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Standortfaktor St.Gallen

Nacht Gallen will dem städtischen Nachtleben mehr Gewicht verleihen. Das ist wichtig und gut so. Doch einfach wird es für den Verein nicht, die Bedürfnisse aller Anspruchsgruppen unter einen Hut zu bringen.

Von  Corinne Riedener

Nicht erst seit der Kugl-Debatte oder eskalierenden Freiluft-Partys ist klar, dass es Dialog, Kompromisse und ein Mindestmass an Toleranz braucht für ein funktionierendes und lebendiges Nachtleben. Sind die Fronten einmal verhärtet, geht es nämlich oft schnell um Ideologien statt um die Sache.

Nun ist die sanktgaller «Ausgangs- und Kulturlobby» um einen Player reicher: Kürzlich stellte sich der Verein «Nacht Gallen» der Bevölkerung vor – wie es sich gehört, beim Epizentrum Waaghaus, mit Musik (Pirmin Baumgartner und DJ B. Gahan), Bratwurst  und Bier. Eigeladen waren auch die städtischen Quartiervereine und Parlamentsmitglieder.

Rahmenbedingungen fürs Nachtleben
Der Verein wurde bereits im vergangenen Februar gegründet. Er ist ein Bündnis von städtischen Clubs, Bars und Veranstaltern. «Wir vertreten einerseits die Anliegen unserer Mitglieder. Andererseits wollen wir als politisch neutrales Bindeglied zwischen Nachtkultur, Politik, Behörden und Öffentlichkeit auftreten und so die Grundlage für Dialoge schaffen», sagt Vereinspräsident und Tagblatt-Redaktor David Gadze. Nacht Gallen will vermitteln, sensibilisieren, vernetzen und wenn nötig auch schlichten, um so möglichst gute Rahmenbedingungen für ein attraktives und sicheres Nachtleben zu schaffen – unter anderem mit runden Tischen, Kursen zu erster Hilfe oder Sicherheit und mit einem Beratungsangebot für Rechtliches oder Behördliches. Konkret: eine «Ausgeh-Lobby».

Die Mitgliedschaft für Aktivmitglieder kostet 500 Franken pro Jahr – angesprochen seien insbesondere städtische Clubs, Bars, Konzert- und Eventhallen, sagt Gadze. Zurzeit hat Nacht Gallen 14 Mitglieder, darunter mehrheitlich grössere Betriebe wie Backstage, Elephant, Trischli, Palace oder die Villa Wahnsinn in der AFG-Arena. «Viele andere haben ebenfalls Interesse bekundet, darunter auch die Grabenhalle», sagt Gadze. Je mehr Mitglieder der Verein habe, desto mehr «Kampfgewicht» habe die Gastro- und Kulturszene künftig. Er hofft auf mehr.

Was wäre wenn…
Mehr Gewicht – das tut der Szene gut, kann aber auch knifflig werden. Wie verhält sich der Verein beispielsweise, wenn «Gastro-Fürst» Mario Tomasini wieder einmal mit Rassismusvorwürfen konfrontiert werden sollte, wie es in vergangenen Jahren mehrmals der Fall war? Gerade was das Thema Sicherheit anbelangt, scheiden sich die Geister – einige Clubs schwören auf Türsteher, andere wollen grundsätzlich keine «Gorillas» an der Tür. In der Brühlgase etwa patrouilliert regelmässig ein privater Sicherheitsdienst. Was, wenn Nacht Gallen aufgefordert würde, seinerseits ein solches Mandat zu prüfen?

Oder was geschieht, wenn einige Mitglieder plötzlich mit dem Gedanken spielten, der Verein könnte die Organisation des nächsten St.Galler Fests, dessen Organisation unter Umständen demnächst neu ausgeschrieben wird, übernehmen?

Nachtkultur als Spiegel
Anspruchsvoll wird die Arbeit des Vereins auch ohne derartige Szenarien – Lärm Littering und Öffnungszeiten sind er roten Tücher genug. Es gilt also wohl nicht nur auf die Bedürfnisse der Behörden, Anstösser und Nachtschwärmer zu achten, sondern auch die Eigenheiten und verschiedenen Konzepte der einzelnen Mitglieder unter einen Hut zu bringen – egal ob Grossraumdisco oder Alternativbeiz.

Klartext St.Gallen empfindet das ebenso, unterstützt Nacht Gallen und hält ausserdem fest, dass Nachtkultur immer auch ein Spiegel der aktuellen sozio-politischen Verhältnisse sei. Man hofft deshalb, dass sich Nacht Gallen auch für die Bedürfnisse der Leute im öffentlichen Raum einsetzt. «Das Nachtleben beginnt und endet nämlich nicht an der Club-Tür», sagt Matthias Fässler von Klartext.

Gerade im öffentlichen Raum kommt es immer wieder zu Konflikten oder gar zur Eskalation. Die Project X-Party im Juli 2012 in St.Gallen oder das Standortfucktor-Desaster in Winterthur am 21. September sind zwar zwei besonders aufsehenerregende Beispiele, doch sie sind Ausdruck von zwei Dingen: Einerseits wird der Jugend im öffentlichen Raum kaum Platz zugestanden, andererseits ist die Ausgangskultur längst ein Politikum.

Infos unter nachtgallen.ch

Fu­rio­ses Klang­ge­wit­ter

Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

Von  Peter Surber
Contrapunkt 1 martin fluege

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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