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«Alle sollen kommen!»

15 Künstler, 1 Tag, 3 Gewinner – das ist «Meet and Paint»: ein eintägiges Kunstprojekt, das demnächst im sanktgallischen Rotmonten stattfindet. Wir haben Sugar Mirko, einen der Initianten, gefragt, was es damit auf sich hat.
Von  Corinne Riedener , 

Saiten: Am 12. September verwandelt ihr den Kinderfestplatz in Rotmonten in ein grosses Freiluft-Atelier. Was genau ist geplant?

Mirco Bieli: Wir stellen 15 ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern eine Leinwand (80 x 100 cm, inkl. Staffelei) zur Verfügung, auf der sie einen Tag lang arbeiten können. Am Schluss werden drei Gewinner ermittelt, wozu die Werke von einer dreiköpfigen Jury beurteilt werden.

Diese besteht aus…

Bis jetzt hat Nadja Veronese vom Kunstmuseum St.Gallen zugesagt. Die anderen zwei Jury-Mitglieder stehen noch nicht fest. Im Idealfall wären das eine ältere Person, vielleicht ein Kunstdozent oder so, und eine jüngere, selber auch kreativ engagierte Person.

Wie seid ihr auf die Idee zu diesem Turnier gekommen?

Sie ist aus einer gewissen Nachfrage heraus entstanden. Viele wünschen sich, dass mehr los ist in der regionalen Kunstszene – vor allem die jungen Künstlerinnen und Künstler. Es gibt einmal pro Jahr einen Graffiti-Jam und vielleicht noch ein, zwei andere Sachen, aber das wars dann auch schon.

Das klingt recht szenig. Darf man überhaupt ans «Meet and Paint» kommen, so als Nicht-Künstler?

Was für eine Frage! In gewisser Weise ist es sicher ein Projekt von Künstlern für Künstler. Das heisst aber nicht, dass irgendjemand unwillkommen wäre. Im Gegenteil: Alle sollen kommen, ob Kunst oder nicht! Wer nicht am Contest teilnehmen kann, ist herzlich eingeladen, seine Utensilien mitzubringen und auch etwas zu erschaffen. Die Kinderfestwiese ist ja gross. Gerade das wollen wir ausnutzen und allen möglichen kreativen Aktivitäten Raum geben. Nur wollen wir kein fixes Rahmenprogramm bieten, sondern spontan und gemeinsam eines entstehen lassen. Es soll ein Tag für alle werden, die etwas mitbringen wollen – sei es zum Spielen, zum Malen oder um anderweitig kreativ zu sein.

Der Contest beschränkt sich aber aufs Zweidimensionale.

Diversität ist uns wichtig, deshalb werden wir auch Künstler aus anderen Disziplinen auf den Kinderfestplatz einladen. Am Contest selber ist nicht entscheidend, ob jemand malt, illustriert, mit Airbrush oder einer ganz anderen Technik arbeitet – die Leinwand ist unsere einzige Rahmenbedingung. Eine notwendige, denn ohne gemeinsamen Nenner wären die Werke für die Jury wohl nur schwer zu beurteilen.

Aber ist denn Kunst nicht eigentlich Geschmackssache?

Auch, aber nicht nur. Dank der Rahmenbedingung mit der Leinwand kann man schon beurteilen, ob eine Arbeit eher gelungen ist oder nicht.

Wozu braucht es überhaupt einen Wettbewerbsgedanken?

Weil er anspornend wirkt. Abgesehen davon verstehen wir das «Meet and Paint» explizit als freundschaftliches Turnier. Und es ist ja nicht so, dass es Sieger und Verlierer im klassischen Sinn gäbe, denn an diesem Tag haben alle Künstler die Chance, ihre Werke zu verkaufen.

Und was gibt es zu gewinnen, abgesehen von Ruhm und Ehre?

Der oder die Erstplatzierte bekommt 800 Franken und einen 200-Franken-Gutschein für Künstlerbedarf. Auf dem zweiten Platz gewinnt man 500 Franken, auf dem dritten 300.

 

Meet and Paint: Samstag, 12. September, 9 – 17 Uhr, Kinderfestplatz St.Gallen. Anmeldeschluss für den Contest ist der 1. September, weitere Infos: meetandpaint.ch

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