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«A parody tribute to garage punk»

DJ Augenwasser Elias Raschle und seine erste Platte, die klingt wie abgeblättertes Dunkelblau auf rosa Hintergrund. So sieht sie auch aus.
Von  Corinne Riedener , 

Rauch und Kerzen und Cocktailkirschen, die Lichter der Jukebox, eine Gitarre und irgendwo tauft einer eine Platte. Fast beiläufig, ohne Champagner und dicke Worte, stellte Elias Raschle alias DJ Augenwasser am Samstag in der «geheimen» Millionaires Bar seine EP New Seas/Raw Mickey Mouse Power vor. Bei dieser Gelegenheit feierte auch «La Suisse Primitive» aus St.Gallen den Einstand als Plattenlabel.

Raschle, 22, ist in St.Gallen aufgewachsen und hat in Bern Kunst studiert. Heute arbeitet er unter anderem für ein Berner Plattenlabel und für das Puppentheater St.Gallen, pendelt zwischen den Städten, reist, ist meist gerade irgendwo dazwischen, wenn man ihn sucht. Seine Musik ist ähnlich. Irgendwo zwischen Garage und Werkstatt, zwischen Ankommen und Abreisen.

 

Früher habe er noch mehr experimentiert, sagt Raschle, aber Gitarrenmusik sei immer die Grundlage gewesen. «Garage ist quasi der Standard, eine Band die nicht gefestigt ist und deshalb weniger Szenegrenzen kennt.» Wobei «Band» im Fall Augenwasser nicht ganz präzis ist, denn Raschle spielt alle Spuren selber ein. Aber da geht noch mehr. Er ist ausserdem Drummer von «Roy & The Devil’s Motorcycle» und Teil der kürzlich gegründeten Band «Mystery Park», bestehend aus ihm, Elias Gamma (Shady and the Vamp) und Florian Kunz (ehemals Les Chevaux Sauvages) – «Garage mit einer Prise Punk.»

Die Augenwasser-EP ist auf 100 Stück limitiert. Heute noch oder wieder Vinyl herauszubringen sei keine komische Entscheidung, lacht Raschle. «Im Internet kann man sich zwar alles runterladen, aber Platten hört man einfach anders, bewusster.» Den Anstoss dazu gab Niklaus Reichle. Er hat Augenwassers Online-Releases gehört und ihn daraufhin als ersten Act unter die Fittiche von Suisse Primitive genommen, um den Sprung vom Konzert- zum Plattenlabel zu wagen.

Schöner anzusehen als ein USB-Stick ist das Vinyl-Stück allemal. Es wirkt recht surreal, wenn Mickey Mouse und Orca-Wal sich einträchtig grüssen, passend zum Sound, in abblätterndem dunkelblau auf rosa Hintergrund. In den Ohren Raschles Beschreibung der B-Seite: «A parody tribute to garage punk.» Grafisch wurde das Ganze von Ronny Hunger umgesetzt, sein Studio Comet Substance in Zürich gibt es seit 2009.

Noch besser anzuhören als auf Vinyl ist Augenwassers Sound aber live. Zu einem kurzen Ständchen liess er sich nämlich doch hinreissen. Nichts grosses, nur schnell in die Mitte stehen neben Jukebox und Kerzen. Den Blick auf die Schuhe im Publikum richten und wie wenn es nicht da wäre, den Keller für zehn Minuten mit Gitarrenrauch füllen. Fast beiläufig, bevor die Musik wieder ab Vinyl kommt.

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