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20 Jahre Saiten: Was es zu feiern gibt

Das Ostschweizer Kulturmagazin Saiten ist 20. Die Grabenhalle ist 30. Grund genug für ein Doppelfest: am 8./9. August im St.Galler Leonhardspärkli.
Von  Redaktion Saiten

Der Ort passt: Saiten mag Entdeckungen abseits der vielbegangenen Pfade. Das ist journalistisch seit jeher eine Stärke des Magazins, und es gilt auch für den Festort. Den unscheinbaren Park zwischen Nebenbahnhof und Polizei, Bild unten, kennen bislang vor allem die hiesigen Pétanque-Spieler. Er liegt aber auch kulturell goldrichtig – im Dreieck von Lagerhäusern, künftiger Post-Bibliothek und Lokremise.

Die Einladung zum Fest ist breit gestreut – sie richtet sich an «Freundinnen, Unterstützende, Autorinnen, Alt-Redaktoren, Inserenten, Leserinnen und Feinde von Saiten, Veranstalter, Politikerinnen, Musiker, Kunstschaffende, Feriengäste und Heimweh-Ostschweizerinnen». An Dich und an Sie. Also an alle.

Vom Kalender zum Magazin

Am 1. April 1994 ist Heft No 1 erschienen. Die Gründung war ein Akt der Selbsthilfe: Initianten aus der St.Galler Rockszene vermissten einen aktuellen Veranstaltungskalender und kritisierten die mangelnde Resonanz in den traditionellen Zeitungen. «Saiten» war denn auch in den Anfängen hauptsächlich eine Monatsagenda, von Beginn weg aber erweitert um kulturpolitische Diskussionsbeiträge.

20 Jahre und weit über 200 Ausgaben später umfasst der monatliche Veranstaltungskalender nicht mehr bloss vier, fünf, sondern bis zu zwanzig Seiten. Und das Heft hat sich als Magazin für Kultur, Politik und Gesellschaft etabliert: mit einem monatlichen Schwerpunktthema, das vertieft, was sonst im kurzatmigen Mediengeschäft an der Oberfläche bleibt. Mit einem umfangreichen Kulturteil. Mit Reportagen, Debatten, Kommentaren und Kolumnen.

Nicht zu vergessen, bei all unserer Liebe zum Print: diese Website. Dank kontinuierlichem und im Jubiläumsjahr akzentuiertem Ausbau bietet saiten.ch der Öffentlichkeit eine tagesaktuelle Zweitstimme auf dem stark monopolisierten Ostschweizer Medienmarkt.

Saiten steht seit zwanzig Jahren für einen intelligenten, fortschrittlichen und unabhängigen Journalismus – unabhängig nicht zuletzt auch in finanzieller Hinsicht. Getragen wird das Magazin von seinen Inserentinnen und Inserenten und von einem breiten Kreis von Mitgliedern. Sie ermöglichen das weitherum einmalige «Geschäftsmodell»: Das Heft liegt in Kulturhäusern, Beizen und anderen einschlägigen Orten gratis auf; wer den Jahres- oder Gönnerbeitrag zahlt, erhält es hingegen nach Hause geliefert. Und trägt so solidarisch bei zur Medienvielfalt. Damit das so bleibe, lautet das ambitionierte Jubiläumsziel des Saiten-Kollektivs: «Wir suchen tausend neue Mitglieder, weil gute Texte nicht gratis zu haben sind.»

Gant, Texte, Musik

Das Jubiläum hat sich in der Stadt und im Heft bereits bemerkbar gemacht – unter anderem mit einer Matinee am Wortlaut-Festival Ende März und mit dem monatlichen Comic in der Heftmitte, mit dem wir die Saiten-Comic-Tradition wieder aufnehmen und wechselnd jungen und arrivierten Zeichnerinnen und Zeichnern eine «carte blanche» bieten.

Und jetzt das Fest. Saiten kooperiert dafür mit der Grabenhalle, die noch ein Jahrzehnt älter ist – und ebenso unverzichtbar für das hiesige Kulturleben. Das zweitägige Fest beginnt am Freitag 8. August mit einem Apero und einer langen Tafel mit mediterraner Küche. Ab 19.30 Uhr lädt die Grabenhalle-Crew zu Folk und Blues – mit Yellow Teeth (CH), Gordon Blue (AT) und Delaney Davidson & Band (NZ). Der Samstag 9. August bringt ab 14 Uhr Barbetrieb, Literarisches und Politisches von Saiten-Autorinnen und Autoren (15 Uhr), Konzerte von Lufthans (16.30 Uhr), Herr Bitter (19 Uhr) und einem alten Bekannten aus der Saiten-Historie (21.30 Uhr).

Dazwischen steigt die grosse Gant mit Versteigerung von Kultur-Trouvaillen (18 Uhr), unter anderem, Bild oben, mit dem goldenen Prachtsexemplar und Glücksbringer aus einem Theaterfundus. Zudem kann man Pétanque spielen, und abends wartet eine Weltpremiere: die Videokolumne Schäfers Stunde (20.30 Uhr). Danach: Afterparty in der Tankstell-Bar.

Der Eintritt zum Fest ist frei, das Wetter wird gut. Das Fest im Detail hier.

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Musik

Mehr als Jazz im Kult­bau

Von  Richard Butz
GP Trio MF90302 k

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von  Philipp Bürkler
Bassilikum 04

Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

Die Mo­bi­li­täts­al­li­anz Ost­schweiz will Pend­ler:in­nen zum Um­stieg vom Au­to auf Bus, Bahn und Ve­lo be­we­gen. Bei den zehn be­tei­lig­ten Gross­un­ter­neh­men lässt be­reits je­de fünf­te Per­son das Au­to am Mor­gen ste­hen. Nun sol­len 500 wei­te­re Fir­men fol­gen. 

Von  Philipp Bürkler
Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

Tu­bes, Pipe­lines, Cords

Au­gus­tin Re­be­tez macht kei­ne hal­ben Sa­chen. Sei­ne Kunst ist aus­ufernd und dicht zu­gleich. Er ent­wi­ckelt an­spie­lungs­rei­che Bild­wel­ten – ak­tu­ell in der Kunst­hal­le Ar­bon.

Von  Kristin Schmidt
Augustin Rebetez key visual Kunsthalle Arbon Augustin Rebetez

Zu hoch für Ap­pen­zell

Der Kan­ton Ap­pen­zell In­ner­rho­den plan­te am Lands­ge­mein­de­platz in Ap­pen­zell ein neu­es Ge­bäu­de für die Ge­rich­te, die Bi­blio­thek und die kan­to­na­le Ver­wal­tung. Die eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­sio­nen für Na­tur- und Hei­mat­schutz und je­ne für Denk­mal­pfle­ge brach­ten das Pro­jekt je­doch zu Fall.

Von  René Hornung
Verwaltungsgebaeude appenzell pd

Offener Brief an die Bundespolitik

Wir wol­len Rech­te, kei­ne Al­mo­sen

Von  Christoph Keller

In­no­va­ti­on ge­hört zur DNA

Das Fi­gu­ren­thea­ter St.Gal­len wird 70. Was sich ver­än­dert hat, war­um Pup­pen Kin­der wie Er­wach­se­ne fas­zi­nie­ren und wie man auch Ju­gend­li­che er­rei­chen kann: ein Ge­spräch zum Ju­bi­lä­um.

Von  Peter Surber
Hochdruck Crasch Polizei 04665

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Un­ter­schied und Wir­kung

In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

Von  Vera Zatti
03 Schuetz Chraeje n un Gwaage ss Foto

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Cy­borg-Ka­ker­la­ken

Von  Jeremias Heppeler

Fu­rio­ses Klang­ge­wit­ter

Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

Von  Peter Surber
Contrapunkt 1 martin fluege

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2