadtrat Nachhilfstunde in Demokratie gegeben hatte: Bis zu drei Personen ist Unterschriftensammeln auch im «grössten Einkaufszentrum der Ostschweiz» (die Altstadt nach Elmar Jud) kein gesteigerter Allgemeingebrauch und somit nicht bewilligungspflichtig. Stadtrat Cozzio ist eingeladen, sich die Rede der Jungpolitikerin anzuhören …
Nach den Reden gibts Essen, Getränke und Bandoneon-Klänge von Martin Amstutz in der Festwirtschaft (Marktgasse, bei schlechter Witterung Grabenhalle). Im Genossenschaftsrestaurant Schwarzer Engel ist Vernissage der Wanderaustellung zum Spanischen Bürgerkrieg – bedenkt man die Verhärtung der Fronten im heutigen Spanien, ist die Aktualität der Thematik höchst brisant. Einen sanfteren Akzent spricht man in Chile. Hochspannend ist die Geschichte der demokratischen Revolution der Unidad Popular 1970, unvermindert denkwürdig der von der CIA finanzierte Staatsstreich Pinochets am 11. September 1973. Die Juso zeigen darum den Dokumentarfilm «Salvador Allende» von Patrizio Guzman ab 20 Uhr in der Grabenhalle mit Stimmen zur Person des damaligen Präsidenten dreissig Jahre später.
Surrealistische Perspektiven zur Arbeitsthematik werden ab 19 Uhr im Point Jaune Museum diskutiert unter dem ernsten Titel «Réprobation du Travail». Und die PdA feiert am 3. Mai nach: im Frauenarchiv an der Florastrasse mit einem Podium zur «Krise in Griechenland: Allgemeines Unglück – subjektives Elend». Die Frage «Allein im Streik – Was tun?» diskutieren Sofia Roditi, Katsaros Panagiotis und Florian Eicher ab 19.30.
Weitere 1.Mai Veranstaltungen gibt es in Walenstadt, Wil und Rapperswil.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.