Kurz vor Sotschi, wo die Schnellsten und Bestgedopten Medaillen holen, soll es auch in der Kulturförderung sportlich zu und her gehen. Dies zumindest stellt der Blog des Onlineportals «thurgaukultur» zur Diskussion.
Den Anstoss zur Diskussion gab eine Kolumne in der Thurgauer Zeitung; der Autor, Lehrer und Kantonsrat Daniel Badraun regte dort an, Kultur wie Sport zu prämieren: 10’ooo Franken für eine Spitzenleistung à la Biennale-Teilnahme, 6000 für einen Bestseller usw.
Die Schnapsidee, von Redaktorin Brigitta Hochuli mit einiger Ironie weitergereicht, provozierte wie erhofft: Zumindest die Kulturprofis reagierten postwendend. Zum Teil verständnisvoll – namentlich Alex Bänninger sah sich in seiner Haltung bestärkt, Erfolge auch in der Kulturförderung stärker zu gewichten –, mehrheitlich aber ablehnend: Entscheidend sei doch nicht, «keine Weltmeister zu züchten, sondern sonderbares Thurgauer Gewächs wuchern zu lassen», findet der Präsident der Kulturkommission Hans Jörg Höhener. Regisseur Jean Grädel plädiert gleichermassen für kulturellen «Humus» und protestiert gegen «Stipendien für Arrivierte». Tenor: Ein Jossi Wieler, Regiestar in Stuttgart mit Thurgauer Wurzeln, oder ein Peter Stamm, Lieblingsautor, brauchten keine Kulturgelder – diese seien vielmehr und zu Recht mehr Risiko-Investition als Erfolgsprämie.
Auch die junge Theaterfrau Katharina Alder aus Weinfelden redet einem «möglichst fruchtbaren und inspirierenden Boden für Kulturschaffende» das Wort. Zu diesem würde auch die Einsicht gehören, «dass wertvolle Kunst nicht partout nur von Thurgauern geschaffen werden kann, dass es sich lohnen würde, ganz unschweizerische Menschen hier zu begrüssen und zu schauen, was die so für spannende Dinge anstellen».
So abwegig die Kultursport-Olympia-Idee, so lebhaft die Diskussion – hier nachzulesen.
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht